Ehefrau des Ex-Kanzlers: Karstadt beruft Doris Schröder-Köpf in Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Kaufhauskette Karstadt hat einen prominenten Zugang: Doris Schröder-Köpf, Ehefrau von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, soll in dem Kontrollgremium die Arbeitgeberseite vertreten. Ihr Ehemann und Karstadt-Retter Nicolas Berggruen kennen sich.

Schröder-Köpf: "An einer guten Zukunft für Karstadt mitarbeiten" Zur Großansicht
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Schröder-Köpf: "An einer guten Zukunft für Karstadt mitarbeiten"

Essen - Bis 2005 im Kanzleramt, künftig im Karstadt-Aufsichtsrat: Doris Schröder-Köpf hat einen neuen Posten. Die Frau von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) gehöre seit der Sitzung am Montag dem Kontrollgremium für die Arbeitgeberseite an, teilte die Warenhauskette in Essen mit. Die Journalistin habe einen frei werdenden Aufsichtsratsposten übernommen.

Mit dem Beitritt der 47-Jährigen steige der Frauenanteil in dem Gremium auf 40 Prozent. Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen dankte Schröder-Köpf für die Bereitschaft, sich für die Zukunft des Unternehmens zu engagieren. Die Neu-Aufsichtsrätin erwiderte die Freundlichkeiten: "Ich danke für das Vertrauen und freue mich darauf, an einer guten Zukunft für Karstadt mitarbeiten zu dürfen." Neues Mitglied im Aufsichtsrat ist zudem Konzernangaben zufolge der Unternehmer Christian Gries ("Depot", "ipuro").

Schröder-Köpf ist seit 1997 mit Ex-Kanzler Schröder verheiratet. Berggruen kennt den ehemaligen Regierungschef: Im Herbst vergangenen Jahres waren die beiden bei einem gemeinsamen Essen in Berlin gesehen worden, nachdem Berggruen seine Rettungspläne für Karstadt verkündet hatte. Schröder engagiert sich nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" auch als politischer Berater eines von Berggruen gegründeten Instituts in den USA.

Karstadt hatte mit 120 Waren- und Sporthäusern im Sommer 2009 zusammen mit der Mutter Arcandor Insolvenz anmelden müssen. Im Oktober vergangenen Jahres übernahm der Milliardär Berggruen die Kette mit über 20.000 Mitarbeitern.

ulz/dpa/AFP

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1. Nein Nein
cosmo72 17.01.2011
Dieses Land ist nicht zu einem "elitären" Selbstbedienungs- und Vetternwirtschaftssystem mit sich anbahndender DDR 3.0 (http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2009-09/indect-ueberwachung) Überwachung geworden - das täuscht! *Ehrlich - die oben hauen sich nicht die Taschen voll und schieben sich Pöstchen zu, abgesichert durch Pensionen und Bezüge aus Politik - das wirkt nur so! *
2. Verantwortungs- und Leistungselite
kundennummer 17.01.2011
Zitat von cosmo72Dieses Land ist nicht zu einem "elitären" Selbstbedienungs- und Vetternwirtschaftssystem mit sich anbahndender DDR 3.0 (http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2009-09/indect-ueberwachung) Überwachung geworden - das täuscht! *Ehrlich - die oben hauen sich nicht die Taschen voll und schieben sich Pöstchen zu, abgesichert durch Pensionen und Bezüge aus Politik - das wirkt nur so! *
Und die Farbe ist wirklich komplett egal bei "diesen Dingen" Alle aus der nationalen Fron der BRD machen mit, auch die ach so kritische LINKE. Wahrlich der Kaiser ist N A C K T
3. Quali
arborea 17.01.2011
Zitat von sysopDer Aufsichtsrat der Kaufhauskette Karstadt hat einen prominenten Zugang: Doris Schröder-Köpf, Ehefrau von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, soll in dem Kontrollgremium die Arbeitgeberseite vertreten. Ihr Ehemann und Karstadt-Retter Nicolas Berggruen kennen sich. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,740021,00.html
Qualifikation? Frau Schröder hat bestimmt schon mal in einem Kaufhaus der Kette eingekauft. Sicherlich nimmt Karstadt jetzt neben Salatöl nun auch russische Ölprodukte in welcher Form auch immer in sein Sortiment. Doch, die Berufung macht Sinn.
4. Bald wie China hier!
cosmo72 17.01.2011
Zitat von sysopDer Aufsichtsrat der Kaufhauskette Karstadt hat einen prominenten Zugang: Doris Schröder-Köpf, Ehefrau von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, soll in dem Kontrollgremium die Arbeitgeberseite vertreten. Ihr Ehemann und Karstadt-Retter Nicolas Berggruen kennen sich. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,740021,00.html
Ist der Berggruen auch Bilderberger wie der Schröder (http://www.hintergrund.de/201008191088/politik/welt/fidel-castro-spricht-von-bilderberg-verschwoerung.html) und Olaf Scholz (http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/06/der-beweis-olaf-scholz-war-bei.html)? Oder verkauft der mehr so Richtung CFR & Atlantikbrücke (http://www.zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/230-das-guttenberg-dossier-teil-1.html) aus ? Aber scheinbar schon fast egal - mit so vielen schlafenden Bürgern hier - das geht schon so lange ... (http://www.welt.de/fernsehen/article2016615/Helmut_Schmidt_pfeift_auf_die_Political_Correctness.html)
5. Veterleswirtschaft
ilwetritsch 17.01.2011
Das ist ja Korrupt in der Ersten Liga. Der Herr Schröder hat schon das Land nach allen Regeln der Feinen Korruptheit über den Tisch gezogen. Nein das reicht aber noch nicht jetzt ist seine Frau dran, es Ihm nach zu machen. Es wird nicht nach Leistung oder "was kannst du" gefragt sondern "wenn kennst du" und "macht er mit, in unserem Klub" Ich kann solche Leute nur Verachten. Karstadt ich werde sicherlich nicht mehr bei euch einkaufen, und liebe Leute bitte, nur so können wir uns WEHREN
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Der Karstadt-Retter
dpa
Nicolas Berggruen, Sohn des berühmten Kunstsammlers Heinz Berggruen, wurde am 10. August 1961 in Paris geboren. Er wuchs in England, Frankreich und der Schweiz auf und verdiente nach einem Finanzwirtschaftsstudium schon früh an der Wall Street sein eigenes Vermögen. Seit einigen Jahren konzentriert sich der Investor, der keinen festen Wohnsitz hat und in Hotels wohnt, auf nachhaltige Investments. So gehören zu seinem Firmen- und Immobilienimperium auch Reisfarmen in Kambodscha und eine Ethanolfabrik. Mehr auf der Themenseite...

Karstadts Kampf ums Überleben
9. Juni 2009
Die Insolvenzanträge für die Holding Arcandor und die Töchter Karstadt und Quelle werden gestellt.
1. September 2009
Das Essener Amtsgericht eröffnet die Insolvenzverfahren für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften, darunter die Karstadt Warenhaus GmbH. Insgesamt muss das Essener Gericht über rund 40 Einzelanträge entscheiden.
10. November 2009
Gläubiger stimmen dem Verkauf von Karstadt an einen Investor zu. Dennoch stehen harte Einschnitte bevor, einige Häuser müssen schließen.
1. Dezember 2009
Nach Angaben der Insolvenzverwaltung sollen zehn Karstadt-Standorte mit zum Teil mehreren Häusern geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen. 112 Waren- und Sporthäuser sowie acht Schnäppchencenter mit insgesamt mehr als 25.000 Beschäftigten sollen erhalten bleiben.
15. März 2010
Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt.
12. April 2010
Die Gläubiger stimmen dem Insolvenzplan zu.
23. April 2010
Als erster Interessent legt der Finanzinvestor Triton ein Angebot für Karstadt vor.
21. Mai 2010
Es wird bekannt, dass die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Investmentgesellschaft Berggruen Holdings Ltd. sämtliche Karstadt-Geschäftsaktivitäten übernehmen will.
28. Mai 2010
Unmittelbar vor einer Sitzung des Gläubigerausschusses wird das Angebot des Karstadt-Vermieters Highstreet bekannt. Nach der Präsentation der drei Rettungskonzepte vertagt der Ausschuss die Entscheidung über einen Zuschlag auf den 7. Juni. Der Kaufvertrag soll am 9. Juni unterschrieben werden.
1. Juni 2010
Nach monatelangen Gesprächen mit bundesweit 94 Kommunen über einen Verzicht auf Gewerbesteuer haben bis auf drei alle Kommunen zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.
3. Juni 2010
Kurz vor der Entscheidung im Karstadt-Bieterrennen bekräftigt der Handelskonzern Metro sein Interesse an Teilen der insolventen Warenhauskette.
7. Juni 2010
Nach langen Verhandlungen am Konzernsitz in Essen erteilt der Gläubigerausschuss dem Inverstor Nicolas Berggruen den Zuschlag für den Kaufhauskonzern. Karstadt-Vermieter Highstreet und der deutsch-skandinavische Investor Triton überzeugten mit ihren Angeboten nicht.
2. September 2010
Investor Berggruen bekommt die Zustimmung aller Gläubiger zu Mietsenkungen. Dies ist die vorletzte Hürde auf dem Weg zur Rettung des Konzerns. Noch fehlt die Zustimmung des Essener Insolvenzrichters zum Rettungsplan.

3. September 2010
Das Essener Amtsgericht billigt den Insolvenzplan. Damit ist die Übernahme der Warenhauskette durch Berggruen in letzter Instanz bestätigt. Karstadt kann das Insolvenzverfahren abschließen und schuldenfrei weitergeführt werden.
1. Oktober 2010
Letze Gläubiger ziehen ihre Beschwerden gegen den Insolvenzplan zurück. Damit ist der pünktliche Einstieg Berggruens bei Karstadt gesichert. jok/ulz/dpa
Juli 2012
Karstadt kündigt an, 2000 Stellen abbauen zu wollen. Dabei hatte Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen noch bei der Übernahme des Warenhauskonzerns versprochen, alle Jobs zu erhalten und die Rahmenbedingungen nicht zu verschlechtern.