Trotz höherem Umsatz Hackerangriff bremst Geschäft von Ebay

Dank seines Bezahldienstes PayPal hat Ebay den Umsatz im zweiten Quartal steigern können. Doch ein Hackerangriff vermasselte dem Online-Händler noch höheres Wachstum.

Schild am Ebay-Hauptquartier in Kalifornien: Serie von Problemen
AP/dpa

Schild am Ebay-Hauptquartier in Kalifornien: Serie von Problemen


San Jose - Ein im Frühjahr bekannt gewordener Hackerangriff auf Ebay hatte bei den Kunden des Online-Händlers für Aufregung gesorgt. Das Unternehmen bekam die Folgen der Cyber-Attacke auch geschäftlich zu spüren. Zwar stieg der Umsatz im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 4,37 Milliarden Dollar, doch das Wachstum sei durch die weltweite Erneuerung der Passwörter behindert worden, sagte Firmenchef John Donahoe. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dennoch um 6 Prozent auf unter dem Strich 676 Millionen Dollar.

Das Wachstum geht vor allem auf den Bezahldienst PayPal zurück. Dieser konnte seinen Umsatz um 20 Prozent steigern und gilt als zentrale Stütze von Ebay. Über PayPal können Internetnutzer ihre Online-Einkäufe abwickeln. Der Umsatzzuwachs im angestammten Marktplatz-Geschäft lag mit 9 Prozent unter dem Wert der vorangegangenen Quartale.

Ebay hatte im Mai einen Hackerangriff publik gemacht. Bei der Attacke zwischen Ende Februar und Anfang März wurde nach Firmenangaben eine Datenbank mit verschlüsselten Passwörtern sowie persönlichen Angaben wie Adressen und Geburtsdaten angezapft. Ebay konnte keinen direkten Missbrauch ausmachen, forderte seine Nutzer aber vorsichtshalber auf, ihre Passwörter zu ändern.

Geänderter Google-Algorithmus macht Ebay Probleme

Neben der Cyber-Attacke macht Ebay ein veränderter Algorithmus des marktbeherrschenden Suchmaschinenbetreibers Google zu schaffen. Denn infolge der Änderung wurden Ebay-Inhalte bei den Suchergebnissen deutlich tiefer angezeigt. Dadurch verringerte sich der Verkehr auf der Ebay-Seite schlagartig.

"Das erste Halbjahr war für uns voller Herausforderungen mit einigen Störfeuern", fasste Finanzchef Bob Swan die Serie von Problemen zusammen. Besonders die Verunsicherung der Kunden durch den Cyber-Angriff und die Änderungen in den Google-Ergebnislisten hätten "einen unmittelbaren und dramatischen Effekt" auf das alltägliche Geschäft von Ebay gehabt.

Mit Rabatt-Aktionen und verstärkten Marketing-Maßnahmen sollen nun wieder mehr Nutzer auf die Plattform gelockt werden. Für die nächsten Monate zeigt sich Ebay vorsichtig optimistisch. Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr nun einen Umsatz von maximal 18,3 Milliarden Dollar statt zuvor 18,5 Milliarden Dollar.

mmq/Reuters/dpa

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
Susi Sorglos 17.07.2014
1. Trotz höherem Umsatz ?
In Deutschland müsste es doch eher "trotz höheren Umsatzes" lauten. Lehrt man auf der Journlistenschule kein Deutsch mehr ?
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