New York - Das Justizministerium hat neben Apple fünf große Verlage im Visier. Sie sollen sich mit illegalen Preisabsprachen bei E-Books gegen die Billigangebote des Online-Händlers Amazon geschützt haben. Als Konsequenz hätten die Verbraucher für E-Books "Dutzende Millionen Dollar zusätzlich" zahlen müssen, heißt es in der Klageschrift.
Der Schritt hatte sich bereits angedeutet. Das US-Justizministerium durchleuchtet seit Monaten den Markt der E-Books. Die Wettbewerbshüter kritisieren, dass die Verlage in Absprache mit Apple die Preise für Titel bestimmen, die im konzerneigenen iTunes-Store angeboten werden. Anders als in Deutschland gibt es in den USA keine Buchpreisbindung. Das hatte insbesondere Amazon ausgenutzt und elektronische Bücher zu Kampfpreisen angeboten - zum Missfallen der Verlage.
Der nun in New York eingereichten Klage zufolge wird den Unternehmen "Verschwörung zur Begrenzung" des Preiswettbewerbs vorgeworfen. Dadurch sei es Amazon erschwert worden, E-Bücher verbilligt anzubieten. Vor dem Verkaufsstart des iPad von Apple hatte Amazon, Anbieter des E-Book-Readers Kindle, die elektronischen Ausgaben vieler Bestseller für den Preis von 9,99 Dollar verkauft.
Mit dem Erscheinen des iPad im Jahr 2010 setzte Apple ein neues Preissystem für E-Bücher durch. Das funktioniert so: Der Verlag ist der Verkäufer, er setzt die Preise fest. Apple stellt nur seine Plattform für den Handel bereit und wickelt Zahlungen ab, dafür nimmt der Konzern 30 Prozent des Umsatzes. In der Folge stiegen die Preise für E-Books. Amazon musste die Konditionen mit den Verlegern neu aushandeln.
Auch die EU-Kommission ermittelt seit Dezember offiziell gegen dieselbe Gruppe aus Verlagen und Apple. Auch hier lautet der Verdacht auf Kartellbildung. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, drohen den Unternehmen in Europa hohe Geldbußen. Absprachen zum Schaden von Verbrauchern sind in der EU ebenso wie in den USA streng verboten. In den Vereinigten Staaten hatten Kunden zudem eine der gefürchteten Sammelklagen eingereicht.
stk/AFP/dpa-AFX
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