E.on-Einigung mit Gazprom: Russisches Gas wird günstiger

Jahrelang kämpfte E.on, nun hat das Unternehmen einen Sieg errungen. Der russische Energiekonzern Gazprom liefert sein Gas künftig zu günstigeren Konditionen nach Deutschland. Der Düsseldorfer Konzern hob gleich seine Prognose an.

E.on-Chef Johannes Teyssen: Angehobene Prognose Zur Großansicht
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E.on-Chef Johannes Teyssen: Angehobene Prognose

Düsseldorf - Die Positivnachrichten für E.on sind zuletzt selten gewesen - doch an diesem Dienstag gab es wieder eine: Der größte deutsche Energieerzeuger hat sich nach jahrelangen Verhandlungen mit der russischen Gazprom auf Preisnachlässe bei den langfristigen Gaslieferverträgen geeinigt. Die Abmachung gelte rückwirkend seit dem vierten Quartal 2010, teilte E.on mit.

Das Verhandlungsergebnis verbessere das Halbjahresergebnis von E.on um etwa eine Milliarde Euro, hieß es. Die Verträge zum Gasbezug sind nun nicht mehr in dem Maße wie früher an den hohen Ölpreis gekoppelt.

Auf Basis dieser Einigung hob der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich an: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll 2012 nun zwischen 10,4 und 11,0 Milliarden Euro liegen. Bisher war E.on von 9,6 bis 10,2 Milliarden Euro ausgegangen. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis soll nun zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro (bisher: 2,3 bis 2,7 Milliarden Euro) betragen.

E.on befindet sich derzeit in einem drastischen Umbruch. Das Management hat massive Stellenstreichungen angekündigt. Die Konzernleitung solle gestrafft, das Deutschland-Geschäft neu ausgerichtet und die Gas- und Handelseinheiten in eine Gesellschaft zusammengeführt werden.

yes/dpa/Reuters

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insgesamt 42 Beiträge
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1.
Anhaltiner 03.07.2012
Da wird ja dann bald wieder der Gaspreis steigen - die "jahrelangen Verhandlungen" - waren bestimmt nicht billig und müssen auf den Verbraucher umgelegt werden. Stimmts? Oder habe ich recht?
2. Gewinnmitnahme
splewime 03.07.2012
Die Erhöhung des Ergebnisses soll wohl heißen, dass EON sich den Preisvorteil komplett in die eigene Tasche steckt und nicht an die Kunden weitergibt. Die dürfen sich natürlich in einem Vierteljahr wieder auf Preiserhöhungen gefasst machen ... der Ölpreis, sie verstehen das doch sicher?
3.
Matthias Franz 03.07.2012
Zitat von sysop... Gazprom liefert sein Gas nun zu günstigeren Konditionen nach Deutschland. Der Düsseldorfer Konzern hob gleich seine Prognose an.
... und der Verbraucher guckt wieder mal in die Röhre. War da nicht kürzlich auch was mit einer Preiserhöhung bei E.on? Im Sinne des Shareholder Value sicher alles okay, aber moralisch m.M.n. nur unanständig. Aber wen interessiert Moral ...
4.
phoeni 03.07.2012
Soll wohl auch heißen, dass die Preissenkung sich nur im Konzernergebnis, nicht aber auf der Rechnung der Endkunden wiederspiegelt? Bin schon auf den nächsten SPON-Artikel "Diese Versorger erhöhen zum x.x. ihre Preise"...
5. Schön für Deutschland...
martadora 03.07.2012
Es wäre nett, wenn Gasprom humane Preise auch mit Ukrainien oder Polen vereinbart hätte, diese Ländern hatten vorher schon wesentlich mehr für russisches Gas gezahlt als Deutschland. Wenn ich an den 25-30 Grad kalten Winter denke, brrrrr...Naja, kann ich weiter träumen....
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