Sanktionen wegen Krim-Krise E.on-Chef fürchtet um Partnerschaft mit Russland

Der Chef des größten deutschen Stromerzeugers E.on lehnt weitere Strafmaßnahmen gegen Russland ab. Man dürfe die Zusammenarbeit mit dem Land nicht "leichtfertig aufs Spiel zu setzen", sagte Johannes Teyssen dem SPIEGEL.

E.on-Chef Teyssen: Gas wurde nie als strategische Waffe eingesetzt
DPA

E.on-Chef Teyssen: Gas wurde nie als strategische Waffe eingesetzt


Hamburg - E.on Chart zeigen-Chef Johannes Teyssen hat an die Politik appelliert, die in Jahrzehnten aufgebaute "Partnerschaft" mit Russland nicht "leichtfertig aufs Spiel zu setzen". Durch die "verantwortungsvolle Ostpolitik" und die weitreichende "Verzahnung der Wirtschaft", ist "unser Kontinent friedlicher geworden", sagte Teyssen in einem Interview mit dem SPIEGEL.

Selbst in der momentanen Krise um die Ukraine, mache er sich keine Sorgen um die Investitionen seines Konzerns in Russland. Die russische Regierung um Putin habe bislang ihr Versprechen gehalten, "stabile Rahmenbedingungen für privates Kapital und Investoren" zu garantieren.

Auch die Gefahr, dass Putin Rohstoffe wie Gas und Öl in der Krise als Druckmittel einsetzt, sieht Teyssen nicht. "Europa und Russland haben über vier Dekaden eine Energiepartnerschaft aufgebaut, und es gab in dieser Zeit keinen einzigen Tag, an dem Gas als strategische Waffe gegenüber dem Westen eingesetzt wurde", so Teyssen. Auch jetzt fließe das Gas ohne Druckabfall durch alle Pipelines.

E.on hat seit dem Jahr 2007 fast sechs Milliarden Euro in Kraftwerke in Russland investiert und ist damit der größte ausländische Stromversorger in dem Land. 2013 setzte der Konzern in Russland fast zwei Milliarden Euro um. Außerdem importiert der Konzern in großen Mengen russisches Gas.

ade



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