Einigung im Preiskampf Edeka beendet Nestlé-Boykott

Edeka wollte Nestlé zu Preisnachlässen zwingen und verbannte Produkte des Schweizer Konzerns wochenlang aus seinen Regalen. Jetzt haben sich beide Firmen geeinigt.

Kundin in einem Edeka-Markt (Symbolbild)
DPA

Kundin in einem Edeka-Markt (Symbolbild)


Nach monatelangem Ringen hat sich Nestlé im Streit um künftige Einkaufspreise mit sechs europäischen Einzelhändlern geeinigt. Der Nahrungsmittelkonzern habe eine "ausgewogene Einigung" mit der Händlerallianz Agecore um Edeka und Coop erreicht, bestätigte ein Nestlé-Sprecher.

Um den Druck auf den Schweizer Konzern zu erhöhen, hatten die Einzelhändler Nestlé-Produkte aus den Regalen genommen. Nun würden die Produkte bald wieder zurück in den Regalen der insgesamt sechs Ketten sein, sagte der Nestlé-Sprecher.

"Wir gehen mit Bezug auf Nestle jetzt wieder in den Normalbetrieb", sagte ein Edeka-Sprecher. Über Details sei jedoch Stillschweigen vereinbart worden.

Im Februar hatte Edeka damit begonnen, erste Nestlé-Produkte aus dem Verkaufzu nehmen, um damit seiner Forderung nach besseren Einkaufskonditionen Nachdruck zu verleihen. Zu den bekanntesten Marken des Unternehmens gehören Nescafé, Maggi, Thomy, Wagner Pizza und Vittel.

Produktbann üblich im Streit über Lieferkonditionen

Im ersten Schritt traf es insgesamt 163 Produkte, die für rund 20 Prozent des Umsatzes stehen, den Edeka mit den Artikeln des Schweizer Konzerns erzielt.

Im Rahmen der regelmäßigen Preisverhandlungen zwischen Händlern und Herstellern sind vorübergehende Auslistungen von Produkten nicht ungewöhnlich. Auch zur zeitweiligen Einstellung der Belieferung durch die Hersteller kommt es immer wieder. Schon im Sommer 2015 suchten Kunden der Supermarktkette zeitweise vergeblich nach Produkten von Herstellern wie Dr. Oetker, Nestlé oder Müller Milch. Erst als sich beide Seiten im Streit über die künftigen Lieferkonditionen geeinigt hatten, füllten sich die Regale wieder.

Ein Jahr zuvor hatte der Discounter Lidl Schlagzeilen gemacht, als er Coca Cola für gut zwei Monate aus den Regalen schmiss. Die Begründung damals: "Streit um ein Vermarktungskonzept." Auch bei anderen Ketten fehlen immer wieder bekannte Marken, wenn sich Hersteller und Händler gerade nicht über Konditionen einigen können. "Das gehört zum normalen Geschäft", heißt es in der Branche.

hej/Reuters

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