Zahlungsdienstleister Ebay trennt sich von PayPal

Ebay will PayPal als Zahlungsdienstleister ersetzen. Kunden sollen aber zunächst nicht betroffen sein.

PayPal-Werbung in New York (Archiv)
DPA

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Ebay verzichtet künftig auf die Dienste seiner ehemaligen Tochter PayPal als Zahlungsabwickler. Damit verliert der Bezahldienst einen Teil seines Geschäfts. Die Handelsplattform entschied sich für die niederländische Firma Adyen als künftigen Partner. Adyen soll die Rolle als Zahlungsabwickler Mitte 2020 übernehmen, wenn der Vertrag mit PayPal ausläuft.

Die PayPal-Aktie fiel nach der Ankündigung trotz guter Quartalszahlen zeitweise um gut sieben Prozent. Das Papier von Ebay legte dagegen um rund zehn Prozent zu.

Verbraucher sollen weiterhin PayPal als Bezahloption nutzen können, mindestens bis 2023. PayPal ist sowohl als Bezahldienst für Konsumenten als auch als Zahlungsabwickler im Hintergrund aktiv.

Ebay will künftig selbst als Mittelsmann bei Zahlungen auf der Plattform auftreten. Dann soll der Käufer das Geld nicht mehr direkt dem Verkäufer überweisen, sondern erst an Ebay, das seinerseits den Anbieter der Waren auszahlt. Die Umstellung solle mehrere Jahre dauern.

Ebay baut Angebot um

Ebay steht derzeit im Wettbewerb mit Amazon. Um nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten, baute der US-Konzern sein Angebot um und vereinfachte seine Zahlungsmodalitäten, um mehr Kunden anzusprechen.

Unterdessen stieg der Ebay-Umsatz im vierten Quartal um neun Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Wegen einer Sonderbelastung im Zusammenhang mit der US-Steuerreform in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar rutschte der Konzern mit 2,6 Milliarden Dollar in die roten Zahlen.

Umsatz mit Ebay rückläufig

PayPal-Chef Dan Shulman sagte vor Analysten, Ebay sei zwar ein wichtiger Kunde, aber das Geschäft mit anderen Unternehmen sei zuletzt viel schneller gewachsen. Der Verlust der Ebay-Erlöse werde "durchaus zu managen sein".

Finanzchef John Rainey deutete zudem an, dass PayPal selbst angesichts unzureichender Profitabilität nicht an der Fortsetzung des Ebay-Deals interessiert gewesen sei.

PayPal hatte sich 2015 als eigenständiges Unternehmen von der langjährigen Konzernmutter abgespalten. Damals kam noch rund ein Viertel der PayPal-Erlöse von der Ebay-Plattform, ein Jahr später war es noch gut ein Fünftel. Zuletzt machte das Geschäft mit dem früheren Mutterkonzern rund 13 Prozent der Gesamtzahlungen aus.

PayPal steigerte den Überschuss im vierten Quartal im Jahresvergleich um 59 Prozent auf 620 Millionen Dollar (499 Millionen Euro). Die Erlöse kletterten um 26 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.

brt/dpa/Reuters

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iffelsine 01.02.2018
1. Seit 1999 bei eBay mitgemacht und
dann habe ich ein Angebot ersteigert, wo das Bild abwich von der sehr blumigen Beschreibung. Ein Fall für eBays Kundenschutz. eBay stellte sich auf die Anbieterseite und sich ins Abseits. Nach über 2.000 Käufen bin ich nun nicht mehr bei eBay und ich denke, so geht es vielen Käufern, die dann bei dubiosen Angeboten reinfallen und dem Käufer"schutz" vertraut haben. PayPal ist eine gute Sache und eBay geht damit ein bekannter Zahlungsabwickler verloren. Wieder ein weiteres Stück Vertrauen weniger...
Referendumm 01.02.2018
2. Stimmt so nicht!
"Ebay verzichtet künftig auf die Dienste seiner ehemaligen Tochter PayPal als Zahlungsabwickler. " Falsch! Ebay schreibt: "eBay plant, künftig die Abwicklung der Zahlungen auf der eBay-Plattform zu übernehmen ... * PayPal,* ein langjähriger eBay-Partner, *wird eine Bezahlmöglichkeit bei der Kaufabwicklung für eBay-Käufer sein.* .... Der Übergang zu einer vollständigen Zahlungsabwicklung wird mehrere Jahre dauern. eBay wird damit in der 2. Hälfte 2018 im kleinen Umfang in Nordamerika starten, um diese dann im Rahmen der Bestimmungen der Vereinbarungen mit PayPal 2019 auszweiten. Unsere Erwartungen sind, dass wir im Jahre 2021 die Mehrheit der Marktplatz-Kunden in die neue Zahlungserfahrung integriert haben." Da es bei ebay auch andere Zahlungsmöglichkeiten (außer Paypal) gibt, denke ich pers., dass Paypal noch lange bei ebay bestehen bleiben wird. Wenn ebay eine weitere Zahlungsmöglichkeit anbietet, so ist das sicher bequemer, obs besser ist, sei mal dahingestellt.
dwg 01.02.2018
3.
Paypal hat sich nicht abgespalten, sondern ist abgespalten worden zur Maximierung des Shareholder Values. So, wie jetzt Cevian ThyssenKrupp vertikal teilen möchte, um auf einem höheren Niveau wieder auszusteigen. Gleiches bei ABB - da soll die Energiesparte verkauft werden, damit die Heuschreckenbande ihren Profit bekommt.
CouscousGauthier 01.02.2018
4. Der Paypal-Käuferschutz
ist eine gute Sache und hat mir schon ein paarmal im Konfliktfall mit unzuverlässigen Verkäufern geholfen. Allerdings ist Paypal für Verkäufer ziemlich teuer. Hoffentlich bietet Adyen ähnlich gute Dienste wie Paypal zu einem günstigeren Preis. Der Käuferschutz wird dann wahrscheinlich in Zukunft von eBay selber kommen (wie viel früher schon einmal, siehe #1) und es bleibt abzuwarten, ob sich dadurch etwas für Käufer verschlechtert.
Referendumm 01.02.2018
5.
Zitat von CouscousGauthierist eine gute Sache und hat mir schon ein paarmal im Konfliktfall mit unzuverlässigen Verkäufern geholfen. Allerdings ist Paypal für Verkäufer ziemlich teuer. Hoffentlich bietet Adyen ähnlich gute Dienste wie Paypal zu einem günstigeren Preis. Der Käuferschutz wird dann wahrscheinlich in Zukunft von eBay selber kommen (wie viel früher schon einmal, siehe #1) und es bleibt abzuwarten, ob sich dadurch etwas für Käufer verschlechtert.
Es wäre sehr wünschenwert, wenn sich bei ebay einiges verbessern täte! Ebay interessiert sich nämlich 0,0 dafür, wenn ebay-Kunden abgezockt werden. Ebay ist ja noch nicht einmal in der Lage die Adresse eines Anbieters zu verifizieren noch seine Kontoverbindung. Auf gut deutsch gesagt, kann ich JEDE beliebige Adresse eingeben und JEDE beliebige Kontoverbindung. Wird man gelinkt, kann man selber gucken, wie das Geld wieder zurückkommt. Ebays-Hilfe ist dabei nahezu Null wert. das interessiert die rein gar nicht. Auch dass die Bezahlmöglichkeit via PayPal NICHT überall / bei JEDEM Anbiter Pflicht ist, halte ich als Käufer für untragbar. Ja, PayPal kostet Geld - aber in Anbetracht der horrenden Ebay-Gebühren (knapp 10 % vom Verkauswert) sind das doch eher Peanuts. Demnächst wird man dann als Verkäufer wohl > 10 % an Ebay abdrücken müssen. Na toll, dann ist ja alles super.
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