Rätselhafte Filiale in Los Angeles Das ist der Mann hinter "Dumb Starbucks"

Tagelang rätselten die Menschen in Los Angeles: Was hatte es bloß mit diesem neuen Café auf sich? "Dumb Starbucks" hieß es, sah aus wie das prominente Original und zog es doch offensichtlich durch den Kakao. Jetzt ist endlich klar, wer hinter der Aktion steckt.

AFP

Los Angeles - Am Freitag war er plötzlich da. Der Laden in Los Angeles sah aus wie Starbucks, hatte die gleichen Preistafeln, den gleichen Schriftzug, das gleiche Logo. Nur der Name des Cafés war um einen Zusatz ergänzt: "Dumb Starbucks" stand auf den Bechern und dem Firmenschild - "doofes Starbucks".

Vier Tage lang rätselten die Menschen im Café, auf Twitter und Facebook, wer hinter der Aktion stecken könnte. Wer war verantwortlich dafür, dass hier Kaffee und Tee gegen Spenden ausgegeben wurden? Dass sich meterlange Schlangen vor dem Laden bildeten und Leute teils mehrere Stunden Wartezeit in Kauf nahmen, nur um sagen zu können: "Ich war da"?

Das Magazin "Forbes" tippte auf den Graffiti-Künstler Banksy, andere vermuteten Moderator und Komiker Jimmy Kimmel hinter der Aktion, einige erhofften sich ein politisches Statement, für "The Hollywood Reporter" war Künstler Marc Horowitz der Verantwortliche. Seit Montag ist nun klar: Schuld ist Nathan Fielder.

Vor dem "Dumb Starbucks"-Laden hielt der kanadische Komiker eine Pressekonferenz ab. Erklärte zunächst, dass er den "amerikanischen Traum" lebe - und dass er das Café lediglich für seine TV-Sendung "Nathan For You" inszeniert hatte. Sie läuft auf dem Sender Comedy Central.

Alles ein Witz also. Zumindest für Fielder. Noch während er seine Rede hielt, kam das Gesundheitsamt vorbei und machte sein Café dicht. Es habe keine gültige Lizenz gegeben, schreibt die "Los Angeles Times".

Auch Starbucks selbst hat sich zu dem Vorfall geäußert. "Obwohl wir den Humor zu schätzen wissen, können sie nicht einfach unseren Namen benutzen. Er ist rechtlich geschützt", sagte Sprecherin Laurel Harper.

Sorgen macht sich Nathan Fielder darum wohl nicht. Er brauche keine Erlaubnis von Starbucks, sagte er auf der Pressekonferenz. "Indem wir das Wort 'doof' hinzufügen, machen wir uns über Starbucks lustig - und deshalb dürfen wir ihre Marke rechtlich nutzen." Das Café sei gar kein richtiges Café. Sondern vielmehr eine Galerie, die Getränke seien Kunst.

Er hoffe, das Café in Los Angeles werde "für immer" geöffnet sein, zitiert "USA Today" Fielder. Ein zweites will er demnach kommende Woche in Brooklyn aufmachen. Sagte er zumindest.

aar/AP



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Seite 1
a_beidel 11.02.2014
1.
so ein schwachsinn, die begründung, nur weil er "dumb" davorschreibt, einen weltweit geschützten markennamen zu benutzen, um selbst profit zu schlagen. auch wenn es nur durch einnahmen in seiner fernsehsendung geht, der name wird ausgenutzt, ohne lizenzgebühren zu zahlen. vermutlich wird er im komplett sinnfreien amerikanischen rechtssystem sogar noch recht bekommen.
hikage 11.02.2014
2. Quark
Zitat von a_beidelso ein schwachsinn, die begründung, nur weil er "dumb" davorschreibt, einen weltweit geschützten markennamen zu benutzen, um selbst profit zu schlagen. auch wenn es nur durch einnahmen in seiner fernsehsendung geht, der name wird ausgenutzt, ohne lizenzgebühren zu zahlen. vermutlich wird er im komplett sinnfreien amerikanischen rechtssystem sogar noch recht bekommen.
Es geht um Parodie und Kritik. Absolut sinnfrei wäre es, wenn Firmen jedesmal wenn sie namentlich erwähnt werden die Markenkeule auspacken könnten. Weit davon entfernt sind wir allerdings nicht mehr.
vantast64 11.02.2014
3. Vor vielen Jahren gab es einen Studentenstreik
an der Ruhr-Universität Bochum, wo Aktivisten das Motto "Lucky Streik" ausgaben, das aber recht schnell von der nach Geld süchtigen Zigarettenfirma verboten wurde.
shine31 11.02.2014
4. RE: Aktivisten das Motto "Lucky Streik" ausgaben
Zitat von vantast64an der Ruhr-Universität Bochum, wo Aktivisten das Motto "Lucky Streik" ausgaben, das aber recht schnell von der nach Geld süchtigen Zigarettenfirma verboten wurde.
Hmm, dass sich ausgerechnet "Aktivisten" davon abbringen lassen, zeugt nicht gerade von Elan. Zumal man die Nutzung einer Marke nur verbieten kann, wenn Verwechslungsgefahr besteht. Dass ein "Lucky Streik" einer studentischen Veranstaltung eben nicht mit der Zigarettenmarke "Lucky Strike" verwechselt werden kann, sollte doch wohl jedem einleuchten. Gabs da keine Juristen an der Ruhr-Uni?
commando involved again 11.02.2014
5.
Zitat von a_beidelso ein schwachsinn, die begründung, nur weil er "dumb" davorschreibt, einen weltweit geschützten markennamen zu benutzen, um selbst profit zu schlagen. auch wenn es nur durch einnahmen in seiner fernsehsendung geht, der name wird ausgenutzt, ohne lizenzgebühren zu zahlen. vermutlich wird er im komplett sinnfreien amerikanischen rechtssystem sogar noch recht bekommen.
Oh, das ist natürlich ein schweres Verbrechen. Wohingegen es völlig ok ist, eine ohnehin zur Verfettung neigende Bevölkerung mit Kalorienbomben zu vergiften. Wer Arbeitsplätze schafft, gehört zu den Guten™, egal, womit er das tut und wie er seine Angestellten ausbeutet.
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