Dubiose Wertpapiergeschäfte: US-Börsenaufsicht ermittelt gegen Deutsche Bank

Der Deutschen Bank droht Ärger in den USA: Nach SPIEGEL-Informationen ermitteln amerikanische Finanzaufseher gegen das Kreditinstitut. Hintergrund sind umstrittene Immobilien-Wertpapiergeschäfte vor der Finanzkrise. Die Untersuchung könnte das Geldhaus teuer zu stehen kommen.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: KfW befürwortet Betrugsklage Zur Großansicht
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Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: KfW befürwortet Betrugsklage

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen die Deutsche Bank. Bei einem Wertpapiergeschäft hatte die Bank offenbar dem Hedgefonds des Spekulanten John Paulson die Gelegenheit gegeben, schrottige Hypothekenpapiere auszusuchen, gegen die er dann wetten konnte - ohne dass es die anderen Investoren wussten. Das erfuhr der SPIEGEL aus Finanzaufsichtskreisen. Wegen eines ähnlichen Geschäfts hatte Goldman Sachs einen Vergleich mit der SEC geschlossen - und dabei mehr als eine halbe Milliarde Dollar gezahlt.

"Die Deutsche Bank hat wie viele andere Banken von verschiedenen Behörden Auskunftsersuchen zu ihrem Geschäft mit Wohnungsbaukrediten erhalten. Die Bank kooperiert voll hinsichtlich der Anfragen. Die Deutsche Bank ist in diesem Zusammenhang nicht angeklagt worden", kommentiert die Deutsche Bank den Vorgang.

Das Geldinstitut rückt damit erneut in den Fokus der US-Behörden. Im Frühjahr 2011 wurde die Bank bereits in einem Bericht des US-Senats für seine Rolle in der Finanzkrise kritisiert. Dabei wurde das größte deutsche Geldhaus als "Fallbeispiel" für die düsteren Machenschaften gebrandmarkt, die zum Kollaps des Finanzsystems führten.

Staatliche Bank unterstützt Klage

Nach SPIEGEL-Informationen "befürwortet" auch die Staatsbank KfW eine Betrugsklage gegen die Deutsche Bank. Auch dabei geht es um Immobilien-Wertpapiergeschäfte, sogenannte CDOs, in den USA.

CDO
Was sind CDOs?
Als Collateralized Debt Obligation, kurz CDO, bezeichnet man eine bestimmte Klasse Finanzprodukte. In CDOs werden zahlreiche Wertpapiere zu neuen Paketen zusammengeschnürt - Papiere mit hohem Ausfallrisiko werden dabei mit sichereren Anlagen kombiniert.
Wie setzen sie sich zusammen?
CDOs werden in drei Tranchen aufgeteilt: Senior, Mezzanine und Equity. Anleger können die unterschiedlichen Tranchen kaufen und erhalten, je nach Ausfallrisiko, unterschiedliche Zinsen. Das Ausfallrisiko steigt, da die Tranchen im Falle von Abschreibungen nacheinander bedient werden: Besitzer von Senior-Tranchen erhalten vor denen von Mezzanine-Tranchen ihr Geld zurück - und diese vor Besitzern der Equity-Tranche.
Kritik
CDOs sind in der Finanzkrise massiv in die Kritik geraten, denn sie lassen risikobehaftete Kreditforderungen wie sichere Investments aussehen. Zahlreiche Anleger fielen darauf herein.
Die Deutsche Bank hatte in den Jahren vor der Finanzkrise in großem Stil Wertpapiere aus US-Immobilienkrediten fabriziert, die rasant an Wert verloren und in der Folge zahlreiche Investoren in existentielle Schwierigkeiten brachten. Darunter auch die Düsseldorfer IKB Deutsche Industriebank, die schließlich mit über acht Milliarden Euro von der KfW vor dem Bankrott gerettet werden musste.

Ehemalige Zweckgesellschaften der IKB - rechtlich die Käufer der Papiere - mit dem Namen Loreley Financing haben deswegen bereits im Oktober in den USA eine Betrugsklage gegen die Deutsche Bank eingereicht und fordern 439 Millionen Dollar Schadensersatz plus Strafzahlungen. Im Erfolgsfall würde das Geld vor allem an die KfW fließen: "Wir sind sehr an Maßnahmen interessiert, die zu einer Verringerung unserer hieraus entstandenen Verluste führen können", heißt es in einer Stellungnahme.

Die Finanzaufsichtsbehörden machen sich aber offenbar ernste Sorgen wegen der vielen rechtlichen Auseinandersetzungen. Bei einem Treffen im Oktober mit Vorständen des Kreditinstituts in New York, verlangten die Finanzaufseher aus Deutschland, den USA und Großbritannien von der Deutschen Bank einen gesonderten Bericht zu den offenen US-Streitigkeiten, in dem die finanziellen Konsequenzen der offenen Rechtsstreitigkeiten quantifiziert werden sollen.

cte

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Forum - Welche Verantwortung trägt die Deutsche Bank für die Finanzkrise?
insgesamt 143 Beiträge
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1.
faxfxx930 28.01.2012
Zitat von sysopDie Spekulationen der Banken haben unter anderem dazu beigetragen, dass die Wirtschaftskrise erhebliche Ausmaße erreichen konnte. Wie sehr war die Deutsche Bank daran beteiligt?
In einem akademischen und elitären Umfeld in D. gilt der Neoliberalismus als Religion. Unter diesem fundamentalistischen gesichtspunkt ist die Deutsche Bank ein Prophet, ein Jünger, dem nachzueifern um dem Gott zu dienen, ein Muss ist, dem sich kein anderes Finanzinstitut in D. ja. in Europa entziehen konnte und kann. Diese Vorbildfunktion hat die Deutsche Bank schamlos - in ökonomistischer Weise ausgenutzt, und die Nachahmer gewissenlos abgezockt, indem noch nach dem Beginn der Krise Derivate und Zockerpapiere in hoher 3 stelligen Milliardenbeträge an die Nachahmner verkauft wurden ( natürlich auch an zockende Privatleute ). Die DB wurde vom amreikanischen Steuerzahler gerettet, die privaten Zocker sind leer ausgegangen und die anderen Banken, bis hin zu den Landesbanken werden immer noch vom Staat - dem Steuerzahler - gerettet. Die deutsche Bank ist eine Eiterbeule für die Gesellschsaft, aber eine Kreuzzugsarmee der Neoliberalismuses. faxfxx930
2.
pepper_pike 28.01.2012
Zitat von faxfxx930In einem akademischen und elitären Umfeld in D. gilt der Neoliberalismus als Religion. Unter diesem fundamentalistischen gesichtspunkt ist die Deutsche Bank ein Prophet, ein Jünger, dem nachzueifern um dem Gott zu dienen, ein Muss ist, dem sich kein anderes Finanzinstitut in D. ja. in Europa entziehen konnte und kann. Diese Vorbildfunktion hat die Deutsche Bank schamlos - in ökonomistischer Weise ausgenutzt, und die Nachahmer gewissenlos abgezockt, indem noch nach dem Beginn der Krise Derivate und Zockerpapiere in hoher 3 stelligen Milliardenbeträge an die Nachahmner verkauft wurden ( natürlich auch an zockende Privatleute ). Die DB wurde vom amreikanischen Steuerzahler gerettet, die privaten Zocker sind leer ausgegangen und die anderen Banken, bis hin zu den Landesbanken werden immer noch vom Staat - dem Steuerzahler - gerettet. Die deutsche Bank ist eine Eiterbeule für die Gesellschsaft, aber eine Kreuzzugsarmee der Neoliberalismuses. faxfxx930
Die deutsche Bank macht was eine Bank machen muss, Geld verwalten und vermehren, ihr den Sinn und Zweck das eigenen Daseins vorzuwerfen ist schändlich. Keiner wurde gezwungen Schrottpapiere zu kaufen, maßlose Gier in Verbindung mit maßloser Dummheit trieb die "Nachahmer" dazu diese Papiere zu kaufen, da wollten ABC-Schützen schlauer als der Lehrer sein. Eiterbeulen sind nur die Pleitebanken, Inkompetenz zum Quadrat, die Deutsche Bank hat den Markt von den Schwachmaten bereinigt, natürliche Auslese.
3. Die SubPrimes
tao chatai 28.01.2012
Zitat von faxfxx930Die Spekulationen der Banken haben unter anderem dazu beigetragen, dass die Wirtschaftskrise erhebliche Ausmaße erreichen konnte. Wie sehr war die Deutsche Bank daran beteiligt?
Wurden von der DB an EU Banken als Awiscenaendler verkauf die die Euro N Banken wederum als Colaterals/Sicherheit gegen Kredite bei der EZB abgaben. Da die EZB die einzige Zentralbank weltweit war die noch SubPrimes als Colaterals annahm,nachdem die FED und die BOE laut Times( siehe unten erster Link) den Handel mit SubPrime einstellten,kann ich mir so einige Wege vorstellen wie vor allem US Banken ihre SubPrimes vor allem in Europa los wurden.So gaaanz offen wie,darf man ja nicht schreiben ,also muss jeder den Schmalz zwischen seinen Ohren selber gebrauchen um die Vrantwortung der DB zu definieren. Last Wednesday, the European Central Bank injected (http://www.google.com.hk/search?q=Last+Wednesday%2C+the+European+Central+Bank+injected+%E2%82%AC442+billion+%28%C2%A3377+billion%29+of+new+cash+into+the+euro+money+markets&hl=zh-TW&source=hp&gbv=2&gs_sm=s&gs_upl=1613l26539l0l29443l13l13l0l6l0l0l291l1362l0.2.4l6l0&oq=Last+Wednesday%2C+the+European+Central+Bank+injected+%E2%82%AC442+billion+%28%C2%A3377+billion%29+of+new+cash+into+the+euro+money+markets&aq=f&aqi=&aql=) Ponzi scheme? Triangular debt scheme?] … the ECB has lent $1.5 trillion to the euro-area banks. But what have the euroland banks done with this new money? They have lent most of it straight to their governments. Indeed, the governments in Ireland, Greece, Portugal, Spain and Austria would long-since have gone bust had it not been for the willingness of the commercial banks in these struggling economies to buy unlimited quantities of government bonds with money borrowed from the ECB. And these [government] bond purchases have, in turn, been used as collateral for more ECB borrowings, which could be used to buy more government bonds. Posted in Commodities, Macro. By KS Fung August 10, 2009 Triangular debt scheme by ECB? – VicktorCapitalist (http://vicktorcapitalist.com/blog/?p=2049)
4.
faxfxx930 28.01.2012
Zitat von pepper_pikeDie deutsche Bank macht was eine Bank machen muss, Geld verwalten und vermehren, ihr den Sinn und Zweck das eigenen Daseins vorzuwerfen ist schändlich. Keiner wurde gezwungen Schrottpapiere zu kaufen, maßlose Gier in Verbindung mit maßloser Dummheit trieb die "Nachahmer" dazu diese Papiere zu kaufen, da wollten ABC-Schützen schlauer als der Lehrer sein. Eiterbeulen sind nur die Pleitebanken, Inkompetenz zum Quadrat, die Deutsche Bank hat den Markt von den Schwachmaten bereinigt, natürliche Auslese.
Ich nehme an, dass Sie nichts über das Wesen einer Religion wissen, und wie die psychologischen Funktionen sich darstellen. Sie haben auch sicher noch nichts von Religionsfanatikern gehört, die blindweg in den Tod gehen für die Religion. Dann wissen Sie auch nichts über den Zwang wem Propheten nachzueifern. Der Prophet, so glauben seine Jünger tue nie etwas falsches, oder etwas was ihnen schadet. Jeder vertraute darauf, dass die Deusche Bank ihre Geschäfte nicht dazu verwendete um die Anleger und Nachahmer ins Verderben zu schicken. Konnte ja auch jeder, weil keiner glaubte, dass der Prophet ein falscher war und ist. Es ist eben im Neoliberalismus so, dass der grössere Raubtierkapitalist den kleineren Raubtierkapitalisten frisst, ja fressen muss, denn das sind die Glaubengrundsätze. Eiterbeule ist lediglich die Deutsche Bank, die 120 Mrd. Dollar vom amerikanischen Steuerzahler erhalten hat, um sich dann zu brüsten, dass man kein Geld vom DEUTSCHEN Steuerzahler bekommen habe. Sie geben immerhin zu, dass die Deutschen Bank der Lehrer war. Ich sage, dass sie nicht nur der Prophet sondern der Drogendealer des Neoliberalismusses war und ist. faxfxx930
5. macht was eine Bank machen muss,
zins-bürger 28.01.2012
Zitat von pepper_pikeDie deutsche Bank macht was eine Bank machen muss, Geld verwalten und vermehren, ihr den Sinn und Zweck das eigenen Daseins vorzuwerfen ist schändlich. Keiner wurde gezwungen Schrottpapiere zu kaufen, maßlose Gier in Verbindung mit maßloser Dummheit trieb die "Nachahmer" dazu diese Papiere zu kaufen, da wollten ABC-Schützen schlauer als der Lehrer sein. Eiterbeulen sind nur die Pleitebanken, Inkompetenz zum Quadrat, die Deutsche Bank hat den Markt von den Schwachmaten bereinigt, natürliche Auslese.
Die Deutsche Bank macht das, was die Große Religion (alle großen Religionen !) vorgibt: die Macht und das Geld der 0,1 bis 1 % Adeligen, Mächtigen und Eliten zu mehren und zu verteidigen, damit diese ihren Himmel auf Erden haben mögen. für den Rest der Menschen ist der Trost auf das Jenseits vorbehalten, ansonsten haben sie zu gehorchen, zu arbeiten und den Ruhm der Mächtigen und ihrer Länder und religiösen Führer zu mehren.
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Zahlen und Fakten
Die Deutsche Bank ist das größte Geldinstitut Deutschlands und beschreibt sich selbst als "eine führende globale Investmentbank" mit starkem Privatkundengeschäft. Mehr als 80.000 Mitarbeiter gehören weltweit zu dem Konzern, der in 72 Ländern tätig ist. Die Bank, an deren Spitze Josef Ackermann steht, verdiente im Jahr 2010 nach Steuern 2,3 Milliarden Euro. Der bisherige Rekord lag im Geschäftsjahr 2007, als am Ende 6,5 Milliarden Euro unterm Strich standen.