Studie Drohnen werden Wachstumsmarkt für Luftfahrtkonzerne

Die Bundeswehr hat den Kauf der Drohne "Euro Hawk" erst einmal gestoppt. Dennoch könnte sich der Umsatz der Luftfahrtindustrie mit den unbemannten Flugkörpern laut einer Studie in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln. Besonders zwei Länder kaufen die Aufklärungs- und Kampfgeräte.

Die Drohne MQ-1 Predator: Die Flugkörper könnten zum großen Geschäft werden
USAF

Die Drohne MQ-1 Predator: Die Flugkörper könnten zum großen Geschäft werden


Le Bourget - Der Markt für Drohnen dürfte in zehn Jahren einer Studie zufolge doppelt so groß sein wie heute. Während der Markt für unbemannte Fluggeräte bislang ein Volumen von jährlich 3,9 Milliarden Euro aufweise, dürften die Ausgaben in dem Sektor in zehn Jahren bei jährlich 8,7 Milliarden Euro liegen, heißt es in einer auf der Luftfahrtmesse von Le Bourget bei Paris vorgestellten Studie der US-Unternehmensberatung Teal.

Demnach bleiben Drohnen der dynamischste Sektor in der Luftfahrtindustrie. "Der Markt für Drohnen entwickelt und internationalisiert sich zunehmend", erklärte Studien-Autor Philip Finnegan. "Die Drohnen haben ihre Bedeutung im Irak und in Afghanistan unter Beweis gestellt und werden von einer wachsenden Zahl von Armeen nachgefragt."

Demnach werden die USA in den kommenden zehn Jahren 65 Prozent der Ausgaben für Forschung und Entwicklung von Drohnen tragen und rund jede zweite Drohnenbestellung tätigen. Israel ist der zweitgrößte Produzent der in erster Linie militärisch genutzten Drohnen.

Ob der europäische Luftfahrtkonzern EADS daran Anteil hat, ist derzeit fraglich: Konzernchef Enders hatte im Zusammenhang mit dem Debakel um die geplante Bundeswehr-Drohne " Euro Hawk" angekündigt, nicht mehr in die Entwicklung von Drohnen zu investieren.

Am Sonntag hatte das Unternehmen aber gemeinsam mit den Rüstungskonzernen Dassault Aviation und Finmeccanica eine sogenannten MALE-Überwachungsdrohne aus heimischer Produktion gefordert, die in mittlerer Flughöhe lange Strecken zurücklegen und bis zu 24 Stunden unterwegs sein kann. Die europäischen Regierungen müssten ein Programm für eine solche Drohne auf den Weg bringen.

In Deutschland hat das Aus des "Euro Hawk" Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) stark in Bedrängnis gebracht. Die Bundeswehr plant aber weiterhin die Anschaffung eines anderen Drohnentypen.

ade/AFP



insgesamt 16 Beiträge
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mrchromeos 17.06.2013
1. optional
Europa wird einfach zu alt und zu unbeweglich. Ich merke immer wieder, dass ich schnell diesen Kontinent verlassen muss.
steevieb 17.06.2013
2. hmmm
hab ich den vorletzten absatz richtig verstanden das 3 Rüstungskonzerne FORDERN das in Europa ein Rüstungsprojekt auf den Weg gebracht wird?
hokie 17.06.2013
3.
Zitat von mrchromeosEuropa wird einfach zu alt und zu unbeweglich. Ich merke immer wieder, dass ich schnell diesen Kontinent verlassen muss.
Wenn man geistig schon so weit ist, dann sollte man den Schritt auch vollziehen ... es kann nur besser werden!
libero-lu 17.06.2013
4. Her mit den Drohnen !
Einen klassischen Stellungskrieg wird es nie wieder geben, aber eine Menge religiös motivierter Exzesse. Um Einheizer und Aufstachler auszuschalten braucht man keine Armee in Marsch zu setzen. Man trifft mit der Drohne ohne großen Aufwand und ohne Risiko die empfindlichsten Stellen.
Michael200669 17.06.2013
5. ./.
Zitat von libero-luEinen klassischen Stellungskrieg wird es nie wieder geben, aber eine Menge religiös motivierter Exzesse. Um Einheizer und Aufstachler auszuschalten braucht man keine Armee in Marsch zu setzen. Man trifft mit der Drohne ohne großen Aufwand und ohne Risiko die empfindlichsten Stellen.
Es gab und wird es immer geben, das man jede Technik austricksen kann. Vor allem, wie würden sie es finden, wenn man auf sie Jagd machen würde, weil gewisse Stellen nicht ihrer Meinung sind und sie als gefährlich einstufen. Auch wenn sie der Meinung sind, das sie alles richtig machen und die staatlichen Strukturen nicht gefährden. Aber sie können es nicht wissen, den viele Sachen entgehen einen bzw. man sieht es als unwichtig an. Denn eine Drohne kann auch im Inland eingesetzt werden bzw. wer sagt nicht, das sogenannte "Terroristen" eine Drohne kapern oder kaufen und sie das Pech haben, gerade da zu sein, wo die Drohne eingesetzt wird. Ich vergas, das ist ja den Amerikaner ja des öfteren passiert, das sie Menschen "ermordet" haben, weil sie zu falschen Zeit vor Ort waren.
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