Ernteausfälle Biogashersteller befürchten "massive Probleme" durch Dürre

Die Trockenheit reduziert auch die Ernte von Pflanzen für die Biogasproduktion. Die Produzenten warnen vor existenzbedrohenden Szenarien.

Ein Traktor verteilt in Brandenburg Gärreste aus einer Biogasanlage
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Ein Traktor verteilt in Brandenburg Gärreste aus einer Biogasanlage


Die derzeitige Dürre beeinträchtigt auch Biogasproduzenten. Obwohl die Ernte noch nicht abgeschlossen sei, würden Ausfälle schon spürbar, teilte der Fachverband Biogas mit. "Die Ernte von Acker- und Wiesengras ist extrem unbefriedigend", sagte Geschäftsführer Stefan Rauh. "Wenn - wie befürchtet - die Trockenheit anhält, bekommen Anlagen auf Basis von Grünland massive Probleme." Auch bei Mais sei in vielen Fällen mit Ausfällen von mehr als 50 Prozent zu rechnen.

Die Betreiber der Biogasanlagen müssten sich Gedanken machen, wie und wann sie die vorhandenen Substratmengen einsetzten und ob alternative Substrate verfügbar seien. Möglich sei etwa, jetzt die Leistung zu drosseln und im Winter wieder hochzufahren, wenn der Bedarf an Wärme steige.

Wärme ist in Biogasanlagen ein Nebenprodukt der Stromerzeugung. "Klar ist aber auch, dass eine Drosselung mit massiven wirtschaftlichen Einbußen verbunden ist", sagte Rauh. Für die Produzenten seien existenzbedrohende Szenarien möglich.

Biogas entsteht aus Biomüll, Gülle und Mist, aber auch aus Pflanzen. Sie werden in Deutschland auf rund 1,4 Millionen Hektar angebaut, vor allem Mais und Gras.

dab/dpa

insgesamt 63 Beiträge
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willhelm.schmitz 03.08.2018
1. Überall....
Überall wird rumgejammert, den Bauern ist es zu trocken, den Biogasproduzenten auch, der Solarindustrie ist es zu heiss, die Braunkohlekraftwerke heizen auf Anschlag, bei der Bahn verbiegen sich die Gleise und oh Wunder, die Klimaanlagen sind auf diese Sommertemperaturen nicht vorbereitet und auch die Bundesautobahnen geben den Geist auf..... wie bauen die nur im Süden Europas funktionierende Autobahnen? Der Hintergrund all diesen Gejammeres ist jedoch ein ganz Einfacher.... die Verantwortlichen wittern das grosse Geld der Subventionszahlungen, jeder möchte ein Extra aus dem grossen überquellenden Steuertopf haben und da bietet sich momentan das Wetter als Argumentationsgrundlage geradezu an. Mein Tipp wäre, lasst alle die, die es nicht hinkriegen, einfach pleite gehen. Wer schludrig wirtschaftet, hat halt Pech gehabt....
wasistlosnix 03.08.2018
2. Ja Klar
in verregneten Jahren werden die Solarerzeuger unterstützt. in trockenen die Biogas Produzenten und in Windarmen die Windradbetreiber. Willkommen in der Planwirtschaft der Union.
84erstudent 03.08.2018
3.
Vielleicht nicht der schlechteste Schritt weg vom Einsatz von Lebensmitteln für die Energieversorgung wenn da der ein oder andere Konzern pleite geht. Diese stauverursachenden unangemeldeten Endloskonvois auf Landstraßen dürften dann auch schlagartig weniger werden. Hier wäre mal eine Gegenrechnung Energiemehrverbrauch und Zeitverlust der Allgemeinheit gegenüber Energiegewinn der einzelnen Interessant. Meiner Meinung nach dürfte die volkswirtschaftliche Gesamtbilanz wenn man Zeit- und mittelbaren Geldverlust der Allgemeinheit gegenrechnet negativ ausfallen.
knuty 03.08.2018
4.
Zitat von 84erstudentVielleicht nicht der schlechteste Schritt weg vom Einsatz von Lebensmitteln für die Energieversorgung wenn da der ein oder andere Konzern pleite geht. Diese stauverursachenden unangemeldeten Endloskonvois auf Landstraßen dürften dann auch schlagartig weniger werden. Hier wäre mal eine Gegenrechnung Energiemehrverbrauch und Zeitverlust der Allgemeinheit gegenüber Energiegewinn der einzelnen Interessant. Meiner Meinung nach dürfte die volkswirtschaftliche Gesamtbilanz wenn man Zeit- und mittelbaren Geldverlust der Allgemeinheit gegenrechnet negativ ausfallen.
Welche Lebensmittel sollen denn angeblich verwendet werden? Kann man Gülle trinken, Gras essen? Auch der hier wachsende Mais ist für den menschlichen Verzehr nicht so gut geeignet, da die Wachstumsperiode i.d.R. zu kurz ist. Und wenn an Stelle des Transports von Biomasse zu Biogasanlagen diese Biomasse zu Viehställen und/oder Lebensmittelfabriken gefahren wird, liegt der Unterschied worin genau?
watch15 03.08.2018
5. Hauptsache BIO!
Völlig egal ob wir Lebensmittel wie Mais vernichten .... Hauptsache die staatliche Förderung für die Biogasanlagen rollt! SPON kann ja mal recherchieren, wie diese Biogas-Großunternehmen in den letzten Jahren die Pachtpreise exorbitant in die Höhe getrieben haben. Ein Otto-Normal-Landwirt hat fast keine Möglichkeit mehr zu diesen Preisen landwirtschaftliche Flächen zu pachten. Mit seinen Kartoffeln schlägt er die staatlichen Förderungen halt nicht ... tja, hat er halt Pech gehabt! Also hin zur Monokultur ... nur noch Raps und Mais ... aber natürlich nur zur anschließenden "Verwertung" in den Biogasanlagen.
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