Elizabeth Holmes Start-up-Gründerin drohen 20 Jahre Haft

Die einstige Milliardärin Elizabeth Holmes war ein gefeierter Star des Silicon Valley. Doch ihr Bluttest-Start-up wurde des Betrugs überführt. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage.

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes (Archiv)
REUTERS

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes (Archiv)


Der einstigen Silicon-Valley-Milliardärin und Gründerin der Bluttest-Firma Theranos, Elizabeth Holmes, droht eine lange Haftstrafe wegen Betrugs. Die Staatsanwaltschaft in Kalifornien erhob Anklage gegen die 34-Jährige wegen Betrugs an Investoren und Kunden. Holmes und der Theranos-Präsident Ramesh Balwani sollen fälschlicherweise behauptet haben, dass sie bereits mit einer geringen Menge Blut zahlreiche medizinische Tests vornehmen können (lesen Sie hier mehr über den Fall.)

Beiden drohen nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar. In der Anklage wird ihnen vorgeworfen, Investoren und Kunden hinters Licht geführt zu haben, "die sich auf ihre angeblich revolutionäre Bluttest-Technologie verließen", erklärte Staatsanwalt Alex Tse.

Holmes war jüngste Selfmade-Milliardärin

Hunderte Patienten beziehungsweise deren Versicherungen hätten für die Tests und die erhofften Ergebnisse gezahlt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten aber vor, unzuverlässige Testergebnisse abgeliefert zu haben.

Theranos teilte unterdessen mit, Holmes sei als Vorstandsvorsitzende der kalifornischen Firma ersetzt worden, bleibe aber als Firmengründerin Chefin des Verwaltungsrats. Holmes gründete die Firma im Jahr 2003 mit gerade einmal 19 Jahren. Sie galt lange als aufstrebender Star der Branche, Investoren steckten aufgrund des revolutionär anmutenden Versprechens ihrer Technologie Millionen Dollar in das Start-up.

Das "Wall Street Journal" begann jedoch im Oktober 2015 mit einer Artikelserie, in der die Zuverlässigkeit der Technologie infrage gestellt wurde, und erregte so die Aufmerksamkeit der Behörden. 2015 hatte die Zeitung die Theranos-Gründerin noch als jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt bezeichnet und auf 4,5 Milliarden Dollar taxiert.

hej/AFP



insgesamt 27 Beiträge
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MiCo 16.06.2018
1. Nur gerecht
Entweder hatte Frau Holmes keine Ahnung oder sie ist eine Betrügerin. Mich hat immer überrascht, dass niemand erklären konnte welche Technologie hier zum Einsatz kam und wie das funktionieren sollte. Die Investoren sollten auch allesamt ins Gefägnis, weil sie ihrer Sorgfaltspflicjt nicht nachgekommen sind und die Technolgie hätten prüfen müssen.
mistarich 16.06.2018
2. f?r 4,5 Milliarden
20 Jahre Knast ist immer noch ein gutes Jahreseinkommen für das Absitzen.
larsmach 16.06.2018
3. Bewertungsorgie: Amerikas Reichtum und Wachstum...
Gerade erst war auf SPON von Amerikas Reichtum zu lesen sowie über die "Verdopplung" des Vermögens einiger Silicon Valley Milliardäre. Wenn man sich vor Augen hält, welchen gewaltigen Anteil die reine Bewertung von Aktien in dieser marketschreierischen US Wirtschaft hat, muss einem die deutsche Bescheidenheit lieber sein: Substanz anstelle absurder Buchwetten.
Top-Experte 16.06.2018
4. Geld
Sie hat das Geld nicht. Das war der damalige Wert der Aktien der Firma, die sie hielt...
geotie 16.06.2018
5.
Zitat von mistarich20 Jahre Knast ist immer noch ein gutes Jahreseinkommen für das Absitzen.
Wirklich? Sind die Milliarden noch auf ihrem Konto oder sind die als Aktien verpufft? Ihr Unternehmen dürfte kaum noch einen Wert haben, eher dürften es Schulden sein. Ansonsten würde ich lieber auf die 4,5 Mrd. verzichten und mein Leben leben und nicht im Knast die Zeit an mir vorbei ziehen sehen!
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