Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Dubai: Wüstenstadt aus Hybris und Ruinen

Dubai: Wüstenstadt voller Widersprüche Fotos
Torsten Seidel

Futuristische Villen reihen sich an planlos gewachsene Türme - und Bauruinen. Fotograf Torsten Seidel reist seit 2008 regelmäßig in die Vereinigten Arabischen Emirate. In seinen Bildern spiegeln sich die gebrochenen Versprechen des Wirtschaftsbooms am Golf.

Hamburg - Dubai, Abu Dhabi, Doha: Torsten Seidel ist fasziniert von den Wüstenstädten der Golfregion. Seit viereinhalb Jahren fliegt er immer wieder in die Emirate. "Die Städte sind nicht schön, sie sind auch kein Vorbild für nachhaltige Architektur", sagt Seidel. "Aber sie haben eine besondere Ästhetik, die mich immer wieder beeindruckt."

Wichtigster Grund der Faszination sind für den 46-jährigen Fotografen die Widersprüche zwischen wirtschaftlicher Vision und Realität. "Da werden gigantische Türme und futuristische Villen geplant, zum Teil dann aber mitten im Bau abgebrochen oder nie realisiert", sagt Seidel. Seine Bilder zeigen einzigartige Architektur wie den Burj Khalifa, den höchsten Turm der Welt, neben Bauruinen und Brachland.

Die Finanzkrise hat auch den Golfstaaten zugesetzt. Der Bauboom ist vorbei, die Immobilienpreise sind eingebrochen. Zahlreiche Projekte, die mit vollmundigen Versprechen gestartet sind, dümpeln dahin oder liegen gleich ganz auf Eis.

Auch die sozialen und ökologischen Probleme der Städte zeigen Seidels Motive. Viele Einwanderer aus Pakistan, Indien und Bangladesch leben in heruntergekommenen Vierteln, die an Slums erinnern. Auf den gigantischen Wolkenkratzer-Baustellen sind die Gastarbeiter den Sandstürmen und Temperaturen bis 45 Grad schutzlos ausgeliefert - während die reichen Bewohner der Emirate sich von Mai bis Oktober nahezu ausschließlich in klimatisierten Räumen aufhalten.

Seidels Bilder erscheinen im kommenden Jahr unter dem Titel "Desert Cities" im Verlag Hatje-Cantz. Hier finden Sie eine Auswahl der Fotos aus Dubai.

cte

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 86 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Unterschied
spon-facebook-10000283853 12.05.2013
Der Unterschied zwischen diesen Investitionen und denen des Staates ist, dass nur der Geld verliert, der tatsächlich dort investiert hat - während die Staaten in Europ mit immer mehr Steuerabgaben und schuldenfreundlichen Niedrigzinsen Wohlstand und Altersversorgung vernichtet, ohne dass sie sich jemals freiwillig dafür entschieden haben.
2. ich habe Dubai gesehen
frowin 12.05.2013
und möchte dort nie wieder hin, habe noch nie einen so trostlosen Überwachungsstaat wie diesen gesehen, kein Leben im größten Einkaufszentrum der Welt, nur leere Gebäude, kein Flair nichts, die ganze Familie war sich einig das wir dort nie wieder hingehen.
3. Modern aber ohne Seele
BlogBlab 12.05.2013
Zitat von sysopTorsten Seidel Futuristische Villen reihen sich an planlos gewachsene Türme - und Bauruinen. Fotograf Torsten Seidel reist seit 2008 regelmäßig in die Vereinigten Arabischen Emirate. In seinen Bilder spiegeln sich die gebrochenen Versprechen des Wirtschaftsbooms am Golf. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/dubai-wuestenstadt-aus-hybris-und-bauruinen-a-894487.html
Ist das nicht ein Widerspruch? Ich finde sie schön und ästhetisch, jedoch sehr künstlich und ohne Seele. Es fehlt die gewisse Atmosphäre und Ambiance, die historisch gewachsene Städte versprühen. Die Archtektur ist beeindruckend modern, Charme hat aber nur die orientalisch wirkenden Altstadt von Dubai.
4. Diese Missstände gab es immer.
atherom 12.05.2013
Zitat von sysopTorsten Seidel Futuristische Villen reihen sich an planlos gewachsene Türme - und Bauruinen. Fotograf Torsten Seidel reist seit 2008 regelmäßig in die Vereinigten Arabischen Emirate. In seinen Bilder spiegeln sich die gebrochenen Versprechen des Wirtschaftsbooms am Golf. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/dubai-wuestenstadt-aus-hybris-und-bauruinen-a-894487.html
"Auch die sozialen und ökologischen Probleme der Städte zeigen Seidels Motive. Viele Einwanderer aus Pakistan, Indien und Bangladesch leben in heruntergekommenen Vierteln, die an Slums erinnern. Auf den gigantischen Wolkenkratzer-Baustellen sind die Gastarbeiter den Sandstürmen und Temperaturen bis 45 Grad schutzlos ausgeliefert - während die reichen Bewohner der Emirate sich von Mai bis Oktober nahezu ausschließlich in klimatisierten Räumen aufhalten." Sie wurden (und werden immer noch nicht) kaum erwähnt, dabei gibt es kaum Länder auf der Welt, in denen ausländische Arbeitskräfte so schutlos sind und so schlecht (für wenig Geld) behandelt werden.
5. Warum wird ueber diesen Unfug geschrieben?
papayu 12.05.2013
Warum in die Ferne schweifen...... Denken Sie an Vielharmonie!! Fuer wie viel Besucher oder Wohnungskaeufer gedacht und was das kostet/ Oder denken Sie an S21, ein voellig unsinniger Bahnhof Oder an BERliner Flughafen fuer wen? Oder das Stadtschloss, fuer wen?? Die Zeiten des immer hoeheren Aufschwungs sind vorbei!! Und diese "Gastarbeiter" ernaehren ihre Familien mit den Loehnen!! Da kann sich so mancher vielleicht sogar ein kleines Haus daheim kaufen!! Eine Nichte von mir ist auch seit Mai dort. Sie bekommt ungerechnet 500 Dollar als Hausmaedchen. Das meiste schickt sie nach hause und der Lebensstandard ihrer Familie wird besser. Vielleicht reicht es sogar noch zu einem kleinen Haus nach 10 Jahren oder mehr!!! Es gibt in Asien keine Altersrente, hoechstens die Beamten bekommen eine kleine Pension.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: