Deutsche-Bank-Tochter DWS startet schwach an der Börse

Während an der Börse die Angst vor einem Handelskrieg grassiert, feiert die Deutsche-Bank-Tochter DWS ihr Debüt. Kein gutes Timing, wie sich zeigt.

Nicolas Moreau und Finanzchefin Claire Peel
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Nicolas Moreau und Finanzchefin Claire Peel


Der Vermögensverwalter DWS ist schwach an der Börse gestartet. Der Einstiegskurs der Aktie lag mit 32,55 Euro nur fünf Cent über dem Ausgabepreis. Zeitweise fiel das Papier sogar unter seinen ersten Verkaufspreis.

Damit konnte sich die DWS-Aktie nicht vom Abwärtstrend an den Börsen abkoppeln. Der Deutsche Aktienindex Dax gab vor dem Wochenende aus Sorge vor einem Handelskrieg um zwei Prozent nach. Die Aktie der Deutschen Bank war mit einem Minus von vier Prozent größter Verlierer in dem Auswahlindex.

Mit dem Börsengang ihrer Fondstochter hat die Deutsche Bank ein Etappenziel auf ihrem Sanierungskurs erreicht. DWS-Chef Nicolas Moreau verspricht sich einen Schub für den Vermögensverwalter.

Starkes Interesse bei Privatanlegern

Ungewöhnlich starken Zuspruch fanden die DWS-Anteilsscheine bei Privatanlegern. An sie seien mehr als zehn Prozent der Aktien zugeteilt worden, sagte ein Sprecher. In den vergangenen Jahren hatten Privatinvestoren oft nur ein Prozent des Volumens von Neuemissionen ausgemacht.

Deutsche-Bank-Vorstand Karl von Rohr, der als Aufsichtsratschef über die DWS wachen soll, zeigte sich trotz des schwachen Debüts "sehr zufrieden". Eine Absage des Börsengangs sei nicht infrage gekommen.

Auf dem Niveau des Ausgabepreises sei die Emission fast drei Mal überzeichnet gewesen, hieß es in Finanzkreisen. Die Option, das Aktienangebot bei entsprechender Nachfrage aufzustocken, nutzte die Deutsche Bank dennoch nicht. Der Konzern warf statt 25 Prozent nur 22,25 Prozent der Anteile auf den Markt und begnügte sich zudem mit einem deutlich geringeren Emissionserlös: Statt der ursprünglich erhofften zwei Milliarden Euro wurden es 1,4 Milliarden Euro.

Die Deutsche Bank kann das Geld gut brauchen. Finanzvorstand James von Moltke hatte erst am Mittwoch die Investoren mit dem Hinweis auf ein schwieriges erstes Quartal im wichtigen Kapitalmarktgeschäft geschockt. Der Kurs der Deutschen Bank rutschte in der Folge auf den niedrigsten Stand seit November 2016 ab - damals wurde über die Zukunftsfähigkeit des Instituts spekuliert.

Das Institut hat drei Verlustjahre in Folge hinter sich. Investoren werden zunehmend unruhig und fordern von Konzernchef John Cryan bessere Ergebnisse. Mit dem DWS-Börsengang kann Cryan nun zumindest eines seiner Großprojekte abschließen.

brt/dpa/Reuters

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