Luftfahrt Easyjet zahlt Warteprämie für Ex-Air-Berliner

Die Billigfluglinie Easyjet zeigt sich bei der geplanten Übernahme von Beschäftigten der insolventen Air Berlin großzügiger als erwartet: Sie bekommen nach SPIEGEL-Informationen ein Überbrückungsgeld.

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Es war eine Dreiviertelstunde nach der Landung des letzten regulären Air-Berlin-Fluges in Berlin-Schönefeld am Freitag vergangener Woche, als die frohe Botschaft kam: Auch für die restlichen rund zwei Dutzend Jets der Fluglinie und gut 1000 verbliebene fliegende Mitarbeiter könnte sich eine berufliche Perspektive ergeben - bei dem britischen Billigflieger Easyjet.

Christine Behle, Vorstandsmitglied bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, lobte den Erwerber überschwänglich. Die Beschäftigten müssten keine finanziellen Einbußen hinnehmen, schwärmte sie. Und das ausgerechnet bei einem Billigflieger? Behle wusste, wovon sie sprach. Sie und ihre Kollegen hatten mit der Airline schon kurz zuvor eine Vereinbarung abgeschlossen, die den Übergang ehemaliger Air-Berlin-Mitarbeiter regelt und in der Branche Vorbildcharakter haben dürfte. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Prämie zusätzlich zum Arbeitslosengeld

Weil es dauert, bis alle Flugzeugführer und Kabinenangestellten umgeschult sind und dafür nur begrenzt Plätze zur Verfügung stehen, zahlt Easyjet nach SPIEGEL-Informationen eine Art Wartegeld, damit die begehrten Kräfte nicht vorzeitig zu Wettbewerbern wechseln.

Wer gleich im Januar anfangen kann, geht leer aus, da er sofort sein reguläres Gehalt bezieht. Alle anderen neuen Mitarbeiter können mit Stillhalte- und Warteprämien rechnen. Für Piloten, die erst im September 2018 auf die Gehaltsliste von Easyjet rücken, beträgt sie 40.000 Euro, Co-Piloten bekommen immerhin bis zu 16.000 Euro.

Flugbegleiter können in der Spitze 6400 Euro erreichen zusätzlich zum Arbeitslosengeld. Der einzige Haken an der Sache: Wer innerhalb eines Jahres auf eigene Faust ausscheidet, muss den Überbrückungsbonus zurückzahlen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - diese Woche bereits ab Donnerstagmorgen erhältlich.

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