Umsatzschub: Drogeriekette dm hält sich für Profiteur der Schlecker-Pleite
Ein ordentliches Plus beim Umsatz, Sonderzahlungen für die Beschäftigten: Nach der Insolvenz des Konkurrenten Schlecker laufen die Geschäfte beim Marktführer dm bestens. Das liegt nach Ansicht des Firmenchefs nicht nur an der Pleite selbst, sondern auch an der Berichterstattung darüber.
Frankfurt am Main - Des einen Leid ist im Fall der Schlecker-Pleite offenbar des anderen Freud. Die Drogeriemarktkette dm erzielte nach der Insolvenz des Konkurrenten einen Rekordumsatz. Die Erlöse stiegen im gerade beendeten Geschäftsjahr um 11,3 Prozent auf 6,87 Milliarden Euro. Vor allem ab Mai konnte das Unternehmen in Deutschland deutlich zulegen. "Teilweise lagen die Zuwächse bei 20 Prozent", sagte dm-Chef Erich Harsch bei der Bilanzpressekonferenz.
Der Untergang des Rivalen gab dm nach Ansicht von Harsch zusätzlichen Schub. "Wenn wir ein wenig das Wechselverhalten der Käufer erforschen, dann haben wir wohl vor allem davon profitiert, dass die Drogeriemärkte 2012 stark im Fokus der Berichterstattung und damit in der öffentlichen Wahrnehmung standen." Die Folge sei, "dass wir uns beim Marktanteil für Drogeriewaren in Deutschland jetzt der 20-Prozent-Marke nähern".
Nach der Schlecker-Pleite ist dm unangefochten die Nummer Eins in Deutschland. "Bezogen auf das Kalenderjahr 2012 werden wir sicher die Sieben-Milliarden-Euro-Umsatzgrenze überschreiten", sagte Harsch. Auf dem Heimatmarkt erlöste dm fünf Milliarden Euro - ein Plus von 14 Prozent. Die rund 29.000 deutschen Mitarbeiter sollen an den Zuwächsen mit einer Sonderzahlung beteiligt werden. Insgesamt schüttet dm 13 Millionen Euro aus, 850 Euro je Vollzeitbeschäftigten.
Wie sich der "Schlecker-Effekt" langfristig auswirkt, ist laut Harsch frühestens im Frühjahr 2013 absehbar, wenn sich die Insolvenz jährt. Für das laufende Geschäftsjahr gab er deshalb eine vorsichtige Prognose ab. "Wir rechnen mit einem Plus von mindestens acht Prozent."
In den vergangenen zwölf Monaten eröffnete dm 89 neue Filialen in Deutschland und erweiterte sein Netz damit auf aktuell 1345 Standorte. Bis Jahresende sollen weitere 41 hinzukommen. Darunter könnten auch einige ehemalige IhrPlatz-Läden aus dem zusammengebrochenen Schlecker-Imperium kommen, die sich eigentlich Konkurrent Rossmann gesichert hatte. "Es gibt aber eine Handvoll Vermieter, die lieber dm als Vertragspartner hätten", sagte Harsch.
dab/Reuters/dpa
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