Rüstungssparte: EADS-Tochter streicht 850 Stellen

Gekürzte Wehretats, harter Wettbewerb und dann noch die geplatzte Fusion mit BAE: Die Rüstungssparte von EADS erlebt schwere Zeiten. Cassidian muss sparen, 850 Jobs sollen gestrichen werden.

EADS: Cassidian will 200 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr einsparen Zur Großansicht
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EADS: Cassidian will 200 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr einsparen

München - Die kriselnde EADS-Rüstungssparte Cassidian verschärft ihren Sparkurs. Dazu will der Konzern auch 850 Stellen streichen, vor allem im Management. Das teilte der neue Chef des Unternehmens, Bernhard Gerwert, mit. Der Stellenabbau solle möglichst ohne Entlassungen gestaltet werden.

Bis 2014 will Gerwert zudem 200 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr einsparen. Bisher hatte der Konzern geplant, die jährlichen Kosten um 370 Millionen Euro zu drücken. Er wisse, dass dies harte und sehr ernste Entscheidungen seien, schreibt Gerwert in einem Brief an die Mitarbeiter. Der extrem harte Wettbewerb und die schwierige Marktlage ließen aber keine anderen Möglichkeiten. .

Anders als die EADS-Tochter Airbus ist Cassidian vom Scheitern der Fusion mit BAE besonders betroffen. Die Sparte büßte 2011 gut zwei Prozent Umsatz ein und verdiente operativ mit 331 Millionen Euro 28 Prozent weniger. Angesichts der Euro-Krise und knapper Kassen kürzen viele Staaten ihre Verteidigungsausgaben. Auch in Deutschland stehen Aufträge zur Disposition. Seit langem laufen etwa Gespräche über kleinere Bestellungen von Kampfflugzeugen oder Hubschraubern. In der "Eurofighter"-Wartung im bayerischen Manching gibt es Kurzarbeit.

In dem Brief räumt Gerwert ein, dass die Ziele ambitioniert seien. Es reiche nicht, besser zu werden, sondern "wir müssen besser sein als unsere Wettbewerber". EADS-Chef Tom Enders hatte nach dem Scheitern der Fusionspläne mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Systems die Mitarbeiter von Cassidian bereits auf härtere Zeiten eingestimmt - und die Zukunft der Sparte offengelassen. Im Rüstungsgeschäft müsse alles auf den Prüfstand gestellt werden.

EADS Chart zeigen und BAE hatten sich zum weltweit größten Luftfahrt- und Rüstungskonzern zusammenschließen wollen. Der Deal scheiterte aber wegen des starken politischen Widerstands vor allem von der Bundesregierung.

cte/dpa

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EADS
Der Konzern
Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) wurde 2000 gegründet. EADS ist der größte Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern in Europa und der zweitgrößte Branchenvertreter der Welt. Das Unternehmen setzt gut 40 Milliarden Euro pro Jahr um und beschäftigt fast 120.000 Mitarbeiter.
Die Geschäftsfelder
Rund drei Viertel seines Umsatzes erzielt EADS mit dem Flugzeughersteller Airbus, der sowohl zivile (u. a. A 380) als auch militärische (A400M) Modelle im Angebot hat. Der restliche Umsatz verteilt sich auf das Geschäft mit Hubschraubern ("Eurocopter"), die Raumfahrt ("Astrium") sowie die Produktion von Eurofigthern und Co.
Der Chef
Seit Juni 2012 steht der Deutschen Thomas Enders an der Spitze von EADS. Zuvor hatte der Franzose Louis Gallois den Konzern geführt.

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