Frank Mastiaux: Öko-Experte wird Chef bei Energiekonzern EnBW

Von manager-magazin-Redakteur Dietmar Student

Der Stromriese EnBW bekommt einen neuen Chef. Nach Informationen des manager magazin soll der bisherige E.on-Manager Frank Mastiaux den Posten übernehmen, er gilt als ausgewiesener Experte für erneuerbare Energien. EnBW gehört mehrheitlich dem grün-rot regierten Land Baden-Württemberg.

Manager Mastiaux: Der neue Chef hat die Sparte erneuerbare Energien bei E.on aufgebaut Zur Großansicht
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Manager Mastiaux: Der neue Chef hat die Sparte erneuerbare Energien bei E.on aufgebaut

Hamburg - Der bekennende Atombefürworter Hans-Peter Villis geht - und macht Platz für den Vertreter eines neuen Kurses: Der E.on-Manager Frank Mastiaux soll neuer Vorstandsvorsitzender des baden-württembergischen Energiekonzerns EnBW werden. Das berichtet das manager magazin unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.

Mastiaux, der von BP zu E.on Chart zeigen gewechselt war, hatte bei dem Düsseldorfer Unternehmen die Sparte der erneuerbaren Energien aufgebaut. Danach trieb er als Hauptverantwortlicher die Internationalisierung des Konzerns entscheidend voran, tat neue Märkte außerhalb Europas auf, wie etwa in Brasilien.

EnBW leidet kräftig unter den Folgen des Atomausstiegs und eigener Managementfehler. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete das Unternehmen einen Konzernverlust von 867 Millionen Euro. Der jetzige Chef Villis, ebenfalls ein früherer E.on-Manager, scheidet spätestens Ende September aus. Dann endet sein Vertrag.

Eine Verlängerung hätte ihm die grün-rote Landesregierung nicht mehr zugestanden; Baden-Württemberg hält knapp die Hälfte der EnBW-Anteile.

Bis zur Machtübernahme von Grünen und SPD in Baden-Württemberg im Frühjahr 2011 hatte EnBW einen klaren Atomkurs verfolgt und mit einem Atomanteil von 51 Prozent von allen Stromversorgern am stärksten auf diese Energiequelle gesetzt.

Der Wahlerfolg der Grünen bei der Landtagswahl änderte die Machtverhältnisse komplett. Über den Aufsichtsrat kann die Landesregierung als Mehrheitseigentümer Einfluss auf das Unternehmen nehmen - insbesondere bei Personalentscheidungen.

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1. Selber mal abschalten
weltoffener_realist 20.03.2012
Zitat von sysopdapdDer Stromriese EnBW bekommt einen neuen Chef. Nach Informationen des manager magazin soll der bisherige E.on-Manager Frank Mastiaux den Posten übernehmen, er gilt als ausgewiesener Experte für erneuerbare Energien. EnBW gehört mehrheitlich dem grün-rot regierten Land Baden-Württemberg. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,822516,00.html
Interessant ist doch, dass m.W. das KKW Neckarwestheim 2 weiter betrieben wird, obwohl die grün/rote Landesregierung an EnBW die Mehrheit hält und eine sofortige Abschaltung durchsetzen könnte. Warum tut sie es nicht? Wirtschaftliche Erwägungen?
2. Jetzt
Schiebetürverriegler 20.03.2012
Zitat von sysopdapdDer Stromriese EnBW bekommt einen neuen Chef. Nach Informationen des manager magazin soll der bisherige E.on-Manager Frank Mastiaux den Posten übernehmen, er gilt als ausgewiesener Experte für erneuerbare Energien. EnBW gehört mehrheitlich dem grün-rot regierten Land Baden-Württemberg. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,822516,00.html
wird es ganz eng für einige unserer Foreneinpeitscher von der Atomindustrie. Ich würde mich schon mal um einen neuen Arbeitsplatz bemühen.
3. Ablenkungsmanöver
solomong. 20.03.2012
Zitat von weltoffener_realistInteressant ist doch, dass m.W. das KKW Neckarwestheim 2 weiter betrieben wird, obwohl die grün/rote Landesregierung an EnBW die Mehrheit hält und eine sofortige Abschaltung durchsetzen könnte. Warum tut sie es nicht? Wirtschaftliche Erwägungen?
Das Land hält 45,01% der Anteile, das ist aus meiner Sicht nicht die Mehrheit. Zum Thema: Auf den ersten Blick eine gute Wahl, zumindest ein erfahrener Profi. Oh', und alle wird es wundern, ohne Birkenstock und auch ohne Krawatte. Als Kunde bin ich zufrieden, v.a. wenn ich an so einen Herrn U. Claassen zurückdenke!
4.
erlachma 20.03.2012
Zitat von weltoffener_realistInteressant ist doch, dass m.W. das KKW Neckarwestheim 2 weiter betrieben wird, obwohl die grün/rote Landesregierung an EnBW die Mehrheit hält und eine sofortige Abschaltung durchsetzen könnte. Warum tut sie es nicht? Wirtschaftliche Erwägungen?
Vertragliche Erwägungen. Teurer als mit AKW kann man Strom nicht erzeugen.
5.
Pega123 20.03.2012
Zitat von sysopdapdDer Stromriese EnBW bekommt einen neuen Chef. Nach Informationen des manager magazin soll der bisherige E.on-Manager Frank Mastiaux den Posten übernehmen, er gilt als ausgewiesener Experte für erneuerbare Energien. EnBW gehört mehrheitlich dem grün-rot regierten Land Baden-Württemberg. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,822516,00.html
Etiketten bekommt ja schneller angeheftet, wie man denken kann. Mastiaux ist also Ökoexperte? Warum? Er hat ein paar Jahre bei Eon für diesen Bereich gearbeitet. Vorher war er ja wohl 15 Jahre bei Veba Öl und bei Aral. Das sind ja genau, wie Eon ausgewiesene Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien. *lach* Sorry,lieber Spiegel (und auch andere Unternehmen), mit seinem Erfahrungsschatz ist Herr Mastiaux sicher ein Energieexperte, ein spezieller "Öko-Experte" ist er (glücklicherweise) nicht. Herzlichen Glückwunsch an die PR-Abteilungen von EnBW und der Rot-Grünen-Landesregierung, die es geschafft haben, dieses Etikett in den Medien zu verankern!. Respekt!
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