Recycling Keine Lust auf Elektroschrott - Umwelthilfe attackiert Apple

Seit drei Monaten müssen Hersteller alte Elektrogeräte zurücknehmen. Apple macht das laut Deutscher Umwelthilfe nur, wenn Kunden ein neues Produkt kaufen. Deshalb droht die Organisation jetzt mit rechtlichen Schritten.

Elektroschrott
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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft dem Elektronikkonzern Apple Chart zeigen vor, gegen die gesetzliche Rücknahmepflicht für Elektroaltgeräte zu verstoßen. Testbesuche der DUH hätten belegt, dass Apple Elektrokleingeräte nur bei einem Neukauf zurücknehmen möchte. Mit der Aussage "Wir sind Apple" hätten Mitarbeiter die Rückgabe bei anderen Händlern wie Media-Markt oder Saturn empfohlen.

In Deutschland gilt seit dem 24. Juli eine Rücknahmeverpflichtung für Elektrogeräte. Demnach müssen Geschäfte Geräte mit einer Kantenlänge bis zu 25 Zentimeter ohne Kassenbon und den Kauf eines neuen Geräts zurücknehmen. Nur die kostenlose Rückgabe größerer Geräte erfordert einen Neukauf.

Die DUH leitete nach eigener Aussage ein Rechtsverfahren gegen Apple ein. Man habe das Unternehmen aufgefordert, die "rechtswidrige Praxis sofort zu beenden" und eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. "Apple entzieht sich seiner ökologischen Verantwortung", sagte Thomas Fischer von der DUH. Der Verweis auf eine Abgabe bei der Konkurrenz zeige, "wie ernst das Unternehmen Umweltschutz und gesetzliche Verpflichtungen wirklich nimmt".

Apple Deutschland verwies darauf, dass bereits seit 2014 alte Elektrogeräte zurückgenommen würden. Darauf werde auch in den Geschäften auf Displays hingewiesen. Auf der Apple-Internetseite heißt es: "Du kannst elektronische Altgeräte wie Smartphones, Tablets, Computer oder Batterien in jeden Apple Store in Deutschland bringen und wir recyceln sie kostenlos und umweltgerecht."

Die DUH hatte zuvor bereits Verstöße gegen das Rückgaberecht bei zahlreichen anderen Unternehmen kritisiert, darunter Ikea und Amazon. Daraufhin hätten Verbraucher auf das Verhalten von Apple hingewiesen, das sich in anschließenden Testbesuchen bestätigt habe.

dab/AFP



insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
MatthiasPetersbach 22.09.2016
1.
Angesichts der VW- Scharade würde ich von Apple ungefähr 500 Billionen Euro fordern. Plus Rechtsanwaltgebühren. Sorry, ich sitz auch am Äppel - aber deren Politik verstehe ich gerade nicht. Die hätten die Kohle, jeden einzelnen alten Ipod mit dem Taxi abzuholen und mit der nächsten Rakete in die Sonne zu schießen.
Kanalysiert 22.09.2016
2.
Es muss auch sicher gestellt werden, dass diese Geräte dann nicht einfach entsorgt werden, sondern dem Recycling zugeführt werden!
newline 22.09.2016
3. Gewinne werden privatisiert,
Kosten sozialisiert. Vorschriften oder Gesetze nur noch als unverbindliche Empfehlungen betrachtet. Wir sind Appel, Uber, VW (Liste beliebig fortsetzen) wir dürfen das.
Mr Bounz 22.09.2016
4. ist doch klar
Bei jedem Apple Gerät liegt doch ein Kopfhörer bei. Wenn man den anschließt und dann alles zusammen misst sind es sicher mehr als 25cm! So würde das wenigstens vor einem US Gericht argumentiert werden (und die Apple Fanboys in der Jury würden Freispruch rufen)!
zahndochro 22.09.2016
5. Scheindebatte von Umweltaktivisten
Die Anzahl der Geräte, die tatsächlich ohne einen Neukauf zu Apple zurückgebracht werden, dürfte sich in verschwindend geringen Mengen bewegen - schließlich warten genug Menschen ringsherum, das alte Gerät übernehmen zu dürfen... Und wer ein Elektrogeschäft mit dem Werkstoffhof verwechselt, sollte sich ohnehin auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen.
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