Wirtschaft


Aktienpaket: Regierung plant Milliarden-Einstieg bei EADS

Die Zeit drängt. Bevor Daimler seine Aktien am Luftfahrtkonzern EADS an private Investoren verkauft, will die Bundesregierung sie zusammen mit weiteren Anteilen erwerben. Das wäre Deutschland laut Wirtschaftsministerium fast drei Milliarden Euro wert - und Zugeständnisse an Frankreich.

Produktion bei der EADS-Tochter Airbus in Hamburg: Die Balance soll gewahrt bleibenZur Großansicht
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Produktion bei der EADS-Tochter Airbus in Hamburg: Die Balance soll gewahrt bleiben

Berlin - "Zeitnah" ist Politikerdeutsch und bedeutet: möglichst flott. In solch einem Tempo will sich die Bundesregierung nun offenbar Anteile am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sichern. Das geht aus einem Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor, aus dem mehrere Nachrichtenagenturen und das "Handelsblatt" zitieren. Danach könnte der Bund über die Staatsbank KfW schon bald bis zu zwölf Prozent der EADS-Aktien erwerben.

In dem Papier wird auf wachsenden Zeitdruck verwiesen, da sich der Autokonzern Daimler Chart zeigen noch in diesem Jahr von der Hälfte seines 15-prozentigen EADS-Anteils trennen will. "Vor diesem Hintergrund sollte die gesamte Transaktion zeitnah realisiert werden", heißt es. "Ansonsten droht die konkrete Gefahr, dass die Daimler AG ihre Anteile über den Markt verkauft."

Angesichts des Zeitdrucks würde die Bundesregierung offenbar auch mehr als den aktuellen Marktpreis bezahlen. In dem aktuellen Ministeriumspapier wird für die Übernahme ein Kaufpreis von 30 Euro je Aktie unterstellt, am Mittwoch lag der EADS Chart zeigen-Kurs dagegen bei 26,64 Euro. Der Bund würde sich den Einstieg knapp drei Milliarden Euro kosten lassen, heißt es in dem Bericht.

Zudem ist die Koalition offenbar auch zu gewissen Zugeständnissen gegenüber dem Partner Frankreich bereit. Deutschland strebe zwar ein Gleichgewicht mit dem französischen Staat in der Eigentümer-Struktur an und wolle deswegen den bestehenden Aktionärspakt aufschnüren, heißt es in dem Bericht. "Diese Balance soll auch zukünftig so weit wie möglich gewahrt bleiben."

Gewisse Abweichungen der deutschen Mitwirkungsrechte im Vergleich zu den französischen wären dem Papier zufolge aber unvermeidbar. Denn das für EADS geltende niederländische Übernahmerecht sieht vor, dass die KfW als neue deutsche Statthalterin auf Veto- und Nominierungsrechte im Eigentümerkreis verzichten muss.

"Das wird am Ende so kommen"

In einem ersten Schritt sollen die privaten Finanzinvestoren aus dem sogenannten Dedalus-Bankenkonsortium herausgekauft werden, die insgesamt 4,5 Prozent an EADS besitzen. Aus Finanzkreisen verlautete, die Investoren seien verkaufswillig. "Das wird am Ende so kommen", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Insider.

Das Daimler-Paket von 7,5 Prozent soll in einem zweiten Schritt erworben werden. Insgesamt käme der deutsche Staat dann direkt und indirekt auf 15 Prozent an EADS. Zusammen mit bereits bestehenden Dedalus-Anteilen der KfW käme der Bund auf 15 Prozent der Airbus-Mutter - und wäre gleichauf mit Frankreich. Weitere 7,5 Prozent würde Daimler behalten.

In den langen Machtpoker um EADS war durch die geplatzte Fusion des paneuropäischen Unternehmens mit der britischen BAE Systems Bewegung gekommen. Der Zusammenschluss war an den widerstreitenden Machtinteressen der betroffenen Regierungen gescheitert.

dab/Reuters/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
irreal 24.10.2012
die Zeit drängt, nach spiegel-online seiner "Recherche". Mal ganz ehrlich, aber ob die nun 3 Milliarden in den Sand setzen ist doch Peanuts. Oder nicht. Dafür überhaupt ein Thema zu machen ist doch schon sehr [...]
Zitat von sysopDie Zeit drängt. Bevor Daimler seine Aktien am Luftfahrtkonzern EADS an private Investoren verkauft, will die Bundesregierung sie zusammen mit weiteren Anteile erwerben. Das wäre Deutschland laut Wirtschaftsministerium fast drei Milliarden Euro wert - und Zugeständnisse an Frankreich. EADS-Anteile sind Bundesregierung fast drei Milliarden wert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/eads-anteile-sind-bundesregierung-fast-drei-milliarden-wert-a-863247.html)
die Zeit drängt, nach spiegel-online seiner "Recherche". Mal ganz ehrlich, aber ob die nun 3 Milliarden in den Sand setzen ist doch Peanuts. Oder nicht. Dafür überhaupt ein Thema zu machen ist doch schon sehr gewagt. 3 Milliarden?! Liebe Güte, da geht Deutschland mit unter, also ganz sicher. 16 Millionen Arme? Na gut das es in Deutschland nur 80 Millionen Menschen gibt.
ofelas 24.10.2012
Angst vor der eigenen Courage. Airbus, Eurocopter, EADS, ESA, MBDS alle "Kooperationen" mit Hauptsitz in Frankreich, zunehmend F&E dort, zunehmend die Systemfuehrerschaft dort mit diesen Politikern [...]
Zitat von sysopDeutschland strebe zwar ein Gleichgewicht mit dem französischen Staat in der Eigentümer-Struktur an und wolle deswegen den bestehenden Aktionärspakt aufschnüren, heißt es in dem Bericht. "Diese Balance soll auch zukünftig so weit wie möglich gewahrt bleiben."
Angst vor der eigenen Courage. Airbus, Eurocopter, EADS, ESA, MBDS alle "Kooperationen" mit Hauptsitz in Frankreich, zunehmend F&E dort, zunehmend die Systemfuehrerschaft dort mit diesen Politikern braucht Deutschland keine Feinde
Regulisssima 24.10.2012
Wer einige tausend Milliarden Euro Schulden vor sich herschiebt, sollte sich darum und nicht um Neuinvestitionen kümmern. Schon verblüffend, woher die beamteten Bankrotteure den Mut, nein, die Dreistigkeit hernehmen, [...]
Wer einige tausend Milliarden Euro Schulden vor sich herschiebt, sollte sich darum und nicht um Neuinvestitionen kümmern. Schon verblüffend, woher die beamteten Bankrotteure den Mut, nein, die Dreistigkeit hernehmen, Unternehmer zu spielen. Alles reichlich realitätsfern.
blackstone13 24.10.2012
Wieviel war nochmal die "Abwrackprämie" für die Automobilindustrie? 5 Milliarden? Haben die das auch mal zurückgezahlt? Achso, nur an die Aktienbesitzer, ach dann. Wieviel waren nochmal die "Hilfen" [...]
Wieviel war nochmal die "Abwrackprämie" für die Automobilindustrie? 5 Milliarden? Haben die das auch mal zurückgezahlt? Achso, nur an die Aktienbesitzer, ach dann. Wieviel waren nochmal die "Hilfen" für die Banken? 500 Milliarden? Ham die auch mal was zurückgezahlt? Ja, an die Aktieninhaber, achso, na dann? Wieso werden in diesem Land fortwährend Steuergelder zugunsten von Konzernen veruntreut, die anschließend an Aktieninhaber ausgeschüttet werden? Von ENBW ganz zu schweigen.
unangepasst 24.10.2012
Gab es vor kurzem nicht einen Bericht über einen britischen Soldaten, welcher um sein Leben fürchten mußte weil er irgendwelche Provisionen im Zusammenhang mit Geschäften der EADS- und den Saudis bekannt gemacht hat?!?!
Gab es vor kurzem nicht einen Bericht über einen britischen Soldaten, welcher um sein Leben fürchten mußte weil er irgendwelche Provisionen im Zusammenhang mit Geschäften der EADS- und den Saudis bekannt gemacht hat?!?!
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  • Mittwoch, 24.10.2012 – 20:23 Uhr
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