Künftig geteilter Konzern Teyssen soll Zukunftssparte bei E.on führen

Entscheidende Weichenstellung: E.on-Chef Teyssen übernimmt im künftig geteilten Konzern nach SPIEGEL-Informationen den zukunftsträchtigen Bereich der erneuerbaren Energien - obwohl er ein langjähriger Kritiker der Energiewende ist.

E.on-Chef Johannes Teyssen (Archivbild): Ende von Atom und Kohle
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E.on-Chef Johannes Teyssen (Archivbild): Ende von Atom und Kohle


Im künftig geteilten E.on-Konzern soll nach SPIEGEL-Informationen der bisherige Chef Johannes Teyssen den zukunftsträchtigen Bereich der erneuerbaren Energien leiten. Chef der Kraftwerksgesellschaft wird entweder der bisherige Strategievorstand Leonhard Birnbaum oder Finanzvorstand Klaus Schäfer. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Die neue Ausgabe finden Sie hier.)

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E.on will die Personalie noch vor der Hauptversammlung in zwei Wochen verkünden. Die Besetzungen gelten innerhalb des Unternehmens als Überraschung: Viele Mitarbeiter hatten damit gerechnet, dass Teyssen als langjähriger Kritiker der Energiewende eher den Vorsitz der konventionellen Stromfirma übernehmen würde, die künftig die Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke des Konzerns betreiben soll.

Beide E.on-Firmen sollen nach der geplanten Aufspaltung im Jahr 2016 in NRW bleiben. Einen Namen für die abgespaltene Kraftwerkstochter gibt es derzeit noch nicht. Teyssen hatte die Teilung des Konzerns im Dezember verkündet.

Als Hauptgrund nannte er, dass sich die unterschiedlichen Geschäftsfelder nur in getrennten Organisationen optimal weiterentwickeln ließen. Kritiker vermuten, dass der E.on-Chef Altlasten aus dem Atom- und Kohle-Engagement des Konzerns in eine Art öffentliche Bad Bank ausgliedern wolle, um das Zukunftsgeschäft mit erneuerbaren Energien nicht zu gefährden.

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
stanislaus01 24.04.2015
1. Sehe ich auch so
"Kritiker vermuten, dass der E.on-Chef Altlasten aus dem Atom- und Kohle-Engagement des Konzerns in eine Art öffentliche Bad Bank ausgliedern wolle," Die Eon-Aktie wird so zu einem Giftpapier. Denn die erneuerbare Energiebranche ist ein totgeborenes Kind, da die Stromerzeugung darüber für den Industriestandort Deutschland keine ökonomische Alternative ist. Nicht alles, was sich für eine Oase in der Sahara empfiehlt, ist auch gut für Deutschland. :-) Erneuerbare Energieerzeugung wird immer ein subventionierter Markt bleiben, der zusammenbricht wie kürzlich die Windmühlenproduzenten und die Fotovoltaikhersteller.
_gimli_ 24.04.2015
2.
Zitat von stanislaus01"Kritiker vermuten, dass der E.on-Chef Altlasten aus dem Atom- und Kohle-Engagement des Konzerns in eine Art öffentliche Bad Bank ausgliedern wolle," Die Eon-Aktie wird so zu einem Giftpapier. Denn die erneuerbare Energiebranche ist ein totgeborenes Kind, da die Stromerzeugung darüber für den Industriestandort Deutschland keine ökonomische Alternative ist. Nicht alles, was sich für eine Oase in der Sahara empfiehlt, ist auch gut für Deutschland. :-) Erneuerbare Energieerzeugung wird immer ein subventionierter Markt bleiben, der zusammenbricht wie kürzlich die Windmühlenproduzenten und die Fotovoltaikhersteller.
Beschäftigen Sie sich mit der Materie, dann schreiben Sie zukünftig nicht mehr solchen Unsinn. Natürlich kann man mit EE ein tragfähiges Energiekonzept aufbauen, wenn man akzeptiert, dass der Strompreis signifikant steigt (aufgrund der notwendigen Speicherkonzepte und Backups).
road_warrior 24.04.2015
3. Das war doch sonnenklar, oder?
Johannes Theyssen ist doch nicht dumm - warum hätte er die Bad Bank von EOn übernehmen sollen? Das wäre ein ernsthafter Karriererückschritt gewesen. Insofern war das von Anfang an sonnenklar ...
Blaumännchen 24.04.2015
4. Tja sehen Sie....
Zitat von _gimli_Beschäftigen Sie sich mit der Materie, dann schreiben Sie zukünftig nicht mehr solchen Unsinn. Natürlich kann man mit EE ein tragfähiges Energiekonzept aufbauen, wenn man akzeptiert, dass der Strompreis signifikant steigt (aufgrund der notwendigen Speicherkonzepte und Backups).
und deshalb sollte man es schön sein lassen. Ausser sie wollen in einem autarken- Agrar- Mangelstaat leben der mit WKA vollgestellt ist.
KaWeGoe 24.04.2015
5. .
Natürlich hat jedes Unternehmen das Recht, sich zu organisieren, wie es möchte. Es muss allerdings sichergestellt werden, dass durch diese Neuorganisation keine Änderung an den aktuell gültigen Verpflichtungen einhergeht. Das bedeutet: Der zukunftsträchtigere Teil von e.on / e.off, der sich mit erneuerbaren Energien beschäftigen wird (Anmerkung: das geht runter wie Öl ;-) ) - haftet selbstverständlich ebenso für 100 % der Verpflichtungen für die Atomkraftwerke, wie die entstehende "e.on / e.off - badbank". Beide Teile sind "atomverseucht", da in beiden Teilen Vermögenswerte stecken, die mit den in den letzten 50 Jahren erwirtschafteten Milliarde aus den Atomkraftwerken finanziert wurden !
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