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Kriselnder Energiekonzern: E.on soll milliardenschwere Verluste eingefahren haben

E.on-Steinkohlekraftwerk in Gelsenkirchen (Archivbild): Düstere Aussichten Zur Großansicht
AP

E.on-Steinkohlekraftwerk in Gelsenkirchen (Archivbild): Düstere Aussichten

Die schwere Krise bei E.on dauert an: Der Energieriese hat laut Berichten bis Ende September fünf Milliarden Euro Verlust gemacht. Schuld daran ist demnach vor allem die Konzernstrategie in der Energiewende.

Der Energiekonzern E.on hat in den ersten neun Monaten des Jahres offenbar einen Nettoverlust von rund fünf Milliarden Euro verbucht. Das melden die Nachrichtenagentur Reuters und das "Handelsblatt" unter Berufung auf Insider. Ein Unternehmenssprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Konzern will am Mittwoch seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Laut dem "Handelsblatt" ist der Fehlbetrag auf Wertberichtigungen in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro zurückzuführen - E.on habe vor allem den Wert seiner Kohle- und Gaskraftwerke weiter abgeschrieben.

E.on steckt wegen der Auswirkungen der Energiewende in einer Krise und reagiert darauf mit einem tief greifenden Umbau, im Zuge dessen die Großkraftwerke ausgegliedert werden. Erlöse aus dem Verkauf von Randgeschäften wie den Gasfeldern in der Nordsee kann der Konzern gut gebrauchen, um Schulden zu tilgen.

Im Oktober waren zuletzt E.on-Aktien um zwölf Prozent gefallen, nachdem der SPIEGEL berichtet hatte, dass die Rückstellungen der Energiekonzerne für den Atomausstieg möglicherweise nicht ausreichen. In einem Negativszenario fehlen den vier großen Energieversorgern für die Bewältigung der atomaren Altlasten bis zu 30 Milliarden Euro, wie aus einem vorläufigen Gutachten hervorgeht, das das Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hat.

mxw/Reuters

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1. Mir kommen die Tränen !
KaWeGoe 10.11.2015
Jahrzehntelang pro AKW-Miler und Tag 1 Mio Euro Gewinn gemacht. Allein seit dem von e.on / e.off mit getragenen Atomausstieg im Jahr 2000 hat der Konzern über 75 Mrd. Euro Gewinn (nicht Umsatz) ausgewiesen. Der vorsichtige Kaufmann sorgt in guten Zeiten - und davon hatte e.on / e.off einige Jahrzehnte - für schlechte Zeiten vor. Zumal, wenn man weiß, dass man Müll produziert, der für eine Mio Jahre sicher be- und überwacht werden muss. Statt dessen hat e.on / e.off trotz mitgetragenem Atomausstieg nichts für die Zukunft unternommen und munter den "toten Gaul AKW" weitergeritten. Immer in der Hoffnung, den Ausstieg mit einer anderen Regierung doch wieder abwenden zu können. Dann hat die Statistik in Form von Fukushima gnadenlos zugeschlagen. Das e.on / e.off Management hat sich eben verzockt ! Ruhe in Frieden - alter Dino !
2. mit unsicherem EE-Strom die Börse fluten
sok1950 10.11.2015
aber gleichzeitig Kohlekraftwerke "stilllegen" und im HotStandby weiterlaufen lassen, Atomkraftwerke stilllegen, aber von der BNetzA Strom in Italien zukaufen lassen. Das wird uns noch lange verfolgen, vor allem da die BNetzA es als akzeptabel hält, Strommangelmanagement mit der Abschaltung von Verbrauchern und Stromkauf im Ausland (aus Atom- und Kohlekraftwerken) zu betreiben. http://www.infranken.de/ueberregional/Bundesnetzagentur-kauft-Stromreserven-in-Italien;art55462,933658 www.schwaben.ihk.de/blob/aihk24/innovation_und_umwelt/downloads/1199272/76ab274052599978e962b58a6b24518e/Praesentation-Bundesnetzagentur-zur-Versorgungssicherheit-data.pdf
3. Aktien und Privatisierung von Infrastruktur
sag-geschwind 10.11.2015
Ich träume von einer Nachschusspflicht privater "Investoren", wenn sie das PPP-Projekt nach Gewinnabschöpfung hoffnungslos heruntergewirtschaftet dem Steuerzahler wieder vor die Füße werfen ...
4. die Zukunft der
wettersbach 10.11.2015
Zitat von KaWeGoeJahrzehntelang pro AKW-Miler und Tag 1 Mio Euro Gewinn gemacht. Allein seit dem von e.on / e.off mit getragenen Atomausstieg im Jahr 2000 hat der Konzern über 75 Mrd. Euro Gewinn (nicht Umsatz) ausgewiesen. Der vorsichtige Kaufmann sorgt in guten Zeiten - und davon hatte e.on / e.off einige Jahrzehnte - für schlechte Zeiten vor. Zumal, wenn man weiß, dass man Müll produziert, der für eine Mio Jahre sicher be- und überwacht werden muss. Statt dessen hat e.on / e.off trotz mitgetragenem Atomausstieg nichts für die Zukunft unternommen und munter den "toten Gaul AKW" weitergeritten. Immer in der Hoffnung, den Ausstieg mit einer anderen Regierung doch wieder abwenden zu können. Dann hat die Statistik in Form von Fukushima gnadenlos zugeschlagen. Das e.on / e.off Management hat sich eben verzockt ! Ruhe in Frieden - alter Dino !
Natürlich hat EON wie die anderen AKW-Betreiber Rücklagen gebildet, nämlich für den Rückbau der Meiler nach deren Stilllegung. Für den Bau eines Endlagers ist der Bund finanziell zuständig. Warum ist die klimafreundliche Kernkraft ein "toter Gaul", wenn weltweit rund 450 AKWs am Laufen sind und Dutzende neue im Bau (z. B. China, Finnland) oder geplant wie in Europa (z.B. England). Nicht "die Statistik" hat gnadenlos zugeschlagen, sondern Kanzlerin Merkel mit ihrer Bauchentscheidung der sofortigen Abschaltung von acht funktionierenden AKWs und des überstürzten Atomausstiegs bis 2022. Anders als Sie glauben haben die "Dinos" eine strahlende (!) Zukunft, denn nur eine Kombination der CO2-freien Kernkraft mit den CO2-freien Erneuerbaren kann unseren Planeten vor steigenden Meeresspiegeln retten, deren katastrophalen Folgen wir uns kaum ausmalen können. Übrigens: was die Qualität von Merkels ad hoc- Bauchentscheidungen angeht, sehen wir jetzt beim Flüchtlingsproblem.
5.
kunibert1234567 10.11.2015
Die bisherige Struktur der Energiekonzerne ist auch das Ergebnis der engen Verzahnung von Politik und Stromversorgern. Jahrzehntelang wurde mit staatlichen Monopolen gutes Geld verdient und im Auftrag der Politik die Atomkraft ausgebaut. Nun hat Merkel die Energiewende eingeläutet und den Konzernen die kalte Schulter gezeigt. Hier sehen wir das Ergebnis. Das sollte Warnung genug sein, für alle, die jetzt noch mehr Staatskonzerne fordern, etwa als Erbauer und Betreiber von Sozialwohnungen oder von Telekommunikationsnetzen.
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