E-Autos EU-Kommission will europäische Batteriefabriken fördern

Autobauer und Zulieferer sollen in Europa große Batteriefabriken hochziehen, fordert die EU-Kommission. Nur so könnten europäische Hersteller sicherstellen, dass auch sie stets Zugriff auf die aktuellste Technik haben.

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Die EU-Kommission hat die Autoindustrie zu mehr Elan in Sachen Elektroautos aufgerufen. Die Forderung: Hersteller und Zulieferer sollen in Europa große Fabriken für Elektroautobatterien bauen . "Wir brauchen mehr als zehn Gigafactories in Europa", sagte EU-Energiekommissar Maros Sefcovic nach einem Treffen mit Vertretern der Industrie und einigen Mitgliedsländern. "Wir in Europa wollen nicht nur auf unserem eigenen Markt wettbewerbsfähig sein, sondern weltweit."

Sefkovic sagte, die Kommission wolle dafür sorgen, dass die Mitgliedstaaten den Batteriesektor in einem gewissen Umfang unterstützen dürften. Noch im Februar wolle die Kommission eine Strategie vorlegen. Man müsse bis Mitte des nächsten Jahrzehnts hundert Gigawattstunden Produktionskapazität bereitstellen, weil ab dann die Nachfrage nach Elektroautos anziehen werde, forderte der Kommissar. Der Markt für die Energiespeicher dürfte 250 Milliarden Euro groß werden - was etwa der Größe der Wirtschaft von Dänemark entspricht.

Zum "Batteriegipfel" in Brüssel hatte die EU-Kommission über 40 Firmenvertreter aus der Auto-, Chemie- und Technologiebranche eingeladen. Ziel des Treffens, das bereits zum zweiten Mal stattfand, ist, den Rückstand Europas zu den bei Batteriezellen für E-Autos führenden Herstellern wie Panasonic, LG oder Samsung aus Asien aufzuholen.

Laut Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig sehen einige Branchenvertreter die derzeitigen Batterien als Massenware, die man rund um die Welt kaufe. Die Einschätzung sei aber naiv, wenn Batterien wirklich zum wichtigen Unterscheidungsmerkmal zwischen den Marken werden, sagte Machnig. "Dann könnten auch führende Hersteller wie Mercedes nicht sicher sein, dass sie stets Zugriff auf die neueste Technologie haben." Zudem sei es wichtig, dass Europa bei Festlegung der neuen Standards mit am Tisch sitze.

Derzeit ist die deutsche Autoindustrie beim Thema Batterien zurückhaltend. Volkswagen prüft, ob eine eigene Entwicklung und Produktion von Batteriezellen für Elektroautos wirtschaftlich wäre. Dazu baut der Konzern derzeit in Salzgitter eine Pilotanlage auf. Der weltgrößte Autozulieferer Bosch verwies zuletzt auf Risiken. Um bis 2030 einen Marktanteil von 20 Prozent zu erreichen, müsse man 20 Milliarden Euro für Fertigungskapazitäten in die Hand nehmen, hatte Bosch-Chef Volkmar Denner gesagt. Doch Prognosen zu Technik und Markt seien mit hoher Unsicherheit behaftet. Auch hätten die etablierten fünf Anbieter aus Asien, die sich heute den Markt aufteilten, bereits "starke Wettbewerbsvorteile".

mmq/Reuters/dpa

insgesamt 39 Beiträge
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zeichenkette 12.02.2018
1. Ja dann...
Ist genauso wie damals mit Siemens: Die haben ja ihre gut aufgestellte Handy-Branche aufgegeben, weil sich damit angeblich kein Geld verdienen ließe und der Markt so unberechenbar sei. Und ein paar Jahre später haben Apple und Google damit unzählige Milliarden verdient und den unberechenbaren Markt berechenbar gemacht, indem sie ihn einfach in beide Hände genommen haben. Genau dasselbe tun gerade die deutschen Autohersteller bzw. tun es gerade nicht. Dieses verdammte Land ist nur noch sein eigenes Gespenst und verdient alles, was ihm widerfahren wird. Denn die Bevölkerung ist auch nicht besser, die können auch nur meckern und sich sträuben und sich wünschen, dass alles so bleibt wie es in ihren Träumen einmal war.
mit66jahren 12.02.2018
2. Ein Geniestreich ist nötig und nicht Steuergeld Herr Machnik
Die wirtschaftliche Vernunft spricht gegen eine europäische Akkufertigung im großen Stil. BMW beispielsweise möchte vor der Errichtung eigener Batteriefabriken erst die nächste Akkugeneration abwarten. Technischer Fortschritt lässt sich nicht immer erzwingen, auch nicht mit dem Geld des Steuerzahlers. Manchmal ist ein Geniestreich nötig, um eine Hürde zu überwinden. Und ein solcher kann in einem stillen Kämmerchen passieren.
betonklotz 12.02.2018
3. Die Förderung sollen sie mal schön bleiben lassen
Wenn es sich lohnt werden die Hersteller schon von sich aus Fabriken bauen. Ansonsten läuft es nur darauf hinaus Steuergelder an Konzerne durchzureichen. Außerdem ist die Elektromobilität nicht das großs Ding, zu dem sie manche hochjubeln wollen. Da wo sie Sinn macht, nämlich im Kurzstreckensektor kommt das ganze schon von selbst ins rollen. Was die EU sinnvoll machen kann, ist einen regulatorischen Rahmen schaffen, also Normen für z.B. Stecker und sonstige technische Details.
goethestrasse 12.02.2018
4. von oben befohlener Wahnsinn
Ebenso wie die Energiewende. Bezahlen soll das undurchdachte System der Autofahrer. Dem werden keine Alternativen mehr bleiben. Wer schon im Umland der Städte nicht auf das Auto verzichten kann, ohne viel Zeit zu verlieren, der ist auf dem Land total aufgeschmissen. Die Energiebilanz und die Vefügbarkeit sowie Haltbarkeit von Elektrobatterien ist gruselig. Aber egal. Merkel will es so.
tatsache2011 12.02.2018
5. Lebensdauer
Zitat von goethestrasseEbenso wie die Energiewende. Bezahlen soll das undurchdachte System der Autofahrer. Dem werden keine Alternativen mehr bleiben. Wer schon im Umland der Städte nicht auf das Auto verzichten kann, ohne viel Zeit zu verlieren, der ist auf dem Land total aufgeschmissen. Die Energiebilanz und die Vefügbarkeit sowie Haltbarkeit von Elektrobatterien ist gruselig. Aber egal. Merkel will es so.
Haben Sie Belege? Die Batterien halten 8 Jahre, sagen die E-Auto-Hersteller Dann haben sie noch 80% und werden als stationäre Batterien für PHotovoltaik im Haus eingesetzt.
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