Verstoß gegen Mindestpreise Fahnder ermitteln gegen chinesische Solarfirmen

Sie sollen Produkte über Umwege und mit falschen Papieren nach Europa verschifft haben, um Importzölle zu umgehen: Mehrere chinesische Solarfirmen sind laut einem Pressebericht ins Visier von europäischen Fahndern geraten.

Solarfeld in China: Gefürchtete Konkurrenz aus Fernost
REUTERS

Solarfeld in China: Gefürchtete Konkurrenz aus Fernost


Mit Mindestpreisen für Solarzellen und -modulen aus China will die EU europäische Firmen vor Dumpingpreisen aus Fernost schützen. Doch offenbar haben chinesische Hersteller Wege gefunden, um diese Importzölle zu umgehen. Deutsche und europäische Behörden ermitteln laut "Süddeutscher Zeitung" ("SZ") deshalb gegen chinesische Solarfirmen. Involviert seien neben Zollbehörden und Staatsanwaltschaften auch das Bundesfinanzministerium und das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf), berichtete die "SZ".

Gemeinsam mit den EU-Fahndern hätten die deutschen Behörden mögliche Einfuhren von Solarpaneelen ermittelt, bei denen der Verdacht bestehe, dass Antidumpingzölle umgangen wurden, zitierte die Zeitung das Bundesfinanzministerium. "Die europäischen Behörden haben sehr viele Unternehmen benannt, die verdächtigt werden, an der Umgehung von Abgaben beteiligt zu sein." In Deutschland gebe es einen Verdacht gegen mindestens zwölf Firmen.

Wie die "SZ" unter Berufung auf Justizkreise berichtete, sollen etwa Module und Zellen aus China in Länder wie Malaysia und Taiwan verschifft und dort mit neuen falschen Papieren ausgestattet worden sein.

Seit 2013 müssen chinesische Hersteller ihre Produkte zu einem Mindestpreis in der EU verkaufen, nachdem sich die europäische Solarbranche gegen die Dumpingpreise aus Fernost zur Wehr gesetzt hatte. Die Auflagen laufen im Dezember aus, könnten aber verlängert werden.

mmq/Reuters

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ihatezensur 15.05.2015
1. typisch Politik
weil irgendwer vor x-Jahren mal gedacht hat, dass die Photovoltaikindustrie alle Arbeistplatzprobleme in Europa löst (aktuell grandiose 4.800 Arbeitsplätze bei den Photaikproduzenten in Deutschland), können sich trotz unsozialer Förderung nur etwa 30% der Gesellschaft diese teuren Dinger leisten. Hingegen bei Spielzeug, Werkezeugen etc. spielt die PAK-Belastung aus China-Billig-Produktion keine Rolle. Eigentlich sollte man ja dneken, besser Billig auf dem Dach als Scheisse in der Hand, aber so ist unsere Politik halt.
bazingabazinga 15.05.2015
2. Hat sich für China bald erledigt
Sobald der Hafen in Griechenland in chinesischer Hand ist und in Griechenland entsprechende Unternehmen aufgekauft werden, kann China die Produkte als "Einzelteile" kostengünstig in die EU bringen und am Ende sogar das Label "Made in EU" vergeben.
ellenbetti 15.05.2015
3. Danke eu
wirklich gut mitgedacht nur kommen die Zölle 10 Jahre zu spät und nützen heute keinem mehr da die gesamte Branche zusammengeklappt ist. Die Zölle sind ein Feigenblatt weil Kommissare lange und tief geschlafen haben. Jetzt zu handeln ist Schwachsinn denn Solar wird sich nie nie mehr erholen. Auch nicht mit einer gigantisch subventionierten super Fabrik ala Solarworld Planung. EU --- was wurde eigentlich aus den einheitlichen Ladenetzteilen ? Achso Apple will nicht. Na dann können wir ja einpacken. Nach ein Danke für die Energiesparlampe welche von der LED 6 Jahre später ( jetzt ) abgelöst wird. Jede Firma die so plant und es ausführt wie die EU muss pleite machen. Brüssel kann nicht pleite...wird ja subventioniert......
marcst 15.05.2015
4. Apple macht es bei den Netzteilen (fast) richtig!
Zitat von ellenbettiwirklich gut mitgedacht nur kommen die Zölle 10 Jahre zu spät und nützen heute keinem mehr da die gesamte Branche zusammengeklappt ist. Die Zölle sind ein Feigenblatt weil Kommissare lange und tief geschlafen haben. Jetzt zu handeln ist Schwachsinn denn Solar wird sich nie nie mehr erholen. Auch nicht mit einer gigantisch subventionierten super Fabrik ala Solarworld Planung. EU --- was wurde eigentlich aus den einheitlichen Ladenetzteilen ? Achso Apple will nicht. Na dann können wir ja einpacken. Nach ein Danke für die Energiesparlampe welche von der LED 6 Jahre später ( jetzt ) abgelöst wird. Jede Firma die so plant und es ausführt wie die EU muss pleite machen. Brüssel kann nicht pleite...wird ja subventioniert......
Wieso will Apple nicht? Im Gegenteil, die liefern mit jedem Tablet, Smartphone, MP3-Player und jeder Watch ein Netzteil mit welches eine USB-Buchse hat, wo man also ein beliebiges Ladekabel auch für Fremdfabrikate einstecken kann. Vorbildlich. Das einzige was man Apple vorwerfen könnte ist dass bei jedem Gerät immer bereits ein Ladegerät mitgeliefert wird, statt dass man entweder ein neues separat kauft oder aber sein altes verwenden kann. Dummerweise hat die EU aber nicht geregelt, dass ein Zwangs-Bundling von Gerät und Ladegerät verboten ist. Wie üblich, gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht. Beschweren Sie sich bei Ihrem EU-Abgeordneten.
karl-felix 15.05.2015
5. Wenn
Zitat von bazingabazingaSobald der Hafen in Griechenland in chinesischer Hand ist und in Griechenland entsprechende Unternehmen aufgekauft werden, kann China die Produkte als "Einzelteile" kostengünstig in die EU bringen und am Ende sogar das Label "Made in EU" vergeben.
dann die Stromgestehungskosten für Solarstrom auf unter 5 Cent/kWh sinken, soll mir das Recht sein . Kann der Welt nur gut tun . Denn "ein Land, das Solarenergie erzeugt , nimmt niemandem etwas weg". "Diesen wichtigen Vorteil für den Frieden und die Sicherheit in der Welt dürfen wir nicht unterschätzen . Wir brauchen eine Weltgemeinschaft für saubere Energie, um uns von der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und den damit verbundenen Sicherheitsrisiken zu befreien." ( So der französische Aussenminister L. Fabius, recht hat der Mann ) Unsere Erdgasvorräte sind zu Ende, unsere Steinkohleförderung ist eingestellt, der letzte Braunkohletagebau ist erschlossen und über Uran verfügen wir nicht mehr. Wir verfügen aber über ein Übermass an Sonne, Wasser,Wind,Geothermie und Biomasse. Ein Problem scheint mir nur die Bundesregierung , die mit beiden Beinen auf der Bremse beim EE Ausbau steht, nach einer Siemensstudie heisst das, dass mit dem Abschalten der letzten AKW der Strompreis um bis zu 7 Cent/kWh steigt, wenn die Regierung so weitermacht wie momentan, und keine Katastrophe geschieht.
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