US-Verträge Konzern will Neukunden nicht mehr gegen Ebola versichern

Als Reaktion auf die Ebola-Epidemie in Westafrika bietet der Versicherer ACE Neukunden in bestimmten Fällen keine Police mehr gegen die Viruserkrankung. Betroffen sind US-Unternehmen, deren Mitarbeiter regelmäßig ins Ausland reisen.

Ebola-Präventionsteam in Dallas: Risiken neu bewerten
DPA

Ebola-Präventionsteam in Dallas: Risiken neu bewerten


London - Das Versicherungsunternehmen ACE verweigert künftig in bestimmten Fällen Policen gegen Ebola. Die Assekuranz teilte mit, dies betreffe bestimmte Neuabschlüsse sowie zur Neuverhandlung anstehende Verträge. ACE versichert amerikanische Unternehmen, die außerhalb der USA tätig sind oder deren Mitarbeiter regelmäßig ins Ausland reisen. Die Regelung betreffe aber nur Kunden, die in bestimmten afrikanischen Ländern tätig seien, hieß es. Hier werde man Risiken neu bewerten.

Der Versicherungskonzern ACE ist international tätig und hat seinen Sitz in Zürich. Wie viele Verträge von der neuen Regelung betroffen sind, gab das Unternehmen nicht bekannt. ACE dürfte einer der ersten Versicherer sein, der mit Änderungen bei Verträgen auf die Ebola-Epidemie in Westafrika reagiert.

Experten verweisen darauf, dass Versicherer ihre Angebote ständig an veränderte Risiken anpassen. Dies könne Gesundheitsrisiken wie Ebola betreffen, Naturkatastrophen wie Erdbeben oder auch politische Spannungen.

Ebola grassiert vor allem in Westafrika. Seit dem Ausbruch sind laut der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als 9000 Kranke in Guinea, Liberia und Sierra Leone gemeldet worden, von denen rund die Hälfte gestorben ist. Die Krankheit wurde in die USA, nach Spanien, Nigeria und in den Senegal eingeschleppt. Die WHO erklärte den Senegal und Nigeria inzwischen wieder für Ebola-frei.

mmq/AP/Reuters

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leser008 22.10.2014
1. Hauptsache es rechnet sich
Vielleicht hat der Versicherer in Einem recht. Man fliegt einfach nicht nach Westafrika und Schluss. Gleichzeitig natürlich der Beweis, dass privat immer besser ist und die Probleme / Risiken von der freien Wirtschaft top gelöst werden.
hzj 22.10.2014
2. Wie versichern DRK und Co ihre Helfer
Da stellt sich mir die Frage, wie DRK, Bundeswehr und andere Organisationen ihre hauptberuflichen und ehrenamtlichen Helfer versichern. Denn für jeden, der dorthin geht, besteht eine sehr hohe Ansteckungsgefahr. Für Soldaten ist es vielleicht nur das normale Berufsrisiko wie bei jedem Einsatz im Ausland, für alle Zivilisten ist es aber eine enorme Selbstgefährdung, die jedes normale Risiko des Zivillebens weit übersteigt. Gibt es von den Hilfsorganisationen eine Lebensversicherung, eine lebenslange Rente, Witwen- und Waisengeld für Hinterbliebene, wenn was passiert, oder bleibt es das persönliche Abenteuer?
Don_Draper 22.10.2014
3. Ich bin zwar nicht
für die private Krankenversicherung, aber das der Konzern Neukunden nicht gegen Ebola versichern will, stimmt ja so nicht. Das Risiko wird neu berechnet. Bei Llodys kann man sich gegen alles versichern lassen, das kostet nur. Und so wird es hier auch sein. Und wie schon jemand sagte, wieder ein Teil der menschlichen Bedürfnisse, die eben nicht über den freien Markt geregelt werden. Die Gesundheit gehört in öffentliche Hände.
Real Nobody 22.10.2014
4. Versicherung
Zitat von leser008Vielleicht hat der Versicherer in Einem recht. Man fliegt einfach nicht nach Westafrika und Schluss. Gleichzeitig natürlich der Beweis, dass privat immer besser ist und die Probleme / Risiken von der freien Wirtschaft top gelöst werden.
Falls es keine Ironie war: das ist der Beweis, dass gerade private Verträge hier schlechter sind als alles andere.
Real Nobody 22.10.2014
5. Absicherung
Zitat von hzjDa stellt sich mir die Frage, wie DRK, Bundeswehr und andere Organisationen ihre hauptberuflichen und ehrenamtlichen Helfer versichern. Denn für jeden, der dorthin geht, besteht eine sehr hohe Ansteckungsgefahr. Für Soldaten ist es vielleicht nur das normale Berufsrisiko wie bei jedem Einsatz im Ausland, für alle Zivilisten ist es aber eine enorme Selbstgefährdung, die jedes normale Risiko des Zivillebens weit übersteigt. Gibt es von den Hilfsorganisationen eine Lebensversicherung, eine lebenslange Rente, Witwen- und Waisengeld für Hinterbliebene, wenn was passiert, oder bleibt es das persönliche Abenteuer?
Die Einsätze der Bundeswehr und der Hilfsorganisationen unterliegen besonderen Regelungen, außerhalb der normalen Krankenversicherung. Ob das im Ergebnis gute Regelungen sind, ist eine andere Frage. Bislang ist ja allein die Frage der Rückflug im Ansteckung nicht gesichert, sondern nur gewollt.
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