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Einigung mit der Telekom: Ricke und Zumwinkel zahlen für die Spitzelaffäre

Die Telekom ist bei der Aufarbeitung der Spitzelaffäre einen großen Schritt weiter: Ex-Konzernchef Ricke und Ex-Aufsichtsratschef Zumwinkel zahlen einen beträchtlichen Teil des Schadens - beharren dafür aber weiter auf ihrer Unschuld.

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ddp

Telekom-Firmenzentrale in Bonn: Eine konkrete Summe nennt das Unternehmen nicht

Bonn - Die Telekom hat sich mit seinen ehemaligen Führungskräften auf einen Vergleich verständigt. Bei der Aufarbeitung der Spitzelaffäre gebe es eine Einigung mit Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke und dem ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel, teilte die Telekom mit.

Ricke und Zumwinkel hätten sich bereit erklärt, im Wege eines Vergleichs einen beträchtlichen Teil des Schadens auszugleichen. Zudem würden sie einen namhaften Teilbetrag nicht gegenüber der Managerhaftpflicht geltend machen.

Eine konkrete Summe nannte das Unternehmen nicht. Zumwinkel spricht in einer Stellungnahme von 250.000 Euro. Seine Versicherung übernehme im Gegenzug die Anwaltskosten in Höhe von 300.000 Euro. Er habe das Angebot der Telekom angenommen, "durch einen Vergleich einen endgültigen Schlussstrich unter die so genannte 'Telekom-Affäre' zu ziehen". Für ihn sei "der gesamte Komplex damit abgeschlossen", teilte Zumwinkel mit.

Bevor dem so ist, steht aber noch die Zustimmung der Hauptversammlung aus. Die Aktionäre sollen in der Einladung zur Hauptversammlung über Einzelheiten des Vergleichs informiert werden.

Unter der Leitung der beiden Topmanager hatte die Telekom illegal Gewerkschafter, Betriebsräte und Journalisten bespitzelt. Ziel war es, eine undichte Stelle im Aufsichtsrat aufzudecken, über die Interna an die Öffentlichkeit gelangt waren. Ein Mitarbeiter der Konzernsicherheit wurde Ende November vergangenen Jahres zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Zuvor waren die Ermittlungen gegen Ricke und Zumwinkel mangels Tatverdachts eingestellt worden. Nach wie vor halten sie aber an ihrem Standpunkt fest, keine Pflichten verletzt zu haben. Seine Anwälte bekräftigten, der Vorgang sei "juristisch inzwischen verjährt", Zumwinkel wolle jedoch "durch eine einvernehmliche Verständigung die Angelegenheit befrieden und so auch weiteren Imageschaden von dem Unternehmen abwenden".

cte/dpa/dapd

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insgesamt 7 Beiträge
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1. ich lach mich schief !!!
sic tacuisses 01.02.2011
Zitat von sysopDie Telekom ist bei der Aufarbeitung der Spitzelaffäre einen großen Schritt weiter: Ex-Konzernchef Ricke und Ex-Aufsichtsratschef Zumwinkel zahlen einen beträchtlichen Teil des Schadens - beharren dafür aber weiter auf ihrer Unschuld. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,743001,00.html
Eine Million Schadensersatz......... Das zahlen die beiden Bubis aus der Tinkgeldkasse ihrer Raumpflegerin.........
2. Lachhaft
jma 01.02.2011
Wie immer, die kleinen hängt man und die großen lässt man laufen.Oder haben etwa unsere Volksparteien Angst es könnte was rauskommen was ihre sogenannte unabhängigkeit erschüttert und sie mit in diesen Sumpf versinken.Im vertuschen und verschleiern sind ja unsere Volksvertreter ware Künstler.
3.
Wiedereinaussteiger 01.02.2011
Die Verträge solcher Manager mit ihren damaligen Aufsichtsräten fallen allesamt unter das Verdikt "Rechtsgeschäfte zu lasten Dritter". Der normale Bürger wird hierbei nach Strich und Faden betrogen. Der soll all das nämlich zahlen - per überhöhter Gebühren etc. Es gibt nur zwei Sorten Menschen. Die einen zahlen - die anderen sorgen stets dafür, best bezahlt zu werden. Dafür gibt's die allfälligen Netzwerke, einschließlich der bisher immer noch sehr großen Sicherheit, für solche Missetaten nicht verknastet zu werden. Statt dessen können sich so Typen wie Zumwinkel - den man wegen seiner Steuerhinterziehung "Verbrecher!" nennen darf - mit 20 Millionen an den Gardasee verpieseln. Keiner nimmt ihm das Geld wieder weg, weil - "Pacta sunt servanda." (Zit. FJS, einer der korruptesten Politiker der Nachkriegsgeschichte.) Verträge sind einzuhalten? Sowas verstößt samt und sonders gegen die Guten Sitten. "Gute Sitten" - war da was?... ..ah nein, wir haben Neocon. Da ist hemmungsloses Taschenfüllen angesagt. die besten Anwälte sorgen dafür, ggf. mit Gutachten, das das alles den Anschein von Legalität hat, und kein Gesetzgeber tut was dagegen, denn sie sind alle vom gleichen Schlage. Auch unter Obermann und Appel geht das weiter, sowie unter Grube das, was Mehdorn bei der Bahn verbrochen hat. Alles zum Nachteil der Bürger angerichtet im Geiste Neocon. Die Bürger werden mit System ausgenommen und betrogen. Organisierte Kriminalität, mit dem Mäntelchen des wohlfein installierten Gesetzes sorgsam zugedeckt. Und man kann nichts machen, denn sie sind sich alle einig, diese "Staatstragenden Parteien" des Oben gegen Unten. Selbst unterm roten Gasgerd ging das nicht anders: der Genosse der Bosse, mit Brioni und Cohiba. Der mit seinen Rotweinkumpels abhing des nachts, auszubaldowern, wie man den Bürgern geschickt das Fell über die Ohren ziehe. Heute macht das auf seinem Geburtstag das Äckermänneken mit seiner Sekretärin Angela M aus B. Wenn die Bürger mal halbwegs friedlich auf die Straße gehen, wie gegen Stuttgart 21, dann werden ihnen von Wasserwerfern mit 16bar Druck die Augen ausgeschossen. Der Geblendete soll noch den Polizeieinsatz zahlen, er wird als "Täter" verfolgt.. Die Polizeiführung läuft frei herum und belehrt uns nasehoch, dass das alles mit rechten Dingen zugegangen sei. So schlau ist das heute gemacht. Ganz tolle Gesetze. Alles voll legal. Eine feine Sippschaft regiert uns.
4. Interner Vergleich
weltoffener_realist 01.02.2011
Zitat von jmaWie immer, die kleinen hängt man und die großen lässt man laufen.Oder haben etwa unsere Volksparteien Angst es könnte was rauskommen was ihre sogenannte unabhängigkeit erschüttert und sie mit in diesen Sumpf versinken.Im vertuschen und verschleiern sind ja unsere Volksvertreter ware Künstler.
Wie bitte? Was hat denn ein interner Vergleich der Telekom mit Volksparteien und Volksvertretern zu tun? Sie klingen wie der personifizierte Stammtisch, ohne auch nur im geringsten ins Schwarze zu treffen.
5. ...
weltoffener_realist 01.02.2011
Zitat von WiedereinaussteigerDie Verträge solcher Manager mit ihren damaligen Aufsichtsräten fallen allesamt unter das Verdikt "Rechtsgeschäfte zu lasten Dritter". Der normale Bürger wird hierbei nach Strich und Faden betrogen. Der soll all das nämlich zahlen - per überhöhter Gebühren etc. Es gibt nur zwei Sorten Menschen. Die einen zahlen - die anderen sorgen stets dafür, best bezahlt zu werden. Dafür gibt's die allfälligen Netzwerke, einschließlich der bisher immer noch sehr großen Sicherheit, für solche Missetaten nicht verknastet zu werden. Statt dessen können sich so Typen wie Zumwinkel - den man wegen seiner Steuerhinterziehung "Verbrecher!" nennen darf - mit 20 Millionen an den Gardasee verpieseln. Keiner nimmt ihm das Geld wieder weg, weil - "Pacta sunt servanda." (Zit. FJS, einer der korruptesten Politiker der Nachkriegsgeschichte.) Verträge sind einzuhalten? Sowas verstößt samt und sonders gegen die Guten Sitten. "Gute Sitten" - war da was?... ..ah nein, wir haben Neocon. Da ist hemmungsloses Taschenfüllen angesagt. die besten Anwälte sorgen dafür, ggf. mit Gutachten, das das alles den Anschein von Legalität hat, und kein Gesetzgeber tut was dagegen, denn sie sind alle vom gleichen Schlage. Auch unter Obermann und Appel geht das weiter, sowie unter Grube das, was Mehdorn bei der Bahn verbrochen hat. Alles zum Nachteil der Bürger angerichtet im Geiste Neocon. Die Bürger werden mit System ausgenommen und betrogen. Organisierte Kriminalität, mit dem Mäntelchen des wohlfein installierten Gesetzes sorgsam zugedeckt. Und man kann nichts machen, denn sie sind sich alle einig, diese "Staatstragenden Parteien" des Oben gegen Unten. Selbst unterm roten Gasgerd ging das nicht anders: der Genosse der Bosse, mit Brioni und Cohiba. Der mit seinen Rotweinkumpels abhing des nachts, auszubaldowern, wie man den Bürgern geschickt das Fell über die Ohren ziehe. Heute macht das auf seinem Geburtstag das Äckermänneken mit seiner Sekretärin Angela M aus B. Wenn die Bürger mal halbwegs friedlich auf die Straße gehen, wie gegen Stuttgart 21, dann werden ihnen von Wasserwerfern mit 16bar Druck die Augen ausgeschossen. Der Geblendete soll noch den Polizeieinsatz zahlen, er wird als "Täter" verfolgt.. Die Polizeiführung läuft frei herum und belehrt uns nasehoch, dass das alles mit rechten Dingen zugegangen sei. So schlau ist das heute gemacht. Ganz tolle Gesetze. Alles voll legal. Eine feine Sippschaft regiert uns.
Gut, da haben Sie also mal Dampf abgelassen. Doch was tragen Sie zur Sache bei? Scheinbar würfeln Sie Strafrecht und Schadenersatz durcheinander. Wenn die HV der Telekom den Vergleich abnickt und die Kapitaleigner damit auf weitere Forderungen verzichten, ist das doch deren eigenes Problem.
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Kommunikationsriese Telekom
Der Konzern
Die Deutsche Telekom AG ist Europas größtes Telekommunikationsunternehmen. Weltweit betreut sie fast 200 Millionen Kunden in rund 50 Ländern und beschäftigt etwa 260.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen mit Sitz in Bonn entstand 1995 aus den Bereichen für Telekommunikation und Fernmeldedienst der öffentlich-rechtlichen Deutschen Bundespost, als diese privatisiert wurde. 1996 ging die Telekom an die Börse. Im Sommer 2010 hielt die Bundesrepublik rund 15 Prozent der Aktien direkt und weitere knapp 17 Prozent indirekt über die KfW Bankengruppe. 2009 hatte die Telekom einen Umsatz von knapp 65 Milliarden Euro.
Die Geschäftsfelder
Stammgeschäft der Deutschen Telekom ist der klassische Anschlussmarkt im Festnetz und Mobilfunk. Daneben will der Konzern sich neue Wachstumsbereiche in Zukunftsmärkten erschließen und zu einem "Multiprodukt"-Unternehmen wandeln. Ein Schwerpunkt dabei liegt auf der Vernetzung von Festnetz, Mobilfunk, Internet und IPTV. Das Unternehmen will in Zukunft auch Internetlösungen fürs Auto, Pay-TV, Internetshopping und schlaue Stromzähler anbieten.
Der Chef
René Obermann löste im November 2006 Kai-Uwe Ricke als Vorstandsvorsitzenden der Telekom ab. Der Düsseldorfer hatte als Student ein eigenes Telekommunikationsunternehmen gegründet und wechselte nach dessen Verkauf 1998 zur Telekom-Mobilfunksparte T-Mobile, wo er bald Geschäftsführer wurde.


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