Drohende Verstaatlichung Spanische Regierung drängt Banken an die Börse

Der Druck der sozialistischen Regierung zeigt Wirkung. Weil die spanischen Banken ihre Kapitalausstattung verbessern müssen, will sich ein Tochterinstitut der Sparkasse Madrid an der Börse Geld besorgen.

José Luis Rodriguez Zapatero: Der spanische Premier will die Krise ohne EU-Hilfe meistern
REUTERS

José Luis Rodriguez Zapatero: Der spanische Premier will die Krise ohne EU-Hilfe meistern


Madrid - Die spanische Regierung fordert von den Banken des Landes, dass sie mehr eigenes Geld vorhalten müssen. - und die Institute kommen dem Wunsch immer öfter nach. Die Banco Financiero y de Ahorros (BFA), Tochter der Caja Madrid, kündigte am Montag entsprechende Schritte an und folgte damit dem Rivalen La Caixa.

Die Regierung will, dass die Geldhäuser Spaniens besser dastehen, um die Finanzmärkte davon zu überzeugen, dass der Staat nicht unter den Rettungsschirm von EU und IWF schlüpfen muss.

Die Sparkasse (Caja) Madrid erklärte, sie werde die jüngst neu gegründete BFA an die Börse bringen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Das genaue Datum für den Börsengang stehe jedoch noch nicht fest, sagte der Präsident der Gruppe, Rodrigo Rato. Die Geldhäuser müssen von Herbst an eine Kernkapitalquote von mindestens acht Prozent haben. Schaffen sie das nicht, droht ihnen die Teilverstaatlichung.

Höhere Risikoaufschläge für Staatsanleihen

Die BFA hatte Ende 2010 der Caja Madrid zufolge rechnerisch nur eine Quote von 7,04 Prozent. Die Bankengruppe ist in Spanien das drittgrößte Geldhaus nach Santander und BBVA. Auch die Banca Civica, ein Zusammenschluss von Sparkassen, schloss am Montag einen Börsengang nicht aus. Sie bezifferte am Montag ihre Kernkapitalquote Ende 2010 auf 8,05 Prozent.

Die Sparkassen waren durch das Platzen der Immobilienblase in der Finanzkrise in Probleme geraten. Mit der Aufstockung der Kapitalreserven der Banken will Spanien das Finanzsystem stabilisieren und das Vertrauen der Investoren bewahren.

Falls Spanien das angeschlagene Finanzsystem aus eigener Kraft zurück auf Kurs bringt, dürften Spekulationen über eine Flucht unter den EU-Rettungsschirm verstummen. Das Land musste zuletzt für seine Staatsanleihen höhere Risikoaufschläge bezahlen. Am Sonntag hatte die Regierung mitgeteilt, sie werde den Banken ab März beispringen. Dann hätten die Institute Zugriff auf staatlich gesicherte Fonds, hieß es.

böl/Reuters/dpa-AFX



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