Cum-Ex-Geschäfte Ermittler durchsuchen DZ Bank

Kaum bemerkt gab es eine Razzia bei der DZ-Bank, weil vier Händler umstrittene Aktiengeschäfte getätigt haben sollen. Bei der Aufklärung arbeitet das Institut bereits mit Ermittlern zusammen, doch das schien nicht auszureichen.

DZ Bank in Frankfurt (Archiv)
DPA

DZ Bank in Frankfurt (Archiv)


Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat die DZ-Bank durchsucht. Grund sind umstrittene Aktiengeschäfte von Händlern des genossenschaftlichen Spitzeninstituts.

Eine Banksprecherin bestätigte die Durchsuchung. Demnach waren am 11. Juli zwei Dutzend Ermittler wegen Aktiengeschäften im Einsatz. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen vier Börsenhändler. Dem Staat soll durch diese Börsengeschäfte ein Schaden von 131 Millionen Euro entstanden sein. Das Institut hat eigenen Angaben zufolge einschließlich Zinsen inzwischen insgesamt 149 Millionen Euro an die Staatskasse gezahlt, um diesen Schaden auszugleichen.

Bei den umstrittenen Steuerdeals wurden Aktien mit (lateinisch: cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch rund um den Dividendenstichtag eines Unternehmens rasch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Bescheinigungen über Kapitalertragsteuer ließen sich die Beteiligten mehrfach ausstellen - obwohl diese nur einmal gezahlt wurde.

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Cum und Ex: Vereinfachtes Modell eines Dividendendeals

Das Bundesfinanzministerium hat dieses Steuerschlupfloch 2012 nach Milliardenausfällen geschlossen und pocht darauf, dass die Deals bereits zuvor illegal gewesen seien. Bundesweit laufen etliche Ermittlungen, die viele Banken aus dem In- und Ausland betreffen.

Bei der DZ Bank deckten die Finanzbehörden mutmaßlich kriminelle Deals bei einer Prüfung im Jahr 2013 auf. Man habe das Thema sehr frühzeitig aufgearbeitet und den Behörden Berichte zur Verfügung gestellt, sagte die Sprecherin. "Die Bank kooperiert vollumfänglich." Diese Berichte reichten den Ermittlern aber offenbar nicht aus, weshalb es nun zu der Razzia bei der DZ Bank kam.

Zwei der vier Händler habe die DZ Bank schon vor Längerem fristlos gekündigt. Von ihnen verlangt die Bank eigenen Angaben zufolge Schadenersatz. Bei den anderen beiden Verdächtigen soll eine Trennung rechtlich bisher nicht möglich gewesen sein. Sie sollen aber längst in anderen Bereichen arbeiten. Die DZ Bank hat ihren Angaben zufolge den Handel mit Aktien auf eigene Rechnung bereits 2012 eingestellt.

brt/dpa/Reuters

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