Politischer Konflikt Dubai Air Show öffnet ohne Qatar Airways

Die politischen Spannungen zeigen sich auch bei der Dubai Air Show: Die Luftfahrtmesse findet dieses Jahr ohne die Fluglinie des isolierten Emirats Katar statt. Konkurrent Emirates verkündet einen Großauftrag an Boeing.

AFP

Im Zeichen politischer Konflikte hat die Luftfahrtmesse Dubai Air Show in diesem Jahr ohne Qatar Airways eröffnet. Ihr Unternehmenssitz Katar wurde im Juni von Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern isoliert, Hintergrund sind Verbindungen zum Iran und die angebliche Unterstützung islamistischer Extremisten. Zu den Sanktionen der Nachbarländer gehört auch die Schließung ihres Luftraums für katarische Flugzeuge.

Auf der alle zwei Jahre stattfindenden Dubai Air Show stellen die größten Rüstungsunternehmen der Welt Produkte wie Kampfjets, Drohnen und Raketen vor. Auch für die Fluglinien der Region ist die Messe ein wichtiger Termin, um ihre wachsende Bedeutung zu unterstreichen. So bestellten sie hier 2013 Maschinen für insgesamt 140 Milliarden Dollar.

Zum diesjährigen Auftakt stellte die in Dubai beheimatete Fluglinie Emirates eine neue erste Klasse mit privaten Suiten vor. Erstmals sieht sie Kabinen im Mittelgang des Flugzeugs vor, in denen der Himmel per Kamera auf "virtuellen Fenstern" angezeigt wird. Zudem können Passagiere über eine Videofunktion mit der Crew kommunizieren.

Die knapp vier Quadratmeter großen Suiten werden in den Boeing 777 von Emirates angeboten. Was ein Ticket kosten soll, wollte Emirates-Chef Tim Clark nicht verraten. Sein Unternehmen kündigte jedoch an, 40 Boeing 787 "Dreamliner" für insgesamt 15,1 Milliarden Dollar zu bestellen.

Die Konflikte auf der arabischen Halbinsel haben sich verschärft, seitdem der libanesische Premierminister Saad al-Hariri von Saudi-Arabien aus unter mysteriösen Umständen seinen Rücktritt bekannt gab. Im Libanon wird spekuliert, dass Hariri auf Druck der saudischen Regierung handelte, zumal er bislang nicht ins Land zurückgekehrt ist. Präsident Michel Aoun forderte am Samstag eine Klarstellung der saudischen Regierung.

Saudi-Arabien hat auch die Blockade des Jemen verschärft, nachdem vom Iran unterstützte Rebellen in der vergangenen Woche eine Rakete auf Riad feuerten. Der von einer saudischen Allianz angeführte Krieg im Jemen hat mindestens 10.000 Zivilisten getötet. Die Blockade könnte laut Warnungen der Vereinten Nationen zudem zu Millionen von Hungertoten führen.

dab/AP



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.