Dumpinglohn-Offensive Gericht erlaubt Leih-Stewardessen bei der Lufthansa

Schlappe für die Arbeitnehmervertreter der Lufthansa: Das Arbeitsgericht in Frankfurt erlaubt dem Flugzeugkonzern den Einsatz von 200 Zeitarbeiterinnen als Stewardessen. Doch der Kampf ist noch nicht vorbei.

Lufthansa-Flugzeuge: Zeitarbeit über den Wolken
ddp

Lufthansa-Flugzeuge: Zeitarbeit über den Wolken


Frankfurt am Main - Die Lufthansa kann ihre umstrittenen Pläne zum Einsatz von Leih-Stewardessen vorerst weiterverfolgen. Das Arbeitsgericht Frankfurt wies am Mittwoch einen Antrag der Lufthansa-Personalvertretung auf eine einstweilige Verfügung ab. Damit sollte dem Unternehmen untersagt werden, in den Kabinen seiner Jets schlechter bezahlte Servicekräfte von Fremdunternehmen einzusetzen. Der Streit vor Gericht geht aber weiter. Das Arbeitnehmergremium will gegen die Entscheidung Beschwerde beim Landesarbeitsgericht einlegen.

Mit Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens am 3. Juni weitet die Lufthansa ihr Angebot ab Berlin deutlich aus. Das Unternehmen will mehr als 200 Leiharbeitskräfte dauerhaft einsetzen. Den Schritt begründet es mit Kostenvorteilen. Mit der Rekrutierung der neuen Kräfte, die nach dem Tarifvertrag für Zeitarbeit entlohnt werden sollen, wurde laut Personalvertretung bereits begonnen. Mitarbeiter wurden laut Lufthansa aber noch nicht ausgewählt.

Das Arbeitnehmergremium sieht in der Zusammenarbeit mit "Aviation Power", einem Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Technik und der Zeitarbeitsfirma Manpower, seine Mitbestimmungsrechte verletzt.

BMW erzielt Etappensieg

Auch BMW hat in einem Streit um den Einsatz von Leiharbeitern einen Etappensieg errungen. Das Arbeitsgericht in Leipzig hält den Einsatz von Leiharbeitern im örtlichen BMW-Werk für zulässig. Die Leipziger Entscheidung gilt zunächst für 33 von insgesamt 1100 Leiharbeitern bei dem Münchner Autobauer. BMW habe nicht gegen Gesetze und Bestimmungen verstoßen, sagte der Vorsitzende Richter Uwe Heymann.

Bis zum Juli verhandeln allerdings noch mehrere Kammern des Arbeitsgerichtes in zahlreichen Verfahren über die Beschäftigung von Leiharbeitern in der Leipziger Fabrik des Münchner Autobauers. Der Vorsitzende Richter betonte, andere Kammern des Gerichts könnten auch durchaus zu anderen Urteilen gelangen.

ssu/dpa



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