Dubioser Deal: Aktionär will Schadensersatz von Investor Buffett

Erst ging Warren Buffett sein Kronprinz wegen eines dubiosen Aktiendeals flöten, nun bringt genau dieses Geschäft dem Star-Investor weiteren Ärger ein: Ein Aktionär seiner Investmentfirma verlangt Schadensersatz. Er sieht den Ruf des Unternehmens durch das zwielichtige Geschäft geschädigt.

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Investor Buffett: Kronprinz weg, Ärger da

Wilmington - Schon der Abgang seines potenziellen Nachfolgers war für Warren Buffett schmerzhaft. Doch noch mehr Ärger bereiten ihm die Umstände des Rücktritts von David Sokol. Dieser hatte Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway nach einem zwielichtigen Aktiendeal verlassen. Dieses Geschäft hat nun einen verärgerten Aktionär auf den Plan gerufen.

Der Teilhaber von Berkshire Hathaway Chart zeigenverlangt Schadensersatz und hat bei einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware Klage eingereicht, berichtete der Finanzdienstleister Bloomberg. Der Aktionär sehe durch die Vorkommnisse das Ansehen des Unternehmens beschädigt.

Hintergrund ist ein Aktiendeal von Buffetts ehemals engem Vertrauten David Sokol: Dieser hatte Buffett den Kauf der milliardenschweren Spezialchemiefirma Lubrizol empfohlen. Der Star-Investor befolgte seinen Rat und kaufte das Unternehmen für neun Milliarden Dollar. Das Pikante daran: Sokol hatte kurz zuvor auf eigene Rechnung knapp 100.000 Lubrizol-Aktien gekauft. Die stiegen schlagartig im Wert, als Buffett die Übernahme ankündigte. Der Verdacht des verbotenen Insiderhandels kam auf, Sokol trat zurück.

Der Finanzmanager selbst hatte betont, er habe sich nichts vorzuwerfen. Buffett erklärte, er habe Sokol nicht entlassen. Außerdem habe dieser seiner Ansicht nach bei dem Aktienkauf auch nicht gegen Gesetze verstoßen. Buffett hatte Lubrizol Mitte des Monats für neun Milliarden Dollar gekauft.

Rätseln über den Umschlag in Buffetts Büro

Nach dem Abgang Sokols ist völlig offen, wer die Nachfolge von Buffett antritt. Der Investor sagte einmal, der Name des Nachfolger sei in einem versiegelten Umschlag in seinem Büro hinterlegt. Bisher gingen die meisten Beobachter davon aus, dass der Umschlag den Namen Sokols enthält.

Dessen dubioses Geschäft könnte auch dem Ruf des 80-jährigen Buffetts schaden. Zeit seines Lebens forderte er höhere ethische Standards in der Wirtschaft und versuchte auch, dies vorzuleben. Sein Milliardenvermögen häufte er mit intelligenten Investitionen an, seine Fans gaben ihm deshalb den Spitznamen "Orakel von Omaha".

mmq/dpa

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