EADS Enders warnt seine Manager vor Korruption

Ermittler haben mehrere Gebäude des Rüstungskonzerns EADS durchsucht. Der Verdacht lautet auf Bestechung und Untreue beim Verkauf von "Eurofightern" an Österreich. Konzernchef Enders schrieb in einem Brief an seine Führungskräfte, beim Thema Korruption gebe es "null Toleranz".

EADS-Chef Enders: Gesetz zu brechen ist keine Option
dapd

EADS-Chef Enders: Gesetz zu brechen ist keine Option


Hamburg - Der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Thomas Enders, hat seine Führungskräfte eindringlich vor den Folgen von Korruption gewarnt. In einem Brief an das Management, aus dem die "Financial Times Deutschland" zitiert, heißt es demnach: "Es gibt keinen Platz für betrügerisches oder unethisches Verhalten bei EADS."

Am Vortag hatte es laut Medienberichten staatsanwaltschaftliche Durchsuchungen an mehreren deutschen EADS-Standorten gegeben. Der Verdacht lautet auf Bestechung und Untreue im Zusammenhang mit dem Verkauf von Kampfflugzeugen vom Typ "Eurofighter" an Österreich.

Österreichische Ermittler stießen dabei auf eine Verbindung zum Rechtspopulisten Jörg Haider. Die Staatsanwaltschaft ermittle auch gegen die von Haider gegründete Lakeside-Stiftung, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey. An die Stiftung sollen über Umwege Millionen Euro von "Eurofighter"-Herstellerfirmen geflossen sein, berichtete der ORF.

Umsatz und Gewinn gesteigert

Sollten die Untersuchungen kriminelles Verhalten oder andere Mängel ergeben, werde der Konzern sich umfassend damit beschäftigen, kündigte Enders laut "FTD" an. Das Gesetz zu brechen sei keine Option. Da gebe es "null Toleranz", habe Enders gesagt.

Trotz der gescheiterten Fusion mit BAE Systems und großer Probleme mit dem A380 legte EADS bei Umsatz und Gewinn stark zu: Die Erlöse erhöhten sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 14 Prozent auf 37,2 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg von Januar bis September im Vorjahresvergleich von 421 Millionen auf 903 Millionen Euro.

cte/dpa/dapd

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
les2005 08.11.2012
1. Null Toleranz...
Zitat von sysopdapdErmittler haben mehrere Gebäude des Rüstungskonzerns EADS durchsucht. Der Verdacht lautet auf Bestechung und Untreue beim Verkauf von Eurofightern an Österreich. Konzernchef Enders schrieb in einem Brief an seine Führungskräfte, beim Thema Korruption gebe es "null Toleranz". http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/eads-chef-enders-warnt-seine-manager-vor-korruption-a-866152.html
"Null Toleranz" hieß es doch immer schon, wenn man Konzernchefs fragte, auch bei Siemens in der guten alten Zeit. Aber die Manager wußten, daß es auch null Toleranz gab, wenn man es versäumte, alles Nötige zu tun um Aufträge an Land zu ziehen. Der Markt von EADS, mit riesigen Auftragssummen und Regierungskunden, ist doch wie geschaffen für Korruption. Da wird Herr Enders schon etwas mehr tun müssen als einen Rundbrief verfassen, wenn es ihm ernst ist.
fleon 08.11.2012
2. Doping für die Schwachen
Ich habe viele Jahre für eine sehr große IT-Firma gearbeitet und auch bei uns gab es - tatsächlich gelebte - "Null Toleranz" bei Verstössen gegen den Firmenkodex, inkl. Bestechungssregelung. Trotzdem hat es das immer wieder gegeben. Es ist so wie beim Doping; es ist verboten, aber es geht und es bringt den Erfolg. Aber es ist gerade oder auch ein Ego-Problem. Man macht es nicht weil man keine Alternative hatte (machen alle, ich muss Abschlüsse machen, wie soll ich Nein sagen wenn ich vor dem Abschluß gefragt werde, da hängen Arbeitsplätze dran usw.) sondern man nimmt diese scheinbar guten Argumente als Ausreden. Eine Ausrede weil ma selber zu schwach war oder das Produkt nicht gut genug. Tatsächlich treiben einen doch ganz egoistische Gründe: Karrieredenken, Gehalt, Ansehen. Man muss das nicht tun, man tut es weil man es kann und will! Daher reicht meines Erachtens ein Rundbrief zur Erinnerung völlig aus.
stanzer 11.11.2012
3. EADS und Staatsknete
Die Finanzierung von EADS geschieht auch mit staatlichem Geld. Hier ist das Kernproblem,
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