Edelmetalle Inflationsangst treibt Gold- und Silberpreise

Portugal braucht Milliardenhilfen, die Europäische Zentralbank kämpft gegen Inflation, in Libyen herrscht Krieg. Die Anleger sind verunsichert - und investieren in Edelmetalle. Damit treiben sie den Silberpreis auf Rekordmarken.

Gold und Silber: Krisensichere Anlagen
dapd

Gold und Silber: Krisensichere Anlagen


London - Die weltweiten Krisenherde und Angst vor einer stark anziehenden Teuerung sorgen für Verunsicherung an den Märkten. Als krisensichere Anlagen haben Investoren Edelmetalle auserkoren - und das wirkt sich auf die Preise aus: Eine Feinunze Silber - das sind rund 31 Gramm - kostete am Freitag mehr als 40 US-Dollar. Das ist der höchste Preis seit 31 Jahren. Der Anstieg hängt mit dem hohen Goldpreis zusammen. Für eine Feinunze des Edelmetalls mussten Anleger am Freitag rund 1467 Dollar bezahlen. Der Goldpreis stieg damit auf einen neuen Rekord und kommt damit der psychologisch wichtigen Marke von 1500 Dollar näher.

Silber wird auch als "Gold des kleinen Mannes" bezeichnet, es wird wegen seines deutlich geringeren Wertes von Kleinanlegern stärker als Gold nachgefragt. Edelmetalle gelten traditionell als Inflationsschutz, also als Absicherung vor einer hohen Geldentwertung. Sie dienen aber auch als krisensichere Anlage.

Experten erklärten, die starken Preiszuwächse resultierten vor allem aus der hohen Unsicherheit unter den Anlegern. Vor allem die starken Unruhen in der arabischen Welt, aber auch die wieder aufgeflammte Schuldenkrise in Europa trieben die Investoren in "sichere Häfen" wie Gold und Silber. Darüber hinaus sorgten die weltweit anziehende Inflation und der schwache Dollar für eine starke Edelmetall-Nachfrage. Zumindest die Inflationsängste könnten abnehmen. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) steuert mit einer Leitzins-Erhöhung dagegen.

Neben Unsicherheit und Inflationsrisiken nannten Experten auch den schwachen Dollar in Euro Chart zeigen als Grund für den Preisanstieg bei Edelmetallen. So wurde der Euro in Dollar Chart zeigen am Freitag mit gut 1,44 Dollar gehandelt. Der Kurs kletterte damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2010. Hauptgrund ist die Geldpolitik der Notenbanken: Während die EZB die Zinswende einläutete, sieht es in den USA nicht nach schnellen Zinserhöhungen aus. Da Edelmetalle traditionell in Dollar gehandelt werden, stützt eine schwache US-Währung die Nachfrage nach Gold und Silber aus vielen Ländern.

Dass der Preisboom am Edelmetallmarkt bald enden wird, halten Experte für unwahrscheinlich. "Zumindest in den nächsten Wochen und Monaten rechnen wir mit weiteren Preissteigerungen", sagte die Rohstoff-Expertin Dora Borbély von der DekaBank. "Nicht nur in Nordafrika, auch im Nahen Osten brodelt die Stimmung." Unter Investoren herrsche Angst, dass auch diese Unruhen in schwere Konflikte umschlagen könnten.

Borbély hält es sogar für möglich, dass der Goldpreis die Marke von 1600 Dollar übersteigt. Sollte sich die Lage in den aktuellen Krisengebieten jedoch wieder beruhigen, dürften auch die Gold- und Silberpreise nachgeben.

sdm/dpa-AFX

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insgesamt 21 Beiträge
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Arthur Dent, 08.04.2011
1. Silber und Gold werden teurer..
..und das ist auch gut so !!
kimba2010 08.04.2011
2. Silber und Gold werden teurer..
... und sind immer noch unterbewertet bzw. "billig". Etwas EM gegen den Euroinfarkt kann man nur empfehlen.
t_omte 08.04.2011
3. sicherer Hafen?
Angesichts der sich abzeichnenden spekulativen Übertreibung bei Gold / Silber immer noch von einem "sicheren Hafen" zu sprechen, ist schon absurd. Wer hier als Kleinanleger einsteigt, mag vielleicht noch ein paar % Gewinn machen. Die Gefahr einer deutlichen Korrektur erscheint mir aber ungleich größer und dann sind schnell auch mal 20% und mehr Verlust möglich. Wer in Sachwerte investieren will, ist derzeit m. E. mit renditestarken Werten aus dem Dax immer noch besser bedient.
.Zerberus. 08.04.2011
4. ...
Gold steigt nicht im Wert Dollar und Euro sinken bloß ... Silber dagegen steigt im Preis. Die EZB Zinswende ist einfach nur ein Witz, die Zinsen müssten für Deutschland viel höher sein, um der Inflation entgegenzuwirken. Achja Massenmedien wie Spiegel sollten als Contraindikator genommen werden (wer noch kein Gold und Silber hat sollte trotzdem zugreifen).
McQueen58 08.04.2011
5. ...
Bin mal gespannt wie sich der Goldpreis entwickelt wenn in nen paar Wochen die ersten Nachrichten kommmen dass Italien evlt. unter den Rettungsschirm muss.... dafür is der nämlich zu klein!
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