Tochterfirmen: E.on und RWE sollen Gaspreise in Großbritannien manipuliert haben

Millionen Briten könnten zu viel für ihr Gas bezahlen. Die großen britischen Gaslieferanten werden laut "Guardian" beschuldigt, falsche Preise berichtet zu haben. Auch die Tochterfirmen von E.on und RWE sind darunter. Sie streiten die Vorwürfe ab.

Logos von RWE und E.on: Tochterfirmen sollen in Manipulationen involviert sein Zur Großansicht
Fotos: DPA

Logos von RWE und E.on: Tochterfirmen sollen in Manipulationen involviert sein

London - Die Tochterfirmen der Energiekonzerne E.on Chart zeigen und RWE Chart zeigen sollen die Preise auf dem britischen Gasmarkt manipuliert haben. Wie der "Guardian" berichtet, untersucht die britische Finanzaufsicht FSA entsprechende Vorwürfe eines Informanten.

Weil die meisten Gasverträge privat und langfristig ausgehandelt werden, basiert der Börsenpreis für Gas nicht auf tatsächlichen Transaktionen, sondern auf den Meldungen der Unternehmen. Dieser Preis schlug tatsächlich genau zu dem Zeitpunkt heftig aus, zu dem der Preis zahlreicher langfristiger Lieferverträge festegelegt wurde. Weil die Preise Grundlage für Millionen Verträge sind, haben bereits kleine Manipulationen massive Folgen für Wirtschaft und Verbraucher.

Der Informant des "Guardian" arbeitete nach Angaben der Zeitung für den Informationsdienstleister ICIS Heren in London, der auf Basis von Berichten der Gashändler die Preise auf dem britischen Gasmarkt ermittelt. Demnach haben die sechs dominierenden Gasanbieter auf dem britischen Markt, zu denen auch die E.on- und RWE-Töchter gehören, die Preise manipuliert, um ihren Gewinn zu steigern. Auch er sei unter Druck gesetzt worden, falsche Preise zu berichten, sagte der Informant der Zeitung zufolge.

Der "Guardian" vergleicht die Manipulationen mit dem Libor-Zinsskandal. Vor fünf Monaten waren mehrere internationale Großbanken überführt worden, den für das Finanzsystem zentralen Zinssatz Libor manipuliert zu haben. Mehrere Banken mussten schließlich Millionenstrafen zahlen.

E.on und RWE streiten die Vorwürfe ab: RWE nPower, die britische Tochter des Essener Unternehmens, schrieb in einer Mitteilung, man sei in die angeblichen Manipulationen nicht involviert. "Wir zeichnen jede Transaktion auf und kommen damit allen europäischen Transparenzvorschriften nach", heißt es in dem Statement. E.on UK schrieb, man sei "vollkommen überzeugt, dass unsere Kollegen sich immer richtig verhalten haben".

ade

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insgesamt 4 Beiträge
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1. vollkommen überzeugt
hanfiey 13.11.2012
"vollkommen überzeugt, dass unsere Kollegen sich immer richtig verhalten haben." Alle anderen sind dann eben keine Kollegen.
2. Ach nee geh mir doch weg!
haltetdendieb 13.11.2012
Die und manipulieren? Nie und nimmer! Auch in Deutschland reichen sie die Preissenkungen der Strombörse Leipzig unbesehen an den Kunden weiter. Ich lasse nichts auf diese beiden kommen. Und als Nordeutscher auch nichts auf Vattenfall. Das sind alles gute!
3. Wenn ich den Umgang der Energielieferanten mit ihren Kunden
heinihuckeduster 13.11.2012
in Deutschland betrachte, ist denen auch mit ihren Tochterfirmen im Ausland jede Schweinerei zuzutrauen.
4.
uezegei 13.11.2012
Haben die sich womöglich mit den Bankstern und deren Ansagen zum LIBOR abgesprochen?
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