Carsharing-Dienst DriveNow gehört künftig BMW allein

BMW kauft dem Partner Sixt dessen Anteile am gemeinsamen Carsharing-Anbieter DriveNow ab. Der Schritt könnte den Weg für eine mögliche Fusion der Carsharing-Dienste von BMW und Daimler frei machen.

DriveNow-Mini
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Der Carsharing-Dienst DriveNow soll künftig BMW allein gehören. Der Autovermieter Sixt steigt aus der gemeinsamen Carsharing-Plattform aus. BMW zahlt für rund die Hälfte an dem bisherigen Gemeinschaftsunternehmen rund 209 Millionen Euro. Die Aufsichtsbehörden müssen der Transaktion zustimmen, die Freigabe wird im zweiten Quartal erwartet.

Der Schritt könnte den Weg für eine mögliche Fusion der Carsharing-Dienste von BMW und Daimler frei machen, gegen die sich Sixt gesperrt hatte. Einem Medienbericht zufolge werden BMW und Daimler ihre Tochtergesellschaften Drive Now und Car2Go bereits in Kürze zusammenlegen. Schon im Februar wollen die beiden Autohersteller demnach die Fusion der Carsharing-Gesellschaften bekanntgeben.

Beide Marken sollen bei einer Fusion erhalten bleiben. BMW hält an der Marke Drive Now fest, Daimler an Car2Go. Alles was den Betrieb der flexiblen Kurzzeitleihe von Autos möglich macht, das sogenannte Backend samt der IT-Technik, soll aber zusammengelegt werden - was zu erheblichen Kosteneinsparungen führen dürfte. Eine gemeinsame Internetplattform soll die Angebote auf eine für die Kunden praktische Weise bündeln.

Beide Carsharing-Angebote basieren auf dem Prinzip der flexiblen Automiete, ohne feste Standplätze und mit minutengenauer Abrechnung. Car2Go hat 14.000 Autos und drei Millionen Kunden. Daimler arbeitet bei seinem Carsharing-Dienst mit dem Autovermieter Europcar zusammen, der mit 25 Prozent an Car2Go Europe beteiligt ist. DriveNow von BMW hat 6000 Autos und eine Million Kunden. Zu Umsatz, Gewinn oder Verlust äußerten sich beide Firmen nicht.

hej/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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pauschaltourist 29.01.2018
1.
Es bleibt zu hoffen, dass sich das nach der eventuellen Fusion bildende Gemeinschaftsunternehmen an der übersichtlichen Tarifstruktur DriveNows orientiert und nicht den Quatsch von Car2go zum Vorbild nimmt.
robertreagan 29.01.2018
2. Vermieter wie Sixt
lassen sich die Überproduktionen auf den Hof stellen und machen aus unverkäuflichen Neuwagen gut verkäufliche Gebrauchte. Zahlen müssen sie dabei fast nichts mehr an den Hersteller und machen an jedem Kilometer Gewinn. Da kann dieser gleich selbst das Geschäft in begrenzten lokalen Räumen betreiben mit Hilfe von Vertragshändlern und Servicepoints die Logistik steuern. Alles überschaubar. Eine Zusammenlegung schafft ein besser koordinierteres Angebot für den Nutzer. Ich habe mein Leasing-Fahrzeug abgeschafft, zahle keine 1%-Regel mehr mit meinem Gehalt und nutze variabel Bahn, ÖPNV, Car-sharing und ab und zu ein Taxi. Läuft super. Für gelegentliche weitere Fahrten mit Familie kommt mal ein Mietwagen dazu. Alles in allem deutlich billiger als zuvor.
hoeffertobias 29.01.2018
3. Viel zu umständlich, und viel...
Zitat von robertreaganlassen sich die Überproduktionen auf den Hof stellen und machen aus unverkäuflichen Neuwagen gut verkäufliche Gebrauchte. Zahlen müssen sie dabei fast nichts mehr an den Hersteller und machen an jedem Kilometer Gewinn. Da kann dieser gleich selbst das Geschäft in begrenzten lokalen Räumen betreiben mit Hilfe von Vertragshändlern und Servicepoints die Logistik steuern. Alles überschaubar. Eine Zusammenlegung schafft ein besser koordinierteres Angebot für den Nutzer. Ich habe mein Leasing-Fahrzeug abgeschafft, zahle keine 1%-Regel mehr mit meinem Gehalt und nutze variabel Bahn, ÖPNV, Car-sharing und ab und zu ein Taxi. Läuft super. Für gelegentliche weitere Fahrten mit Familie kommt mal ein Mietwagen dazu. Alles in allem deutlich billiger als zuvor.
... zu teuer... Ich führe Fahrtenbuch statt der 1%-Regel, habe aber selbst noch ein Fahrzeug abgemeldet. Dann jede 2. private Fahrt als dienstlich dokumentieren und es geht kaum günstiger. Im Übrigen sind Autovermietungen nicht http unbedingt eine Lizenz zum Geld drucken. VW hatte mit Europecar immer Probleme, halbwegs profitabel zu wirtschaften, obwohl sie quasi an der Quelle saßen. Hier herrscht schon ein enormer Wettbewerb, den man nur bestehen kann, wenn man sehr nah am Kunden agiert. Einfach als mit jedem Kilometer Gewinn machen, entstammt wohl eher dem Wunschdenken..
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