Einzelhandel: Last-Minute-Käufer retten Weihnachtsgeschäft

Kurzentschlossene haben dem Einzelhandel doch noch ein frohes Fest beschert: Nachdem das Weihnachtsgeschäft zunächst hinter den Erwartungen zurückblieben war, griffen viele Kunden kurz vor Heiligabend doch noch zu. Besonders gefragt: Lebensmittel und Haushaltsgeräte.

Weihnachtseinkäufe: Viele besorgen ihre Geschenke erst auf den letzten Drücker Zur Großansicht
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Weihnachtseinkäufe: Viele besorgen ihre Geschenke erst auf den letzten Drücker

Berlin - Der deutsche Einzelhandel kann aufatmen: Nachdem das Weihnachtsgeschäft zunächst nur schleppend angelaufen war, sorgten Last-Minute-Käufer für kräftige Umsätze. Besonders beliebt waren Lebensmittel. Aber auch Haushaltsgeräte, Schmuck, Uhren und Parfum landeten in den Einkaufstüten kurzentschlossener Käufer.

Das Weihnachtsgeschäft habe erst in der Woche vor Heiligabend deutlich an Schwung gewonnen, berichtete der Handelsverbands Deutschland (HDE). Für eine Gesamtbilanz sei es allerdings noch zu früh. "Außerdem streckt sich der Weihnachtsverkauf noch bis Silvester", sagte Günter Päts vom HDE. Die Brückentage zwischen Weihnachten und Silvester seien wichtige Einkaufstage, dann würden Gutscheine und Geldgeschenke eingelöst.

In Berlin erlebten im Weihnachts-Endspurt vor allem Parfümerien einen Kundenansturm: "Die Herren der Schöpfung stehen offenbar unter einem enormen Geschenkedruck", erklärte Päts. Der Preis spiele dann oft keine Rolle mehr. Männer kauften einfach, auf lange Beratung legten sie so kurz vorm Fest kaum noch wert. "Das Geschenk muss schließlich her", sagte Päts weiter.

Zurückhaltende Bayern, konsumfreudige Hessen

Über Kaufzurückhaltung, auch wegen des Wetters, klagten vor allem die Geschäfte in den südwestlichen Bundesländern. In Bayern vermiesten Regen und milde Temperaturen den Endspurt vor dem Fest. In Hessen hingegen ist das Weihnachtsgeschäft nach Ansicht der Einzelhändler gut gelaufen.

Der Präsident des Landesverbandes des hessischen Einzelhandels, Friedrich Wagner, sagte dem Radiosender hr-info: "Wir haben in Hessen gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von über zwei Prozent." Nach seinen Angaben sind die Hessen ohnehin konsumfreudiger als andere Bundesbürger. "Der Hesse gibt im Durchschnitt 256 Euro für Weihnachten aus. Da liegt er deutlich über dem Durchschnitt in Deutschland", sagte Wagner. Dieser liege bei etwa 230 Euro.

Insgesamt rechnet der HDE für November und Dezember mit rund 80,4 Milliarden Euro Umsatz. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von nominal 1,5 Prozent und damit etwas weniger als die Inflationsrate. Wie das Weihnachtsgeschäft unterm Strich genau gelaufen ist, wird jedoch frühestens Ende Januar bekanntgegeben.

Ein Gewinner des diesjährigen Weihnachtsgeschäft steht allerdings schon jetzt fest: Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels musste die Weihnachtsprognose sogar nach oben korrigieren. Ursprünglich waren allein im Internethandel rund 5,5 Milliarden Euro Umsatz erwartet worden. Jetzt könnten es 5,6 Milliarden Euro werden und damit 27,3 Prozent mehr als im Vorjahr, hieß es.

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insgesamt 59 Beiträge
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1.
verpiler 24.12.2012
Dass in Bayern so wenig konsumiert wird, liegt aber insbesondere an den unverschämt hohen Mieten und den immer weiter steigenden Lebenserhaltungskosten. Weiterhin glaube ich, dass die Zukunft dem Onlinehandel gehört. Wer Beratung braucht, bekommt sie nämlich auch in vielen Läden nicht.
2. Wer`s...
vincent1958 24.12.2012
Zitat von sysopKurzentschlossene haben dem Einzelhandel doch noch ein frohes Fest beschert: Nachdem das Weihnachtsgeschäft zunächst hinter den Erwartungen zurückblieben war, griffen viele Kunden kurz vor Heiligabend doch noch zu. Besonders gefragt: Lebensmittel und Haushaltsgeräte. Einzelhandel: Last-Minute-Käufer retten Weihnachtsgeschäft - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/einzelhandel-last-minute-kaeufer-retten-weihnachtsgeschaeft-a-874610.html)
..glaubt,wird selig:-)
3. Na klar haben viele Leute gewartet...
the4thpip 24.12.2012
... schließlich sollte ja die Welt untergehen, und dann fällt Weihnachten aus und dann hat man die Bescherung.
4. Lebensmittel als
erpo 24.12.2012
Weihnachtsgeschenk. Sind wir wieder in den 50er Jahren angekommen ? Damals war es das Größte was man schenken konnte, armes Deutschland (nicht nur materiell).
5. Wie geht das?
Wunderläufer 24.12.2012
In einem Artiekl auf SPoN vom 23. Dezember fand sich die Summe von 80 Mrd. Euro, für's Weihnachtsgeschäft 2012 in Deutschland. In diesem Artikel nun lese ich, dass wir im Schnitt 260 Euro ausgeben. Frage: Wie komme ich bei rund 80 Millionen Einwohnern mit 260 Euro auf einen Endbetrag von 80 Mrd?
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