Elizabeth Holmes Bluttest-Start-up Theranos soll aufgelöst werden

Theranos wollte Bluttests revolutionieren, dann wurde Gründerin Elizabeth Holmes als Hochstaplerin enttarnt. Nun wird die Firma laut "Wall Street Journal" aufgelöst.

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes
AP

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes


Das Bluttest-Start-up Theranos soll abgewickelt werden. Der aktuelle Plan sei, die Firma aufzulösen und das wenige verbliebene Geld an Gläubiger auszuschütten, heißt es in einer E-Mail an die Anteilseigner, wie das "Wall Street Journal" ("WSJ") berichtete. Während Investoren mehrere Hundert Millionen Dollar in Theranos gepumpt hatten, dürften jetzt nur noch um die fünf Millionen Dollar zu verteilen sein.

Theranos hatte versprochen, Bluttests zu revolutionieren: Mit der Technologie des Start-ups sollten für Proben nur wenige Tropfen genügen. Der Marktwert der Firma stieg auf rund neun Milliarden Dollar. Holmes wurde jahrelang als Wunderkind gefeiert und war die jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt. Eine Recherche des "WSJ" seit 2015 deckte aber die mangelhafte Technologie auf. Am 14. März stellte die US-Börsenaufsicht Betrug fest: Holmes habe unter falschen Angaben mehr als 700 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt.

Im Sturzflug

Nachdem Deals mit Partnern wie der Drogeriekette Walgreens daraufhin platzten, holte sich Theranos im vergangenen Jahr einen Kredit vom Finanzinvestor Fortress, um zumindest an der Technologie weiterarbeiten zu können. Da es Theranos jedoch nicht gelang, neue Geldgeber oder Käufer zu finden, sollen die Patente der Firma jetzt an Fortress gehen. Unter den Investoren, die viel Geld bei Theranos verloren, ist auch "WSJ"-Eigentümer Rupert Murdoch.

Bereits im April 2018 entließ Theranos nach dem Urteil der US-Börsenaufsicht den Großteil seiner Belegschaft, um eine Insolvenz zu verhindern oder zumindest aufzuschieben.

Gründerin Holmes musste nach dem Urteil der Börsenaufsicht eine Strafe in Höhe von 500.000 US-Dollar zahlen. Außerdem wurde sie als Chefin des Unternehmens abgelöst und darf in den nächsten zehn Jahren kein börsennotiertes Unternehmen mehr leiten. Im Juni erhob die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs Anklage gegen Holmes und den Theranos-Präsidenten Ramesh Balwani. Beiden drohen 20 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe bis zu 250.000 Dollar.

mal/dpa



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