Durchsuchungen bei MAN Kartellwächter nehmen Lkw-Hersteller ins Visier

Die EU-Kommission ermittelt gegen die Lastwagenhersteller MAN, Scania und Daimler wegen möglicher Preisabsprachen. In mehreren Ländern wurden Büros durchsucht. Bei Scania sollen Informationen unrechtmäßig weitergegeben worden sein.

Scania- und MAN-Lkw: Durchsuchungen in Büro-Räumen
DPA

Scania- und MAN-Lkw: Durchsuchungen in Büro-Räumen


München/Stockholm - Die Nutzfahrzeughersteller MAN Chart zeigen, Daimler Chart zeigen und Scania Chart zeigen sind in den Fokus der EU-Kartellbehörden geraten. Alle Unternehmen bestätigten am Dienstag, dass sie Ziel einer Untersuchung der EU-Kommission sind. Bei MAN seien Büros durchsucht worden, räumte ein Firmensprecher ein.

"MAN hat den Kartellbehörden der EU volle Kooperation zugesichert", sagte er. "MAN verfolgt eine strikte Compliance-Politik, die auch den Bereich des fairen Wettbewerbs umfasst."

Bei Scania dreht sich die Untersuchung nach eigenen Angaben um die unrechtmäßige Weitergabe von Informationen. Auch die Skandinavier haben ihre Zusammenarbeit mit den Behörden zugesagt. Der Volkswagen-Konzern ist Hauptaktionär bei Scania und MAN.

Die EU-Kommission teilte lediglich mit, sie gehe einem Kartellverdacht bei europäischen Lastwagenherstellern nach. Dafür wurden unangekündigt Räume von Firmen in mehreren Mitgliedsstaaten durchsucht.

Man vermute, dass die Unternehmen EU-Vorschriften zum Kartellverbot beziehungsweise dem Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung gebrochen hätten. Die Namen der betroffenen Firmen wurden nicht mitgeteilt

Im September vergangenen Jahres hatten bereits britische Kartellbehörden Räume des Lastwagenherstellers Daimler nahe London durchsucht und bei Scania und MAN schriftliche Anfragen gestellt. Dabei war es um mögliche Preisabsprachen gegangenen. Ob beide Fälle zusammenhängen, war zunächst unklar.

jok/Reuters/dpa-AFX



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hannovernews 18.01.2011
1. MAN hat aber auch noch mehr verlauten lassen
Hier http://www.autonews-123.de/man-gibt-stellungnahme-hinsichtlich-der-aufklarung-des-kartellverfahrens-gegen-mehrere-europaische-lkw-hersteller-ab/ gibts die Stellungnahme von MAN zum Kartellverfahren. Ich bin mal gespannt, was da noch alles rauskommen wird.
kritiker111 18.01.2011
2. Naja....
Es ist schon seltsam dass die "EU-Wächter" immer da auftauchen, wo sie abkassieren können - weil der Moloch EU Gelder verschlingt, dass einem übel werden kann. Dem Bürger sind derartige "Kartell-Verstöße" eigentlioch egal - denn es betrifft ihn nicht und er hat auch nichts davon, wenn gegen Unternehmen wie MAN etc. Strafen verhängt werden! Seltsamerweise sieht aber die "sittenstrenge" EU im Bereich der Energieversorger, Mineralölfirmen oder Banken keinerlei Kartell-Verstöße! Egal wie und wo und wie oft man da angeblich prüft und untersucht! Naja, unsere deutschen Kartellwächter sind ja auch bei diesen Giganten mehr hilf- als machtlos! Und genau das sind die Preisabsprachen, die Kartell-Verstöße, die den Bürger interessieren - denn diese Verstöße kosten ihn tagräglich eine Menge Geld! Aber wo eine gute Lobby in Berlin oder Brüssel agiert, wo die Parteispenden fließen, da haben die Kartell-Wächter stets verbundene Augen! Ein Schuft, der Böses dabei denkt!
der_rookie 19.01.2011
3. Werden Sie reich.
Zitat von kritiker111Es ist schon seltsam dass die "EU-Wächter" immer da auftauchen, wo sie abkassieren können - weil der Moloch EU Gelder verschlingt, dass einem übel werden kann. Dem Bürger sind derartige "Kartell-Verstöße" eigentlioch egal - denn es betrifft ihn nicht und er hat auch nichts davon, wenn gegen Unternehmen wie MAN etc. Strafen verhängt werden! Seltsamerweise sieht aber die "sittenstrenge" EU im Bereich der Energieversorger, Mineralölfirmen oder Banken keinerlei Kartell-Verstöße! Egal wie und wo und wie oft man da angeblich prüft und untersucht! Naja, unsere deutschen Kartellwächter sind ja auch bei diesen Giganten mehr hilf- als machtlos! Und genau das sind die Preisabsprachen, die Kartell-Verstöße, die den Bürger interessieren - denn diese Verstöße kosten ihn tagräglich eine Menge Geld! Aber wo eine gute Lobby in Berlin oder Brüssel agiert, wo die Parteispenden fließen, da haben die Kartell-Wächter stets verbundene Augen! Ein Schuft, der Böses dabei denkt!
1. Dem Bürger sollten Kartellverstöße nicht egal sein. Denn egal wo in der Wirtschaft Kartelle zu überhöhten Preisen führen leidet der Verbraucher: Teurere LKW = Teurere Transporte von Gütern = Höhere Ladenpreise. Außerdem sollte der Bürger froh sein, dass sich die EU da zum Teil finanziert und dieser Teil des EU Haushalts nicht über Steuern finanziert werden muss (Deutschland ist größter EU Zahler und Einkommenssteuern der Bürger sind die größte Steuerquelle unseres Staates) 2. Bei Energieversorgern ist auf Grund einer nationalen Marktstruktur nicht das EU, sondern deutsche Kartellamt zuständig. Und die haben die Energieversorger gerade sehr aufwändig untersucht. Die haben denen aber (leider) nichts nachweisen können. Ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass es bei Energieversorgern Preisabsprachen gibt. In jedem Internetvergleichsrechner kann ich sehen wie viel billigere Angebote es gibt als die Standardtarife der Regelversorger. Trotzdem sind die Masse der Deutschen zu faul/blöd/... zu wechseln. Bei solchen Kunden brauche ich kein Kartell. Da setze ich selber einfach meine Preise auch ohne Absprache hoch an. Und das ist in einer Marktwirtschaft erlaubt. Dasselbe gilt für Banken. Ich rate Ihnen aber etwas anderes: Bei Energieversorgern und Banken gab es in den letzten 20 Jahren genügend Leute denen aus ethischen Gesichtspunkten das Angebot nicht reichte und die Ihre eigenen Stromanbieter / Banken gegründet haben (Naturstrom, Lichtblick, Ökobank / ...). Die Gründer waren zum Großteil Idealisten mit sehr begrenztem Anfangskapital. Dieser Weg steht Ihnen auch offen. Wenn Sie wirklich meinen, dass Banken und Co Sie nur abzocken, dann spielen Sie doch dasselbe Spiel. Sie sind frei. Suchen Sie Mitstreiter und werden Sie Unternehmer. Tun Sie gutes für die anderen Kunden und werden Sie reich.
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