Elektroautos Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fabrik

Die Zukunft der E-Auto-Batterie liegt nicht in Deutschland. Die einzige Fabrik, die entsprechende Zellen herstellt, schließt nach SPIEGEL-Informationen bald. Die Regierung will trotzdem bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße bringen.

Li-Tec-Fabrik in Kamenz: Betrieb wird 2015 eingestellt
DPA

Li-Tec-Fabrik in Kamenz: Betrieb wird 2015 eingestellt


Hamburg - Die einzige deutsche Fabrik, die Batteriezellen für Elektroautos produziert, wird geschlossen. Nur noch gut ein Jahr wird die Firma Li-Tec im sächsischen Kamenz Akkuzellen herstellen. Das Unternehmen ist ein Tochterunternehmen des Daimler-Konzerns.

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"Unsere Zellen sind zwar sehr gut, aber bei den derzeitigen Produktionszahlen viel zu teuer", begründet der Daimler-Manager Harald Kröger die Schließung im Gespräch mit dem SPIEGEL. Vergangene Woche hatte Daimler den 250 Mitarbeitern intern das Ende der Fabrik verkündet, mehr als die Hälfte soll im Konzern bleiben können.

Erst die Massenproduktion macht solche Fabriken rentabel. Deshalb war es Teil des Daimler-Kalküls, dass sich auch andere Autokonzerne beteiligen und in Kamenz Zellen für ihre E-Mobile produzieren lassen würden. Doch die Partner blieben aus.

Nun ändert der Konzern seine Strategie. "Wir haben die Erkenntnis gewonnen, dass ein Autohersteller die Zellen nicht selber produzieren muss", sagt Kröger.

Für die Elektromobilität in Deutschland ist es ein weiterer Rückschlag. Die Bundesregierung will bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straße bringen. Der Ausbau der Elektromobilität ist auch Teil ihrer Strategie, den C02-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren.

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butlerking 15.11.2014
1. Wie naiv ist Deutschland?
Es gibt keine Zukunft für Elektroautos! Also weg mit dem Schrott. Schlimm ist nur dass es alle wissen doch alle tun so als ob es eine Zukunft dafür gäbe. Lachhaft. Glückauf.
aufmerksamer Leser 15.11.2014
2. Desaster
Ein einziges Desaster - völlig falsch aufgezogen! Siehe auch letzte PlusMinus-Sendung der ARD. Eine Mio Autos bis 2020 ist völlig überzogen und wird so niemals kommen, trotz Verpulverung von Steuermillionen - wo diese auch immer abbleiben.
kabian 15.11.2014
3. Ohne Batterie keine E-Mobilität
Sehr bedenklich. Die Batterie ist das entscheidende Bauteil. Es ist sicher nicht nötig auf Dauer solch eine Fabrik zu betreiben, aber zumindest in der Anfangsphase ein wichtiger Eckpfeiler. Das andere Autohersteller sich nicht beteiligen wollten ist klar da jede Firma stark auf sich selbst bedacht ist. Bleibt nur zu hoffen das ein Hersteller irgendo auf der Welt eine gute Batterie zustande bringt. Bis jetzt sind alle Wunderankündigungen verpufft.
ch.weichberger 15.11.2014
4. das sind doch alles
spiegelfechtereien...weder regierung noch automobilindustrie sind interressiert an emobilitaet ...die gewinne zu schmal.....und wer traut sich mit emobil auf die rennbahn die man hier autobahn nennt mit den dort gefahrenen geschwindigkeiten...das ist doch himmefahrtskomnado ...das klima ist ihnen egal...solange ueberdurchschnittliche gewinne erzielt werden...emobilitaet kann diese gewinne nur verkleinern....wir werden belogen und betrogen
schwaebischehausfrau 15.11.2014
5. Hoffentlich verspekulieren...
hoffentlich verspekulieren sich Daimler, VW und BMW nicht mit ihrer Strategie, basierend auf ihrem Technologie-Vorsprung bei Verbrennungsmotoren die Entwicklung der Elektro-Autos einfach zu ignorieren. Nokia war auch "unangefochtener Marktführer" bei Mobiltelefonen, ebenso Blackberry bei Business-Smartphones, und es hat gerade mal ein paar Jahre gedauert, bis beide absolut weg vom Fenster waren. Die Batteriezellen-Technologie ist wahrscheinlich der Schlüssel für die Marktführerschaft in der Zukunft. Dass Deutschland uns seine Top-Unternehmen nicht massiv in Forschung, Entwicklung und Massenproduktion investieren ist erstmal schwer zu verstehen...
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