Von manager-magazin-Redakteur Dietmar Student
Hamburg - Der bekennende Atombefürworter Hans-Peter Villis geht - und macht Platz für den Vertreter eines neuen Kurses: Der E.on-Manager Frank Mastiaux soll neuer Vorstandsvorsitzender des baden-württembergischen Energiekonzerns EnBW werden. Das berichtet das manager magazin unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.
Mastiaux, der von BP zu E.on
gewechselt war, hatte bei dem Düsseldorfer Unternehmen die Sparte der erneuerbaren Energien aufgebaut. Danach trieb er als Hauptverantwortlicher die Internationalisierung des Konzerns entscheidend voran, tat neue Märkte außerhalb Europas auf, wie etwa in Brasilien.
EnBW leidet kräftig unter den Folgen des Atomausstiegs und eigener Managementfehler. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete das Unternehmen einen Konzernverlust von 867 Millionen Euro. Der jetzige Chef Villis, ebenfalls ein früherer E.on-Manager, scheidet spätestens Ende September aus. Dann endet sein Vertrag.
Eine Verlängerung hätte ihm die grün-rote Landesregierung nicht mehr zugestanden; Baden-Württemberg hält knapp die Hälfte der EnBW-Anteile.
Bis zur Machtübernahme von Grünen und SPD in Baden-Württemberg im Frühjahr 2011 hatte EnBW einen klaren Atomkurs verfolgt und mit einem Atomanteil von 51 Prozent von allen Stromversorgern am stärksten auf diese Energiequelle gesetzt.
Der Wahlerfolg der Grünen bei der Landtagswahl änderte die Machtverhältnisse komplett. Über den Aufsichtsrat kann die Landesregierung als Mehrheitseigentümer Einfluss auf das Unternehmen nehmen - insbesondere bei Personalentscheidungen.
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