Elektronik-Pannen: Airbus warnt vor Ausfällen der A320-Steuerung

Die Airbus-Pechsträne geht weiter: Der Flugzeughersteller plant nun eine offizielle Warnung an Kunden der erfolgreichen A320-Serie. Elektronikprobleme können zum Ausfall der Steuerung führen. In einem Fall im August wurde ein Jet in der Luft für mehrere Minuten manövrierunfähig.

Startender Airbus A320: "Bedenkliche Schräglage" Zur Großansicht
AFP

Startender Airbus A320: "Bedenkliche Schräglage"

Paris - Neue Probleme bei Airbus - diesmal beim Bestseller A320. Nachdem in einem Mittelstrecken-Airbus der Fluggesellschaft British Midland plötzlich die Cockpit-Bildschirme zeitweise ausgefallen waren, plant die EADS-Tochter Chart zeigen nun Änderungsempfehlungen. "Das Problem ist bekannt, und wir haben in enger Zusammenarbeit mit der Untersuchungsbehörde an einer Lösung gearbeitet. Die wird in Kürze als Empfehlung herausgegeben", erklärte am Freitag ein Airbus-Sprecher in Toulouse.

Er bestätigte damit einen Bericht des "Wall Street Journal", das von einer bevorstehenden weltweiten Warnung des Flugzeugherstellers wegen fehlerhafter Elektronik berichtete. Vorangegangen war im August ein Zwischenfall an Bord einer A321 der British Midland auf einem Nachtflug von der sudanesischen Hauptstadt Khartum nach Beirut. Der A321 ist die Langversion des zweistrahligen A320, den es auch in der verkürzten Form als A319 gibt.

Der Jet habe mehrere Minuten lang nicht mehr auf die Steuerbefehle der Cockpit-Crew reagiert und eine bedenkliche Schräglage in der Luft gehabt. Die Zeitung berief sich bei ihren Informationen auf einen Bericht der britischen Luftfahrtbehörde, die in Kürze ebenfalls eine Empfehlung an die Airlines veröffentlichen will.

Elektronik spielt große Rolle

In modernen Flugzeugen kommt der Elektronik eine Schlüsselrolle bei der Steuerung der Passagiermaschinen zu. Zudem werden viele Anzeigen für den Betrieb der Triebwerke, die Lage im Raum wie auch die Navigation den Piloten heute auf Computerbildschirmen angezeigt.

Das Elektronikproblem bringt Airbus erneut negative Schlagzeilen. Erst vor gut einer Woche hatte ein A380 der australischen Fluglinie Qantas mit 443 Passagieren an Bord mit defektem Triebwerk notlanden müssen. Ein Ölleck hatte zu einem Brand geführt und die Tragfläche durch Metallsplitter schwer beschädigt.

Bei einer anschließenden Untersuchung der gesamten Qantas-A380-Flotte waren in weiteren drei Triebwerken Öllecks festgestellt worden. Auch bei Maschinen der Singapore Airlines wurden Ölflecken gefunden. Qantas Chart zeigen zog seine sechs bis zu zwei Jahre alten Großraumjets sofort aus dem Verkehr, Singapore Airlines ließ drei Maschinen am Boden. Die wenige Monate alten A380-Maschinen der Lufthansa Chart zeigen fliegen hingegen nach Kontrollen weiter.

mik/dpa-AFX

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insgesamt 128 Beiträge
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1. Back-up Systeme
DoppelhirnRinde 12.11.2010
Zitat von sysopDie Airbus-Pechsträne geht weiter: Der Flugzeughersteller plant nun eine offizielle Warnung an Kunden der erfolgreichen A320-Serie. Elektronikprobleme können zum Ausfall der Steuerung führen. In einem Fall im August wurde ein Jet in der Luft für mehrere Minuten manövrierunfähig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,728869,00.html
Dann waere es gut, wenn man im A 320 noch ein Back-up-System haette. In diesem Falle eine Extrasteuerung mit Stahlseilen. Dadurch wird das Flugzeug zwar etwas schwerer, aber das waere dann ja immerhin fuer die Sicherheit.
2. alright SPON
Eimsbüttler 12.11.2010
Zitat von sysopDie Airbus-Pechsträne geht weiter: Der Flugzeughersteller plant nun eine offizielle Warnung an Kunden der erfolgreichen A320-Serie. Elektronikprobleme können zum Ausfall der Steuerung führen. In einem Fall im August wurde ein Jet in der Luft für mehrere Minuten manövrierunfähig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,728869,00.html
Keine Pechstränen ohne Trähnen. Die Kriese ist bei Erbuss Standart.
3. ...
Thoddy 12.11.2010
Zitat von DoppelhirnRindeDann waere es gut, wenn man im A 320 noch ein Back-up-System haette. In diesem Falle eine Extrasteuerung mit Stahlseilen. Dadurch wird das Flugzeug zwar etwas schwerer, aber das waere dann ja immerhin fuer die Sicherheit.
Ein Backup-System hat man. Und es handelte sich hierbei um eine Störung, deshalb gibt es eine Warnung. Von dem Muster sind weltweit mehr als 4300 Stück in Betrieb. Gäbe es mehr als eine Störung, dann würde man diese Menge an Maschinen und Passagieren nicht einfach weiterfliegen lassen. Die Modell A320 ist ein zuverlässiges Arbeitstier im Luftverkehr. Wie die 737 übrigens auch. Der Artikel des SPON reiht sich nahtlos in die Airbus-Basherei ein. Selbst der Artikel über den gravierenden Zwischenfall der 787 besteht zu 50% aus Hinweisen zur aktuellen Lage bei Airbus. Umgekehrt lese ich da eher selten was. SPON ist leider wenig vertrauenswürdig, was die Berichterstattung zu bestimmten Themen angeht.
4. .
Salatsauce 12.11.2010
Tja - der Einsatz von hoch motivierten Leiharbeitern ist halt ein Garant für Qualität.
5. Krise - selbst schuld
robiflyer 12.11.2010
Ich erlaube mir mal zum Besten zu geben ,daß (mal wieder) Hr Enders jammmert , es fehletn 3000 L+R -Ing pro Jahr. Nur , nicht nur diese Firma hat ein massives Problem GERADE hochqulifizierte L+R Ings von zB Excellenzunis noch nicht mal ne Absage zukommen zu lassen Will heißen , man reagiert noch nicht mal auf Bewerbung, in diesem Falls 5 Leutz 1 Dr 2 TH 2 FH Ing # Man könnte noch wesentlich mehr erzählen, was kognitive Defizite betrifft und zwar seit Jahren nicht nur dort. Selbstverständlich antwortet Enders und zB unser Brüderle auf entsprechende Hinweise - was will man eigentlich ???
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Zwischenfälle mit dem A380
2. bis 4. März 2009: Die australische Fluggesellschaft Qantas behält ihre A380-Flotte vorübergehend für Reparaturen am Boden. Die damals drei Maschinen hatten demnach immer wieder Probleme mit den Treibstofftanks.

15. März 2009: Emirates beschwert sich über Mängel an ihren A380: Kleinere Pannen würden im Schnitt alle zwei Tage vorkommen, häufig müssten die Maschinen am Boden bleiben. Die Mängel: angeschmorte Stromkabel, abgerissene Verkleidungsbleche, defekte Teile an Triebwerken.
27. September 2009: Eine A380 der Singapore Airlines mit 450 Passagieren muss wegen eines Triebwerkschadens in Paris notlanden. Nach zweieinhalb Stunden Flug war eines der Triebwerke in der Luft stehengeblieben. Die A380 kehrte um und landete sicher.
30. März 2010: Zwei Reifen eines A380 platzen bei der Landung in Sydney. Die Maschine der Qantas kommt aber sicher an.
4. November 2010: Knall in der Luft: Eine A380-Maschine der Qantas muss in Singapur notlanden. An einem Triebwerk hat sich der hintere Teil gelöst - der bisher schwerste Zwischenfall mit dem Riesen-Airbus.

Hintergrund: Der A380 und die Triebwerke
Klicken Sie auf die Überschriften, um mehr zu erfahren...
Die Triebwerke
Der Airbus A380 ist das größte Flugzeug in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Die Triebwerke werden von den Fluggesellschaften ausgesucht. Airbus lässt zwei Arten zu. Das Trent 900 von Rolls-Royce, das jetzt die Probleme über Indonesien hatte, war das erste zugelassene Triebwerk. Die Fluggesellschaften können aber auch Motoren der Engine Alliance verwenden, einem Zusammenschluss der US-Hersteller Pratt and Whitney und General Electric.

Beide Hersteller beziehen Teile von anderen Firmen. Mit der Übergabe an die jeweilige Fluggesellschaft endet die Verantwortung laut Airbus die Verantwortung des Flugzeugbauers für die Wartung der Triebwerke.
Die Fertigung
Deutschland liefert das vordere und hintere Rumpfteil sowie das Seitenleitwerk. Der Mittelteil kommt aus Frankreich. Großbritannien steuert die Tragflächen und Spanien das Heck bei. Zusammengebaut wird das Flugzeug in Toulouse. Die Inneneinrichtung wird schließlich im Airbus-Werk Hamburg eingebaut, wo der Airbus auch lackiert wird.
Eckdaten des A380
Als erstes Langstreckenflugzeug verbraucht der A380 pro Passagier und hundert Kilometer nur noch drei Liter Kerosin. Die Betriebskosten sollen rund 20 Prozent unter denen bisheriger Großraumflugzeuge liegen.

Der Jumbo ist 72,7 Meter lang, hat eine Spannweite von 79,8 Metern und ein maximales Startgewicht von 569 Tonnen. Innen gibt es zwei Etagen, wo in der Basisversion 555 Fluggäste Platz finden (Lufthansa-Ausführung: 526 Passagiere).

Das vierstrahlige Flugzeug kann 15.400 Kilometer ohne Zwischenlandung zurücklegen - also nonstop Verbindungen zwischen den wichtigsten Drehkreuzen in Europa, Nordamerika und Asien bewältigen. Laut Airbus kann er 40 Prozent mehr Passagiere transportieren als der Boeing-Jumbo B747 und ist dabei nur etwa halb so laut.

Fotostrecke
Airbus A380: Ein Riesenvogel, fünf Airlines
Airbus A380 - das bieten die Fluglinien
Singapore Airlines
A380-Flottengröße derzeit: elf Stück
Flugverbindungen: von Singapur nach London, Paris, Zürich, Sydney, Melbourne, Hongkong und Tokio.
Sitzplätze: 471; davon 399 in der Economy, 60 in der Business und 12 in der First Class.
Erstauslieferung: 15. Oktober 2007
Emirates
A380-Flottengröße derzeit: 13 Stück
Flugverbindungen: Von Dubai nach Paris, London, Manchester (ab 1. September), Toronto, Bangkok, Sydney, Seoul, Auckland, Dschidda.
Sitzplätze: 489; davon 399 in der Economy, 76 in der Business und 14 in der First Class - zusätzlich sind für Regionalflüge Maschinen mit 604 Plätzen im Einsatz.
Erstauslieferung: 28. Juli 2008
Qantas
A380-Flottengröße derzeit: sechs Stück
Flugverbindungen: von Sydney und Melbourne über Singapur nach London; von Sydney und Melbourne nach Los Angeles.
Sitzplätze: 450; davon 332 in der Economy, 32 in der "Premium Economy", 72 in der Business und 14 in der First Class.
Erstauslieferung: 19. September 2008
Air France
A380-Flottengröße derzeit: vier Stück
Flugverbindungen: von Paris nach New York und Johannesburg.
Sitzplätze: 538; davon 449 in der Economy, 80 in der Business und 9 in der First Class.
Erstauslieferung: 30. Oktober 2009
Lufthansa
A380-Flottengröße derzeit: drei Flugzeuge
Flugverbindungen: zunächst von Frankfurt nach Tokio, dann außerdem nach Peking und Johannesburg.
Sitzplätze: 526; davon 420 in der Economy, 98 in der Business Class und 9 in der First Class.
Erstauslieferung: 19. Mai 2010

Problemfälle bei Airbus
Airbus A380
Lufthansa
Die Auslieferung des größten Passagierflugzeugs der Welt, des Airbus A380 , musste wiederholt verschoben werden. Das erste Serienflugzeug wurde erst im vierten Quartal 2007 an den ersten Kunden - Singapore Airlines - geliefert und damit fast ein Jahr später als zuletzt geplant. Ursprünglich sollte der erste A380 schon 2005 nach Singapur geliefert werden. Ursache der Verzögerungen waren Schwierigkeiten mit der komplizierten Verkabelung. Wegen der Produktionsprobleme rechnet der Airbus- Mutterkonzern EADS zwischen 2006 und 2010 mit Gewinneinbußen in Höhe von mehreren Milliarden Euro.
Airbus A350
AP
Die zweistrahlige Maschine A350 soll dem erfolgreichen 787 "Dreamliner" des US-Erzrivalen Boeing Paroli bieten. Doch hat Airbus das Konzept für den A350 in den vergangenen Jahren schon mehrfach geändert. Ursprünglich sollten nur die seit 1993 gebauten A330-Jets modernisiert werden. Als das bei Kunden nicht ankam, präsentierte Airbus Ende 2004 ein neues Konzept. Doch auch dieses gefiel vielen Kunden nicht - die Kabine war ihnen zu schmal. Im Juli 2006 kündigte Airbus deshalb an, ein völlig neues Flugzeug namens A350 XWB zu entwickeln. Eigentlich soll es ab 2012 erhältlich sein - doch EADS will nun prüfen, ob es noch genügend Ressourcen für die Entwicklung gibt.
Airbus A400M
dpa
Der Militär-Airbus A400M wurde vor allem den Bedürfnissen der Nato angepasst. Doch schon der frühere Airbus-Chef Christian Streiff räumte Probleme beim Zeitplan für den großräumigen Truppen- und Fahrzeugtransporter ein. Die Maschine sollte eigentlich 2008 ihren ersten Testflug absolvieren, erste Auslieferungen waren für Ende 2009 angepeilt. Die milliardenschwere Entwicklung des Militär-Airbus, der die Transall- und die Hercules-Flugzeuge ablösen soll, gilt als größtes Rüstungsprogramm in Europa. Experten befürchten aber, dass es angesichts der Probleme beim A380 und dem A350 und wegen des Arbeitsaufwands beim A400M an Ingenieurkapazitäten mangeln könnte.