Ihr Platz: Schlecker-Tochter soll an Münchner Investor gehen

Um die Zukunft von Schlecker wird weiter gefeilscht, für die Tochter Ihr Platz soll es dagegen einen Käufer geben. Laut Medienberichten ist das Geschäft mit der Münchner Beteteiligungsgesellschaft Dubag fast perfekt. Angeblich plant der Investor keine Entlassungen - auch nicht im Management.

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Ihr-Platz-Filiale: Erfolg nach "langwierigen Verhandlungen"

Ehingen - Der Wiesbadener Generikahersteller Sigam und der Speichermedienhersteller Berlin Optical Disc gehören zu den Firmen, die bereits von der Münchner Beteiligungsgesellschaft Dubag übernommen wurden. Nun plant der Investor offenbar einen neuen Kauf. Dubag wolle Ihr Platz, eine Tochter der insolventen Drogeriekette Schlecker übernehmen, berichten die "Wirtschaftswoche" und die "Stuttgarter Nachrichten".

Der Insolvenzverwalter Werner Schneider informierte laut "Wirtschaftswoche" in einem Schreiben vom Dienstag die Lieferanten darüber, dass er nach "langwierigen Verhandlungen" mit Dubag einig sei. Der Investor wolle die Osnabrücker Drogeriekette zu 100 Prozent und mit allen 480 Filialen übernehmen. Auch das Management aus Schlecker-Zeiten werde nicht ausgetauscht, sondern solle lediglich durch weitere Führungskräfte unterstützt werden. Ein Sprecher von Schneider wollte sich zunächst nicht äußern.

Im Ringen um das Überleben der bisherigen Ihr-Platz-Mutter Schlecker legte Ver.di derweil ein Angebot vor, wie sich die Mitarbeiter an einer Sanierung beteiligen könnten. Die Gewerkschaft habe der Insolvenzverwaltung vorgeschlagen, die Personalkosten über drei Jahre um 10,5 Prozent zu senken, sagte ein Ver.di-Sprecherin in Frankfurt am Main. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte zuletzt beim Personal Einsparungen von 15 Prozent über drei Jahre gefordert. Ver.di hatte dies zuvor als zu hoch abgelehnt.

Um Schlecker im Wettbewerb mit anderen Drogeriemarktketten besser zu positionieren, schlug Ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke außerdem eine Sortimentserweiterung nach dem Vorbild von Tankstellen-Läden vor. Schlecker werde "noch mehr Produkte des täglichen Bedarfs anbieten müssen", sagte Franke den "Stuttgarter Nachrichten". Mit anderen Unternehmen könne die Kette nicht allein über den Preis konkurrieren - Schlecker sei im Kernsortiment derzeit bis zu 15 Prozent teurer als die Wettbewerber.

dab/dpa/AFP

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Tafelsilber
hakmak 09.05.2012
Nach den Auslandstöchtern wird auch "Ihr Platz" verkauft - der Rest wird immer unattraktiver und wahrscheinlich abgewickelt. Das wars dann wohl.
2. Hier könnte Ihre Werbung stehen!
irobot 09.05.2012
Ich habe in meinem Bekanntenkreis drei Fälle, die in Unternehmen gearbeitet haben, wo "Finanzinvestoren" eingestiegen sind. Nach den dortigen Erfahrungen ist das das sicherste Mittel, eine Firma in den Orkus zu reißen. Und das waren keine Pleitekandidaten, sondern florierende Firmen.
3. Grace Under Pressure
rudolf_mendt 09.05.2012
Mein Gott, ich dachte schon die hätten die Maike Schlecker irgendwie zwangsverheiratet. Was eine Überschrift...
4. Schlecker-Tochter soll an Münchner Investor gehen
spon-1190288377073 09.05.2012
Mann, mann, jetzt verkaufen die schon die eigenen Kinder ;-)
5. Schlecker-Tochter soll an Münchner Investor gehen
tk500 09.05.2012
Ist Menschenhandel in Deutschland nicht verboten ?
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