Borkenkäfer und Hitze Ministerin Klöckner verspricht Dürrehilfe auch für Waldbesitzer

Landwirte, Rheinschiffer und Waldbesitzer leiden unter der Trockenheit. Agrarministerin Klöckner hat den Forst-Eigentümern nun 25 Millionen Euro Hilfsgeld in Aussicht gestellt - für die FDP eine Farce.

Wald bei Seebach im Schwarzwald (Archiv)
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Wald bei Seebach im Schwarzwald (Archiv)


Das Geld ist für "Prävention und Anpassung auf Extremwetterlagen" im Wald gedacht: Nach der extremen Dürre diesen Sommer hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner in Boppard am Rhein den Waldbesitzern 25 Millionen Euro Dürrehilfe zugesagt. Die Mittel seien im Haushaltsausschuss des Bundestags verteilt auf fünf Jahre bewilligt worden.

Die CDU-Bundesvize erinnerte an die Sturmschäden im vergangenen Winter, die extremen diesjährigen Trocken- und Käferschäden sowie die Waldbrände. "Die Holzpreise sind stark gefallen", sagte sie vor Mitgliedern des Waldbesitzerverbandes für Rheinland-Pfalz. Laut Klöckner ist zudem das Bundesfinanzministerium wegen möglicher weiterer Erleichterungen bei der Einkommensteuer betroffener Waldbesitzer angefragt. Viele Neuanpflanzungen hätten die Dürre nicht überlebt, sagte Klöckner. Der Gesamtschaden für die Forstwirtschaft hänge auch vom künftigen Wetter ab und sei wohl erst 2019 genau zu beziffern.

FDP: Dürrehilfe reicht nur für Benzin der Kettensägen

Der neu gewählte Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Waldbesitzerverbandes, Christian Keimer, sprach mit Blick auf die neue Finanzhilfe von einem ersten Anfang. "Es gilt abzuwarten, wie sich die Folgen der katastrophalen Dürre im Jahr 2019 entwickeln, um zeitnah nachzubessern", sagte der Landeschef des Interessenverbands der nichtstaatlichen Waldbesitzer.

Die Borkenkäfer hätten sich extrem vermehrt, deshalb sei diesen Hitzesommer in Rheinland-Pfalz schon eine halbe Million Festmeter befallenes Holz eingeschlagen worden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern, sagte Keimer. Borkenkäfer bohren für die Eiablage Gänge in Rinde und Holz - vor allem bei Fichten. Von den Bundesländern erwartet der Waldbesitzerverband angesichts der Dürreschäden zudem einen zusätzlichen Förderanteil - mit dem die Hilfe auf bundesweit insgesamt mehr als 40 Millionen Euro aufgestockt werden könnte.

Das rheinland-pfälzische Forstministerium in Mainz begrüßte die angekündigte Dürrehilfe des Bundes. Sie sei jedoch "keine zureichende Antwort auf die dramatische Situation". Rheinland-Pfalz würde nur mit rund 265.000 Euro pro Jahr unterstützt. Geholfen würde damit auch lediglich dem Kommunal- und Privatwald - nicht aber dem Staatswald. Der forstpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Karlheinz Busen, kritisierte: "Die von Frau Klöckner angekündigten Dürrehilfen für Waldbesitzer reichen gerade einmal für das Benzin der Kettensägen."

apr/dpa



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