Drohender Stellenabbau Schlecker will Sanierungskurs verschärfen

Mitarbeitern der Drogeriekette Schlecker drohen harte Einschnitte: Bis Jahresende will das Unternehmen mindestens jede zehnte Filiale schließen. Nach Informationen des manager magazin ist auch die Tochterfirma "Ihr Platz" von den Sparplänen betroffen.

"Ihr Platz"-Drogeriemarkt: Schlecker plant "grundsätzliches Optimierungsprogramm"
ddp

"Ihr Platz"-Drogeriemarkt: Schlecker plant "grundsätzliches Optimierungsprogramm"


Hamburg - Schlecker verschärft den Sparkurs. Die Drogeriekette will nun auch die Zweitmarke "Ihr Platz" sanieren. Nach Informationen des manager magazin (mm) soll der Umbau im kommenden Jahr beginnen. Ihr Platz hat derzeit rund 700 Filialen. Schlecker hatte die Kette vor vier Jahren für rund 150 Millionen Euro gekauft. Bislang hat das Unternehmen dabei aber draufgezahlt, denn Ihr Platz verbucht nach mm-Informationen bis heute Verluste.

Die Drogeriekette bestätigte, dass ein "grundsätzliches Optimierungsprogramm" für die Ihr-Platz-Filialen vorgesehen sei. Der Schwerpunkt solle aber in diesem Fall nicht auf Schließungen liegen. Es werde "ein ganzes Bündel an Maßnahmen" geben. Im Klartext: Den Mitarbeitern drohen auch Lohnkürzungen und Stellenabbau.

Während die Pläne für Ihr Platz erst jetzt bekannt werden, gehen Schleckers Kürzungen bei den eigenen Filialen bereits in die heiße Phase: Bis Jahresende will das Unternehmen fast zehn Prozent seiner 8000 Läden schließen. Allein im November und Dezember sind nach SPIEGEL-Informationen 600 Filialen betroffen.

Verhandlungen mit Ver.di

Auch im ersten Quartal 2012 würden Filialen geschlossen, hieß es weiter. Schlecker will nun mit der Gewerkschaft Ver.di über eine tarifliche Vereinbarung verhandeln. Das teilte Ver.di mit.

Bislang gilt für die rund 30.000 Beschäftigten noch ein Beschäftigungssicherungs- und Sozialtarifvertrag. Dieser läuft bis Juni 2012. Laut "Welt" schließt Geschäftsführer Lars Schlecker betriebsbedingte Kündigungen im nächsten Jahr nicht aus.

Die Gewerkschaft werde nun mit Betriebsräten und Beschäftigten reden, ob ein Interesse an Verhandlungen mit Schlecker besteht, sagte ein Sprecher. Erste Gespräche sollten noch dieses Jahr geführt werden. Ergebnisse seien im Januar zu erwarten.

Im zweiten Schritt müsse sich Ver.di dann ein Bild der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens machen, sagte der Sprecher weiter. Dies sei immer die Grundvoraussetzung, um über tarifliche Einschnitte zu verhandeln. Nur mit einem tragfähigen Konzept zur Arbeitsplatzsicherung seien Beschäftigten Gehaltseinbußen vermittelbar.

cte/dapd



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