Energiekonzerne Anleger bejubeln Zerschlagung von Innogy

E.on und RWE wollen die RWE-Ökostromtochter Innogy unter sich aufteilen. Investoren feiern die Pläne. Die Aktien der Energieversorger legten an der Börse stark zu.

Innogy-Zentrale in Essen
REUTERS

Innogy-Zentrale in Essen


Die beiden Energieversorger E.on und RWE wollen Innogy zerschlagen und die Geschäfte untereinander aufteilen. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Montag euphorisch auf die geplante Zerschlagung reagiert: E.on-Aktien legten um etwa fünf Prozent zu, RWE-Aktien um knapp neun Prozent. Innogy-Papiere schossen gar um 13 Prozent in die Höhe.

E.on und RWE hatten am Wochenende überraschend angekündigt, ihre Geschäfte aufteilen zu wollen. E.on will dazu in einem ersten Schritt die RWE-Ökostrom- und Netztochter Innogy kaufen und im Gegenzug den Konkurrenten RWE am eigenen Unternehmen beteiligen. E.on würde das lukrative Netzgeschäft von Innogy erhalten, während die erneuerbaren Energien unter dem Dach von RWE vereint werden sollen. Das erst zwei Jahre alte Unternehmen Innogy würde damit zerschlagen.

RWE als Innogy-Mutter hält noch knapp 77 Prozent der Anteile und soll dafür mit knapp 17 Prozent an Eon beteiligt werden. Zudem sollen diverse Geschäftsteile hin- und hergetauscht werden. RWE zahlt als Ausgleich noch 1,5 Milliarden Euro an E.on. Bindende Verträge wurden allerdings noch nicht abgeschlossen.

Innogy stand zuletzt unter Druck

Analysten von Morgan Stanley bezeichneten die Pläne als "Win-Win-Situation" für alle Beteiligten. "Die Aktivitäten von E.on und Innogy sind strukturell und regional recht identisch", sagte Analyst Sven Diermeier von Independent Research. Das Vorhaben erscheine schlüssig, auch wenn es für die E.on-Aktionäre eine Anteilsverwässerung bedeute, weil Innogy-Aktionäre dann auch an E.on beteiligt wären.

RWE hatte einst als Reaktion auf den eingeleiteten Atomausstieg sein Zukunftsgeschäft mit Netzen, Vertrieb und Ökostrom in Innogy gebündelt und im Herbst 2016 an die Börse gebracht. Bei RWE selbst verblieben die Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke sowie der Großhandel mit Strom.

Innogy war zuletzt schwer gebeutelt. Nach einer Gewinnwarnung und einem Kursverlust an der Börse räumte Vorstandschef Peter Terium im vergangenen Dezember seinen Posten.

hej/dpa-AFX

insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Mad0815 12.03.2018
1. Sozusagen
Damit wird sozusagen das (in ein paar Jahren) vermutlich unrentable Geschäft bei RWE gebündelt um dann die Insolvenz zu erleichtern...
felisconcolor 12.03.2018
2. Wenn Anleger
jubeln, wird es für den Kunden teuer.
DiscoDavidson 12.03.2018
3. Alles wie immer!
Anleger und Aktionäre freuen sich, die Bürger zahlen!
trader_07 12.03.2018
4.
Zitat von felisconcolorjubeln, wird es für den Kunden teuer.
Ich als Anleger bin auch gleichzeitig Kunde. Jetzt sind Sie verwirrt, richtig?
felisconcolor 12.03.2018
5. Nein
Zitat von trader_07Ich als Anleger bin auch gleichzeitig Kunde. Jetzt sind Sie verwirrt, richtig?
warum sollte ich. Sie müssen nur aufpassen das sie ihre Rendite nicht als Kunde wieder abgeben. Dann war es eindeutig die falsche Anlage ;-) Börsenprofis (also die wirklich guten) raten da eh von ab. Wenn es sich bei ihnen lohnt, ist es doch schön für sie.
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