Wirtschaft


Teure E-Books: USA verklagen Apple wegen Preisabsprachen

Das US-Justizministerium geht rabiat gegen Apple und mehrere große Verlage vor. Die Kartellwächter vermuten illegale Preisabsprachen bei elektronischen Büchern, die vor allem dem Elektronikgiganten nützen. Hat die Klage Erfolg, dürfte sich vor allem der Apple-Konkurrent Amazon freuen.

Neues iPad 3: Apple versucht, ein neues Preissystem durchzudrückenZur Großansicht
Matthias Kremp

Neues iPad 3: Apple versucht, ein neues Preissystem durchzudrücken

New York - Das Justizministerium hat neben Apple fünf große Verlage im Visier. Sie sollen sich mit illegalen Preisabsprachen bei E-Books gegen die Billigangebote des Online-Händlers Amazon geschützt haben. Als Konsequenz hätten die Verbraucher für E-Books "Dutzende Millionen Dollar zusätzlich" zahlen müssen, heißt es in der Klageschrift.

Der Schritt hatte sich bereits angedeutet. Das US-Justizministerium durchleuchtet seit Monaten den Markt der E-Books. Die Wettbewerbshüter kritisieren, dass die Verlage in Absprache mit Apple die Preise für Titel bestimmen, die im konzerneigenen iTunes-Store angeboten werden. Anders als in Deutschland gibt es in den USA keine Buchpreisbindung. Das hatte insbesondere Amazon ausgenutzt und elektronische Bücher zu Kampfpreisen angeboten - zum Missfallen der Verlage.

Der nun in New York eingereichten Klage zufolge wird den Unternehmen "Verschwörung zur Begrenzung" des Preiswettbewerbs vorgeworfen. Dadurch sei es Amazon erschwert worden, E-Bücher verbilligt anzubieten. Vor dem Verkaufsstart des iPad von Apple hatte Amazon, Anbieter des E-Book-Readers Kindle, die elektronischen Ausgaben vieler Bestseller für den Preis von 9,99 Dollar verkauft.

Mit dem Erscheinen des iPad im Jahr 2010 setzte Apple ein neues Preissystem für E-Bücher durch. Das funktioniert so: Der Verlag ist der Verkäufer, er setzt die Preise fest. Apple stellt nur seine Plattform für den Handel bereit und wickelt Zahlungen ab, dafür nimmt der Konzern 30 Prozent des Umsatzes. In der Folge stiegen die Preise für E-Books. Amazon musste die Konditionen mit den Verlegern neu aushandeln.

Auch die EU-Kommission ermittelt seit Dezember offiziell gegen dieselbe Gruppe aus Verlagen und Apple. Auch hier lautet der Verdacht auf Kartellbildung. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, drohen den Unternehmen in Europa hohe Geldbußen. Absprachen zum Schaden von Verbrauchern sind in der EU ebenso wie in den USA streng verboten. In den Vereinigten Staaten hatten Kunden zudem eine der gefürchteten Sammelklagen eingereicht.

stk/AFP/dpa-AFX

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insgesamt 25 Beiträge
PrinzEisenerz 11.04.2012
etwas überhoben - das macht jetzt bestimmt jeden iFanboy zum Antiamerikaner ;) Nicht auszudenken, was das für Folgen haben mag !
Zitat von sysopDas US-Justizministerium geht rabiat gegen Apple und mehrere große Verlage vor. Die Kartellwächter vermuten illegale Preisabsprachen bei elektronischen Büchern, die vor allem dem Elektronikgiganten nützen. Hat die Klage Erfolg, dürfte sich vor allem der Apple-Konkurrent Amazon freuen. Teure E-Books: USA verklagen Apple wegen Preisabsprachen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,826993,00.html)
etwas überhoben - das macht jetzt bestimmt jeden iFanboy zum Antiamerikaner ;) Nicht auszudenken, was das für Folgen haben mag !
hdudeck 11.04.2012
viel Freunde unter den Steuerzahler (und die sind mehr als I-Benutzer) Da die Busse nach Jahresumsatz berechnet wird, werden da schnell grosse Summen faellig. Entlastet den Haushalt, vielen vielen Dank, weiter so.
Zitat von PrinzEisenerzetwas überhoben - das macht jetzt bestimmt jeden iFanboy zum Antiamerikaner ;) Nicht auszudenken, was das für Folgen haben mag !
viel Freunde unter den Steuerzahler (und die sind mehr als I-Benutzer) Da die Busse nach Jahresumsatz berechnet wird, werden da schnell grosse Summen faellig. Entlastet den Haushalt, vielen vielen Dank, weiter so.
gromit251 11.04.2012
Ich verstehe den Vorwurf nicht, nicht nach dem Artikel. Verlage verkaufen hierzulande Bücher zu einem HAP (Händlerabgabepreis) von 60% vom Ladenpreis. Der Buchhändler schlägt also 40% auf. (Zumindest in der Theorie). Apple [...]
Ich verstehe den Vorwurf nicht, nicht nach dem Artikel. Verlage verkaufen hierzulande Bücher zu einem HAP (Händlerabgabepreis) von 60% vom Ladenpreis. Der Buchhändler schlägt also 40% auf. (Zumindest in der Theorie). Apple verlangt 30% - "Vermittlungsgebühr" aber die Preise der Bücher machen die die Verlage. Wie Amazon da Kampfpreise machen kann wird von Ihnen nicht erklärt, jedenfalls sind doch die E-Bücher im Verhältnis zum technischen und Distributions-Aufwand immer unverschämt teuer. Auch Amazon muss die Rechte kaufen, meistens von Verlagen, aber immer öfter auch von Autoren. Wahrscheinlich wollen sich die Verlage ihr Ladengeschäft nicht kaputt machen. Wer kauft schon ein digitales Buch zum Preis einer Druckausgabe. Das lohnt sich mE allenfalls für Sachbücher, Nachschlagewerke etc. Das eigentliche Problem sehe ich eher bei den armen AutorInnen, die Verlage versuchen doch regelmässig die E-Book Rechte mit in die Buchverträge zu verwursten und die Autoren dann mit dem gleichen billigen Prozentsatz abzuspeisen. Dabei liegt das Buch vor dem Druck bereits digital vor, es ist nur ein minimaler Aufwand daraus ein EBook zu machen, keine Papierkosten, kaum Werbeaufwand, keine Vertreterkosten, geringster Kapitalaufwand usw. Dass also Verlage überteuerte E-Books verkaufen ist ein Skandal, schlecht für die AutorInnen, schlechte für die Leser, aber was Apple damit zu tun haben soll wird mir nach wie vor nicht klarer.
Ha.Maulwurf 11.04.2012
Apple ist - das muss man ganz klar sagen - das neue Microsoft. Nur schlimmer. Die Hassreden von Steve Jobs, die Hetze gegen Konkurrenten, Patentkriege, menschenverachtende Arbeitsbedingungen in den Apple-Fabriken und [...]
Zitat von sysopDas US-Justizministerium geht rabiat gegen Apple und mehrere große Verlage vor. Die Kartellwächter vermuten illegale Preisabsprachen bei elektronischen Büchern, die vor allem dem Elektronikgiganten nützen. Hat die Klage Erfolg, dürfte sich vor allem der Apple-Konkurrent Amazon freuen.
Apple ist - das muss man ganz klar sagen - das neue Microsoft. Nur schlimmer. Die Hassreden von Steve Jobs, die Hetze gegen Konkurrenten, Patentkriege, menschenverachtende Arbeitsbedingungen in den Apple-Fabriken und natürlich Behinderung des Marktes. Dazu kommen die vielen Sicherheitsprobleme bei Apple-Software und die ungezählten Defekte der "Premium"-Geräte. Wer als Kunde immer noch bei Apple einkauft, macht sich in vielerlei Hinsicht mitschuldig. Das US-Justizministerium sollte hart durchgreifen und den Konzern zerschlagen. Wenn es sein muss, in tausend Einzelteile.
RIFU 11.04.2012
Es wird nicht mehr lange dauern, bis sich die ersten "Jünger des heiligen Steve" vor US-Botschaften & Konsulaten aus Protest in die Luft sprengen oder selbst anzünden. Wahrscheinlich gibt`s nächste Woche schon [...]
Zitat von PrinzEisenerzetwas überhoben - das macht jetzt bestimmt jeden iFanboy zum Antiamerikaner ;) Nicht auszudenken, was das für Folgen haben mag !
Es wird nicht mehr lange dauern, bis sich die ersten "Jünger des heiligen Steve" vor US-Botschaften & Konsulaten aus Protest in die Luft sprengen oder selbst anzünden. Wahrscheinlich gibt`s nächste Woche schon die dafür passende App im Applestore, mit direktem Link zu Facebook, Twitter, Flickr etc.
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  • Mittwoch, 11.04.2012 – 19:08 Uhr
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Amazons Weg ins Verlagsgeschäft
2006 stieg der Online-Konzern mit CreateSpace ins digitale Buchdruckgeschäft ein, zunächst als typisches Angebot für Selbstverleger (Print on Demand). Interessant wurde das Geschäft, nachdem ein On-Demand-Service für Verlage folgte: zahlreiche Verlagshäuser bieten ihr Backprogramm inzwischen nur noch on demand an ("Powered by Amazon").




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