Strategiewechsel E.on will Geschäft mit Atom, Gas und Kohle loswerden

Der Energieversorger E.on nimmt einen radikalen Strategiewechsel vor. Er will das Geschäft mit konventioneller Energieerzeugung loswerden. Sein Augenmerk richtet der Konzern stattdessen auf erneuerbare Energien und Serviceangebote.

E.on-Vorstandsvorsitzende Teyssen (Archiv): Ende von Atom und Kohle
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E.on-Vorstandsvorsitzende Teyssen (Archiv): Ende von Atom und Kohle


Düsseldorf - Kehrtwende im Energiegeschäft: Der Konzern E.on will sich von seinem Geschäft mit der konventionellen Energieerzeugung trennen. Künftig werde sich das Düsseldorfer Unternehmen auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren, teilte das Unternehmen an einer am Sonntagabend verbreiteten Erklärung mit.

Der Aufsichtsrat habe einer entsprechenden neuen Strategie zugestimmt, das Geschäft mit konventioneller Erzeugung, globalem Energiehandel sowie Exploration und Produktion abzugeben. Dazu sollen die Bereiche mehrheitlich abgespalten und über einen Börsengang an die Aktionäre übertragen werden. Die neue Strategie solle "kein Programm zum Abbau von Arbeitsplätzen" sein, sagte der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen.

Im kommenden Jahr sollten die "Grundlagen für die Börsennotierung des Unternehmens" geschaffen werden, hieß es; die Neuausrichtung solle bis 2016 umgesetzt werden.

E.on hat mit einer hohen Schuldenlast zu kämpfen. Dem Unternehmen machen insbesondere sinkende Gewinne wegen der schwächelnden Kohle- und Gaskraftwerke zu schaffen. Zudem belasten die Kosten des Atomausstiegs Deutschlands größten Energieversorger.

Wegen der dreimonatigen Zwangsabschaltung der Meiler Unterweser und Isar 1 im Frühjahr 2011 verklagt E.on den Bund und mehrere Länder auf Schadensersatz in Höhe von rund 380 Millionen Euro. Die Bundesregierung hatte damals die sieben ältesten Meiler der Republik abschalten lassen - allerdings bevor der Atomausstieg beschlossen wurde.

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insgesamt 131 Beiträge
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schwaebischehausfrau 30.11.2014
1. Na klar will E.ON seine Altlasten loswerden...
dass E.ON seine Altlasten loswerden möchte ist nachvollziehbar. Alleine die alten Schrott-Meiler mit all ihrem radioaktiven Müll werden ja noch jahrzehntelang Milliarden-Kosten verursachen. Aber ob private Anleger an der Börse scharf darauf sind, diese Risiken als Aktionär zu erwerben??? Mal sehen , wie lange es dauert, bis E.ON und Konsorten den BUND als idealen Großaktionär für diese "Bad Banks im Engergiesektor" identifiziert haben. Als Aktionär oder als "Stiftung" , vollkommen egal. Hauptsache man kann die drohenden Milliaraden-Lasten aus der eigenen Bilanz bekommen und jemandem anderen aufhalsen - nachdem man vorher jahrzehntelang Milliarden-Gewinne damit gemacht hat.
mischer1448 30.11.2014
2. und tschüß
EON und RWE, war nett mit euch, aber ihr wolltet den Irrsinn der Energiewende mitmachen, tja ...
burghard42 30.11.2014
3. Na ja,
verstehe nicht so recht wie die neue Gesellschaft die konventionellen Geschäftsfelder weiter führen will/soll. z.B. der Rückbau der AKW wird durch wen erfolgen und wer bezahlt mit welchem Geld ?
freedom157 30.11.2014
4. Verzweiflungstat
E.ON kauft und verkauft Unternehmensteile und strukturiert den Konzern seit mehr als einem Jahrzehnt fortwährend um. Das lenkt schön von der unternehmerischen Ideenlosigkeit ab und beschäftigt Heerscharen von Beratern und Bankern, zum Nachteil des Aktionärs und der Mitarbeiter. Jetzt scheint der letzte Akt eingeleitet zu werden, da man kein tragfähiges Geschäftskonzept für die Zeit nach der Energiewende gefunden hat, will man sich der Risiken entledigen. Die Politik sollte sich das Unternehmen mal genauer anschauen, um nicht am Ende allein die Zeche zahlen zu müssen.
mattoregiert 30.11.2014
5. Wie war das mit den Ratten
und dem Schiff.Der Staat sollten ihnen keine Möglichkeiten mehr geben ,eine Industrienation in Geiselhaft zu nehmen.
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