Angebot aus Finnland E.on will Kohle- und Gasgeschäft komplett abstoßen

E.on macht einen großen Schritt in die grüne Zukunft: Ein finnischer Konzern will den Deutschen die verbleibenden Anteile am Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung abkaufen.

E.on-Chef Johannes Teyssen
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E.on-Chef Johannes Teyssen


Der finnische Versorger Fortum treibt seine Übernahmepläne für die Anteile von E.on an der Konzerntochter Uniper voran. Das teilten beide Unternehmen am Mittwochmittag mit. Ob es letztlich zum Deal komme, hänge aber von den deutschen Behörden ab, mit denen E.on den möglichen Verkauf derzeit diskutiere, hieß es.

Die Uniper-Aktie legte am Vormittag deutlich zu, auch die Papiere der Konzernmutter E.on gewannen zunächst leicht an Wert.

E.on hatte im vergangenen Jahr sein Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung abgespalten und unter dem Firmennamen Uniper mehrheitlich an die Börse gebracht. Derzeit hält E.on noch 47 Prozent der Uniper-Anteile.

Auf Basis des letzten Schlusskurses von Uniper hat das Paket einen Wert von 7,7 Milliarden Euro. Fortum ist nach eigenen Angaben bereit, mehr zu zahlen. Angestrebt wird demnach ein Kaufpreis von 22 Euro pro Aktie - was einem Firmenwert von 8,05 Milliarden Euro entspricht.

Sollte der Verkauf klappen, hätte E.on rund 3,8 Milliarden Euro mehr für die Expansion im Erneuerbare-Energien-Sektor in der Kasse.

Das angekündigte Übernahmeangebot des finnischen Versorgers trifft nicht auf Zustimmung bei der E.on-Kraftwerkstochter. "Dieser Vorstoß kommt unaufgefordert und passt nicht zu unserer Strategie, die wir mehrfach öffentlich erläutert haben", sagte Uniper-Chef Klaus Schäfer.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 4 Beiträge
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bristolbay 20.09.2017
1. Welchen Sinn soll dieser Deal haben
Warum setzt ein INvestor auf sterbende Dinosaurier. Wenn mit Kohle und Gas Geld zu machen wäre, warum erst die Abspaltung und jetzt Weiterverkauf. Hoffentlich werden hier nicht die berühmten Leichen im Keller für die Verlagerung auf die Allgemeinheit vorbereitet.
sikasuu 20.09.2017
2. Der finnische Versorger Fortum kennt sich wohl gut mit Wald/Holz aus..
Zitat von bristolbayWarum setzt ein INvestor auf sterbende Dinosaurier. Wenn mit Kohle und Gas Geld zu machen wäre, warum erst die Abspaltung und jetzt Weiterverkauf. Hoffentlich werden hier nicht die berühmten Leichen im Keller für die Verlagerung auf die Allgemeinheit vorbereitet.
... , bastelt auch ein wenig am größten AKW der Welt, (ob das noch in Betrieb geht).... doch dieser Deal scheint mehr auf politischer Ebene interessant zu sein. . Ein "einheimischer" Konzern wie E-On muss bei seinen Entscheidungen auch Rücksicht auf die politische, wirtschaftliche... Situation in "seinem" Land nehmen. Der ist nicht ganz frei in seinen Entscheidungen. . Ein ausländischer Investor, in diesem Fall einer aus Suomi. muss das nicht, kann im EU Rahmen problemlos möglich, mit harten Bandagen arbeiten. . Da scheinen sich meine 1/2 Landsleute wohl einiges zu versprechen. Uniper hat ja auch mMn. die deutschen AKWs im Protfolio. Ob das was damit zu tun hat? . Ganz einleuchtend ist das Angebot aber nicht???
reflexxion 20.09.2017
3. @bristolbay: nicht dumm labern, Kurs anschauen
Uniper wurde vor einem Jahr mit ca. Kurs 10 Euro an die Aktionäre abgegeben. Heute stehen die auf ca. 22,50 €. Mir ist vollkommen Wurst warum meine Aktien den Wert mehr als verdoppelt haben. Was in der Kasse ankommt zählt. Was machen denn die Windradanlagen so, oder gar die deutschen Solarzellen Anbieter? Dumme Ethik muss man sich leisten können, ich kann und will das nicht.
elektroskop 28.09.2017
4. E.ON hält Kernkraftaktivitäten
Die Kernkraftaktivitäten von E.ON sind in der PreussenElektra GmbH zusammengefasst und sind kein Teil von Uniper.
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