Einigung mit EnBW Claassen verzichtet teilweise auf millionenschwere Frührente

Er galt als Inbegriff des gierigen Managers: Obwohl erst Mitte 40, forderte der Top-Manager Utz Claassen nach seinem Ausscheiden beim Energiekonzern EnBW ein jährliches Ruhegeld in Höhe von 400.000 Euro. Nach einem Rechtsstreit gibt er sich allerdings mit einer Einmalzahlung zufrieden.

Utz Claassen: Inzwischen hat EnBW die Regelungen für Pensionsansprüche verschärft
ddp

Utz Claassen: Inzwischen hat EnBW die Regelungen für Pensionsansprüche verschärft


Karlsruhe - Schlusspunkt einer bizarren Auseinandersetzung: Der Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Energiekonzerns EnBW Chart zeigen, Utz Claassen, und dem Unternehmen um die Fortzahlung von Übergangsgeld ist mit einem Vergleich beendet worden.

Wie die EnBW am Donnerstag mitteilte, wurde der beim Landgericht Karlsruhe anhängige Streit "einvernehmlich auf Vorschlag des Gerichts beigelegt". Claassen erhalte demnach eine einmalige Abgeltung in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Darin sei das für die Zeit vom 1. Mai 2008 bis 30. November 2008 gezahlte Übergangsgeld bereits enthalten.

Der 46 Jahre alte Claassen hatte von EnBW nach seinem Ausscheiden im Herbst 2007 ein jährliches Ruhegeld von 400.000 Euro verlangt. EnBW hatte die Höhe des Pensionsanspruchs in Zweifel gezogen und die Zahlungen Ende 2008 gestoppt, nachdem Claassen einen Beraterposten beim Finanzinvestor Cerberus angenommen hatte.

Während EnBW diese Einkünfte auf die Pension anrechnen wollte, pochte Claassen darauf, dass er nur freiberuflich tätig sei und die Entlohnung seiner Beratertätigkeit daher nicht angerechnet werden dürfe. EnBW hat inzwischen die Regeln für die Vorstandsvergütung und deren Pensionsansprüche geändert und zahlt ausscheidenden Top-Managern keine Übergangsgelder mehr.

böl/ddp/Dow Jones Newswires/Reuters



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wischmopp 28.05.2009
1.
Warum verdient jemand der Porsche an den Rande der Insolvenz treibt 77 Millionen? Wer mir das erklären kann - Kompliment.
Rainer Eichberg 28.05.2009
2.
Zitat von sysopDie Gehälter der Dax-Vorstände sind 2008 um 25 Prozent gesunken. Nur einer triumphiert: Porsche-Chef Wiedeking - der mit 77 Millionen Euro erneut der Topverdiener Europas ist. Wie sehen Sie die Höhe der Managergehälter - was ist angemessen?
Das müssen die Aktionäre mit sich selbst ausmachen, ob ein Herr Wiedeking tatsächlich 77 Mio. wert ist. Wäre ich Porsche-Aktionär, wäre ich empört. Da ich jedoch weder Porsche-Aktionär noch Porsche-Kunde bin, ist es mir gänzlich egal. Allerdings wäre es interessant zu erfahren, ob Herr Wiedeking auch nächstes Jahr noch dieses üppige Salär ernten kann. Ich denke: Nö! So toll steht Porsche finanziell nicht da.
Hartmut Dresia, 28.05.2009
3.
Zitat von sysopDie Gehälter der Dax-Vorstände sind 2008 um 25 Prozent gesunken. Nur einer triumphiert: Porsche-Chef Wiedeking - der mit 77 Millionen Euro erneut der Topverdiener Europas ist. Wie sehen Sie die Höhe der Managergehälter - was ist angemessen?
Grundsätzlich liegt die Höhe der Managergehälter in der Zuständigkeit der Unternehmen, die sie bezahlen. Der Staat muss allerdings zwei Grundsätze beachten: Fließen öffentliche Mittel in die Unternehmen, dann sollten die Gehälter nicht wesentlich höher sein als die der öffentlich Bediensteten in vergleichbarer Position. Das Steuerrecht muss zudem so ausgestaltet sein, dass Übermaß ausgeglichen wird. Privilegierung und Diskriminierung (http://www.institut1.de/privilegierung-und-diskriminierung/) sind auch bei der Bezahlung von Mangern zu beachten. In gewisser Weise diskriminiert ein Managergehalt den Durchschnittsverdiener, wenn es z.B. das Zehnfache eines Durchschnittsgehalts übersteigt.
disbeliever 28.05.2009
4. Angemessen?
Nur mal so als ein möglicher "Vergleich": damit kann man ein Krankenhaus mit etwas mehr als 200 Betten ca 3-4 Jahre betreiben.
Rainer Eichberg 28.05.2009
5.
Zitat von disbelieverNur mal so als ein möglicher "Vergleich": damit kann man ein Krankenhaus mit etwas mehr als 200 Betten ca 3-4 Jahre betreiben.
Na und?
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