Fotoreportage: Die Gezeichneten von Bangladesch

Bangladesch: Arbeiter ohne Schutz Fotos
REUTERS

Marium hat überlebt. Die 16-Jährige wurde aus den Trümmern der eingestürzten Textilfabrik in Bangladesch geborgen. Ein Sanitäter amputierte ihren Arm, um sie zu retten. Der Fotograf Andrew Biraj hat sie ebenso porträtiert wie Menschen, die in anderen Branchen des Landes zu Opfern wurden.

Hamburg - Das bekannteste Bild vom Fabrikeinsturz in Bangladesch zeigt Tote: ein Paar, das engumschlungen in den Trümmern gefunden wurde. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE äußerte die Fotografin Taslima Akther die Hoffnung, dass es nach der bislang schwersten Katastrophe Bangladeschs dieser Art im April mehr Aufmerksamkeit für die miserablen Arbeitsbedingungen in ihrer Heimat gibt: "Jetzt soll die Welt hinschauen! Sie soll das Leid sehen!"

Der in Bangladesch geborene Reuters-Fotograf Andrew Biraj hat hingeschaut. Er besuchte Überlebende des Einsturzes, viele von ihnen haben Gliedmaßen verloren. Biraj zeigt aber auch Arbeiter anderer Branchen, die aufgrund von mangelndem Schutz ebenfalls zu Opfern wurden - oder denen dieses Schicksal droht. Zu den Betroffenen gehören Männer, die schon in jungen Jahren arbeitsunfähig wurden, weil sie bei der Arbeit zu viel Quarzstaub einatmeten und ihre Lungen damit irreparabel schädigten.

Nach dem Einsturz der achtstöckigen Fabrik, bei dem mehr als 1100 Menschen starben, hat sich ein Großteil der internationalen Textilindustrie zu verbesserten Sicherheitsvorkehrungen verpflichtet, das Land ließ zudem erstmals freie Gewerkschaften zu. Birajs Bilder zeigen, wie dringend notwendig solche Verbesserungen sind - und dass sie nur ein Anfang sein können.

dab

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1. Hier müssten wir ganz viel tun, vor allem für die Opfer,
mielforte 10.08.2013
denn wir sind die Maden und Konsumierer dieser dreisten Ausbeuterei. Diese KIK-Wirtschaft, die keine Wirtschaft sondern kriminelles Handeln darstellt, gehört auf die politische Agenda. Das Foto von verschütteten Opfern werde ich nie vergessen und immer in Verbindung mit der Marke KIK bringen. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, daß Menschen sich mitschuldig machen, die in diesen Geschäften einkaufen. Ja, Frau Poth, es ist moralisch verwerflich, für soetwas zu werben.
2.
dedie 10.08.2013
Zitat von mielfortedenn wir sind die Maden und Konsumierer dieser dreisten Ausbeuterei. Diese KIK-Wirtschaft, die keine Wirtschaft sondern kriminelles Handeln darstellt, gehört auf die politische Agenda. Das Foto von verschütteten Opfern werde ich nie vergessen und immer in Verbindung mit der Marke KIK bringen. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, daß Menschen sich mitschuldig machen, die in diesen Geschäften einkaufen. Ja, Frau Poth, es ist moralisch verwerflich, für soetwas zu werben.
Es ist Moralisch noch verwerflicher einer einzigen Marke die Schuld zu geben und dabei wohlweislich auszublenden das fast ALLE FÜHRENDEN MODELABELS in der selben bzw. ähnlichen Fabriken arbeiten lassen.
3.
Petra Raab 10.08.2013
Zitat von mielfortedenn wir sind die Maden und Konsumierer dieser dreisten Ausbeuterei. Diese KIK-Wirtschaft, die keine Wirtschaft sondern kriminelles Handeln darstellt, gehört auf die politische Agenda. Das Foto von verschütteten Opfern werde ich nie vergessen und immer in Verbindung mit der Marke KIK bringen. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, daß Menschen sich mitschuldig machen, die in diesen Geschäften einkaufen. Ja, Frau Poth, es ist moralisch verwerflich, für soetwas zu werben.
Nike, Adidas, Puma und Co. lassen auch in Niedriglohnländern produzieren. Ca. 99% der Kleidung in Deutschland wird in Niedriglohnländern produziert. Wer sicher gehen will, dass er nicht so eine Kleidung oder auch Schuhe kauft, sollte sicher gehen, dass die Schuhe in Deutschland, Österreich etc. hergestellt werden und das möglichst nicht von Hartz IV Empfängern. Wer Ware kauft die von Hartz IV Empfängern hergestellt werden, macht sich auch mitschuldig, auch wenn er die Dienstleistung von Menschen in Anspruch nimmt, die nur 1 Euro pro Stunde für ihre Arbeit bekommen. Im Übrigen muss eine Näherin in Bangladesch 38.051,75 Jahre durchgehend 24 Stunden am Tag arbeiten, um die gleichen Ressourcen zu erhalten wie die Queen für einen Monat Nichtarbeit durch Zinsen von 30 Millionen Euro. Nur mal so viel zu unserem Wirtschaftssystem.
4.
key_art 10.08.2013
Zitat von dedieEs ist Moralisch noch verwerflicher einer einzigen Marke die Schuld zu geben und dabei wohlweislich auszublenden das fast ALLE FÜHRENDEN MODELABELS in der selben bzw. ähnlichen Fabriken arbeiten lassen.
Genau richtig. Außerdem ist es nicht die Schuld der Kunden der Billiganbieter, dass sie Billigware kaufen, wenn die Politik einen Mindestlohn ablehnt und Lohndumping in Deutschland inzwischen salonfähig ist, durchs Aufstocken sogar mit staatlicher Subventionierung. Je mehr die eigene Bevölkerung ausgebeutet wird, desto mehr wächst die Ausbeutung bzw. der Druck in Ländern wie Bangladesh.
5.
key_art 10.08.2013
Zitat von Petra RaabNike, Adidas, Puma und Co. lassen auch in Niedriglohnländern produzieren. Ca. 99% der Kleidung in Deutschland wird in Niedriglohnländern produziert. Wer sicher gehen will, dass er nicht so eine Kleidung oder auch Schuhe kauft, sollte sicher gehen, dass die Schuhe in Deutschland, Österreich etc. hergestellt werden und das möglichst nicht von Hartz IV Empfängern. Wer Ware kauft die von Hartz IV Empfängern hergestellt werden, macht sich auch mitschuldig, auch wenn er die Dienstleistung von Menschen in Anspruch nimmt, die nur 1 Euro pro Stunde für ihre Arbeit bekommen. Im Übrigen muss eine Näherin in Bangladesch 38.051,75 Jahre durchgehend 24 Stunden am Tag arbeiten, um die gleichen Ressourcen zu erhalten wie die Queen für einen Monat Nichtarbeit durch Zinsen von 30 Millionen Euro. Nur mal so viel zu unserem Wirtschaftssystem.
Die meisten Menschen sind konsumgeil und denkfaul. Ihr Vergleich ist denen erstens zu kompliziert und zweitens ist das denen egal, Hauptsache sie können ihren Schuh- und Kleiderschrank sinnlos vollstopfen, mit zum Teil Sachen, welche nie getragen werden.
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