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Ehec-Epidemie: Gericht weist Klage von Sprossenhersteller ab

Sprossen auf dem Markt: Ursprung der Ehec-Epidemie ist umstritten Zur Großansicht
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Sprossen auf dem Markt: Ursprung der Ehec-Epidemie ist umstritten

Ein Sprossenhersteller ist mit seiner Klage gegen das Bundesamt für Verbraucherschutz gescheitert. Seine Forderung: Schadensersatz in Höhe von einer Million Euro - wegen Umsatzeinbußen zur Zeit der Ehec-Epidemie.

Hamburg/Braunschweig - Der Ehec-Erreger tauchte im Mai 2011 wie aus dem Nichts auf. Viele der Erkrankten hatten rohe Sprossen gegessen. Deren Verzehr war im Anschluss lange verpönt, Gartenbaubetriebe verzeichneten massive Einbußen bei den Einnahmen. Ein Sprossenhersteller forderte deshalb Schadensersatz - ohne Erfolg: Das Landgericht Braunschweig wies am Dienstag die Klage des in der Nähe von Hamburg ansässigen Unternehmens ab.

Der Hersteller hatte Schadensersatz in Höhe von einer Million Euro beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geltend gemacht. Der Betrieb begründete die Forderung mit einem eklatanten Umsatzeinbruch und kritisierte, dass die in Braunschweig ansässige Behörde die Hersteller unter Generalverdacht gestellt habe.

Die Epidemie war der schwerste Ausbruch einer Infektionskrankheit in Deutschland seit Jahrzehnten. Insgesamt 3842 Menschen hatten sich mit dem Darmkeim Ehec angesteckt, 855 davon entwickelten das sogenannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), eine lebensgefährliche Komplikation. 53 Menschen starben an den Folgen der Infektion.

Auf den Verzehr von Sprossen aber konnte laut einer Recherche der Organisation Foodwatch nur rund ein Zehntel der Erkrankungen zurückgeführt werden. Anders als von der Bundesregierung zunächst behauptet, handelte es sich bei den aus Ägypten importierten Bockshornklee-Samen, aus denen Sprossen gezüchtet wurden, vermutlich nicht um die Hauptinfektionsquelle.

bos/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. +jackass+
jackass 20.05.2014
EHEC war mit Sicherheit ein Biowaffenanschlag. Und um hier schön alle Verschwörungen (gegen uns) zusammenzufassen - ausgebracht durch Chemtrails. Deutschland wollte bei irgendwas nicht mitmachen-fragt mich jetzt nicht bei was-und wurde dafür vom Big Brother abgemahnt. Volkswirtschaftliche Schäden um die 3 Milliarden. Damit würde sich erklären lassen, das es aus dem Nichts kam und wieder verschwand. Wer jetzt nach Quellen fragt - informiert euch selbst - aber keine Angst vorm Schwarzen Mann im pösen VTernet! Wie wunderbar das diese Version der Geschichte nur einem kleinen Teil vorbehalten ist - der Machtelite und uns paar Spinnern! ;)
2. Die Epedemie
u.loose 20.05.2014
hätte man leicht vermeiden können, wenn am die Sprossen sinnvollerweise mit einer Chlorlösung gespühlt hätte... Hierzulande hocken sich die Leute aber lieber im Spassbad in eine stärkere Konzentration, als ihr Essen sicher zu halten....
3. Artikelmangel
Ursprung 20.05.2014
Zitat von sysopGetty ImagesEin Sprossenhersteller ist mit seiner Klage gegen das Bundesamt für Verbraucherschutz gescheitert. Seine Forderung: Schadenersatz in Höhe von einer Million Euro - wegen Umsatzeinbußen zur Zeit der Ehec-Epidemie. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ehec-epidemie-gericht-weist-klage-von-sprossenhersteller-ab-a-970478.html
Aus dem Artikel geht nicht hervor, mit welcher Hauptbegruendung das Gericht die Klage zurueckgewiesen haette. Halte ich fuer einen Informationsmangel des Artikels. Die Vielschichtigkeit des Themas geht von der Industrieabhaengigkeit des RKI bis zur Wurschtigkeit der Politbehoerden, um so einen Lebensmittelskandal schellstens aus der Oeffentlichkeitsagenda verschwinden zu lassen bis zu moeglicherweise absichtlich tendienziellen Falschmeldungen, also gezielten Desinformationen durch Medien aus unaufgeklaerten Gruenden. Bei solcher Gemengelage sollte wenigstens in einem Artikel darueber ein Hinweis zu dem Thema stehen, nicht nur das, sondern warum ein Gericht eine solche Klage zurueckgewiesen habe. Das Warum waere eine Nachricht wert, das "dass" ist wertlos. Fuer eine eigene Meinungsbildung.
4. Begründung
s-d 20.05.2014
" Im Tenor der 35-seitigen Urteilsbegründung heißt es, dass im vorliegenden Einzelfall die Verbraucherbelange höher bewertet werden müssten. Somit sei die vom Bundesamt herausgegebene Verbraucherwarnung berechtigt gewesen." ( http://www.faz.net/agenturmeldungen/unternehmensnachrichten/kein-schadenersatz-fuer-sprossenhersteller-klage-abgewiesen-12948795.html)
5. Harmlos oder Lobbyist?
Ursprung 20.05.2014
Zitat von u.loosehätte man leicht vermeiden können, wenn am die Sprossen sinnvollerweise mit einer Chlorlösung gespühlt hätte... Hierzulande hocken sich die Leute aber lieber im Spassbad in eine stärkere Konzentration, als ihr Essen sicher zu halten....
Sie meinen also allen Ernstes, dass es fuer uns Menschen keinen Unterschied mache, unsere Haut oder das innere Verdauungssystem einer Chlorloesung auszusetzen? Genauer: Sie halten die Mikroorganismenflora auf unserer Haut mit der des Darmes fuer identisch? Sind Sie nur gedankenlos (ein vergleichsweise Harmloser also) oder Lobbyist einer Industrie, die den Konsumentenwiderstand gegen schamlose Ausnutzung aller zum Geldwohl weniger brechen will?
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