Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Abfallkonzern EEW: Chinesen starten größte Übernahme in Deutschland

Müllverbrennungsanlage von EEW in Hannover: Energiegewinnung statt Halde Zur Großansicht
DPA

Müllverbrennungsanlage von EEW in Hannover: Energiegewinnung statt Halde

Es ist die bislang teuerste Übernahme eines chinesischen Unternehmens in Deutschland: Der Investor Beijing Enterprises kauft den niedersächsischen Abfallkonzern EEW - und zahlt dafür eine Milliardensumme.

Aus Müll Geld machen, das ist das Geheimnis der Firma EEW aus dem niedersächsischen Helmstedt. Das Unternehmen arbeitet daran, Müll in Energie zu verwandeln - und ist damit offenbar auf großes Interesse in China gestoßen.

Die chinesische Holding Beijing Enterprises will den Abfallkonzern für 1,438 Milliarden Euro kaufen. Das teilte der bisherige Besitzer von EEW, der schwedische Investor EQT, am Donnerstag mit. Den Angaben zufolge handelt es sich dabei um die bisher größte chinesische Direktinvestition in ein deutsches Unternehmen. Der Verkauf steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Wettbewerbsbehörden, die den Deal absegnen müssen.

EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte. Selbst der Abfall des verbrannten Abfalls - größtenteils Schlacke - wird später weiterverwendet, vor allem im Straßenbau.

Chinesische Firmen sind derzeit besonders interessiert an deutschen Unternehmen. Im vergangenen Jahr kauften sie laut dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young (EY) 36 Firmen. Die jetzt für EEW angesetzte Kaufsumme übertrifft allerdings alle bisherigen Rekorde klar.

Vor Kurzem war bekannt geworden, dass ChemChina, der größte Chemiekonzern des Landes, den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei für 925 Millionen Euro erwerben will. Die zuvor größte Transaktion war der Kauf des Betonpumpenherstellers Putzmeister, der vom chinesischen Baumaschinenhersteller Sany Anfang 2012 übernommen wurde.

stk/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Das Know How ist es
klaus64 04.02.2016
Chinesen haben bereits begonnen Müllverbrennungsanlagen von deutschen Firmen projektieren zu lassen. Die Errichtung dauert aber. Der Kauf eröffnet natürlich nun ganz andere Möglichkeiten der schnellen Errichtung effizienter Werke in China. Ein toller Schachzug.
2. Laie
dondon 04.02.2016
Als Laie würde mich natürlich die Meinung eines Fachmanns interessieren. Wer profitiert davon, wer ist der Verlierer, wie sieht es mit Arbeitsplätzen aus, ist es eine erfreuliche Entwicklung aus Umweltsicht?
3. Im Gegenzug
syssifus 04.02.2016
kann nur ein Anteil von 49% an einer chinesischen Firma erworben werden,d.h. die Firma bleibt im Besitz des Staates.So dumm sind die nicht, sich vollends das Heft aus der Hand nehmen zu lassen.
4. Heuschrecken
darthmax 04.02.2016
ein chinesischer Investor kauft von einem schwedischen Investor eine Firma in Deutschland. Sowas nannte man früher Heuschrecken. Es kommt auf das Ergebnis an.
5. Nicht nur Wirtshaftsflüchtlinge kommen nach Dtschld.
eckawol 04.02.2016
Die chinesischen Investitionen via Firmenaufkäufe zeigen , dass der Transfer von praxis-erprobten Know-How durch Firmenaufkäufe langfristig preiswerter sein kann als die Realisierung von Einzelprojekten in China durch Vergabe an ausländische Auftragnehmer.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: